Die Feuerfurien

"Du musst nur mehr das Feuer ausmachen, dann können wir weiter", meinte Lora und John nickte. "Was denkst du? Werden wir im nächsten Ort wieder genug finden, um die Woche durchzuhalten?" Lora schüttelte den Kopf. "Warum setzt du deine Fähigkeiten eigentlich immer ein, um die Leute zu betrügen? Mit deiner Macht könntest du so vielen Menschen helfen, denen der Krieg alles genommen hat." Der Junge seufzte. Es war nicht das erste Mal, dass die beiden dieses Gespräch führten. In dem Punkt waren sich Lora und John nicht gerade einig. Während sie immer versuchte, das Gute in den Menschen zu sehen, war John sehr misstrauisch. Er hatte schon lange den Glauben an das Gute verloren. "Warum sollte ich Leuten helfen? Mir half auch nie jemand", meinte er und machte sich daran, das Feuer zu löschen. Doch es ging nicht aus. "Oh nein", stöhnte der Junge, als fünf Männer aus dem Gebüsch traten. "Feuermagier", meinte Lora kalt und John stellte sich neben sie, bereit zu kämpfen. "Nicht nur irgendwelche Feuermagier. Das sind die berühmten Feuerfurien", stellte er fest und ein Mann trat hervor. "Sieh mal einer an. Es wurde langsam ja Zeit, dass wir euch einholen. Das letzte Dorf hat noch eine Rechnung mit euch offen." Seine Stimme wurde von der goldenen Drachenmaske, die er trug, sehr verzerrt. "Eure Magie ist so stark und doch verwendet ihr sie nur als Söldner! Ihr seid eine Schande für alle Magier!", rief Lora sauer. "Ist ne harte Welt. Solange wir überleben ist mir alles recht!", antwortete der Mann. "Attacke Männer!", rief er und die Feuermagier gingen zum Angriff über. John leuchtete auf und offenbarte seine wahre Gestalt. Aus seinem Kopf wuchsen vier Hörner, ein weiteres Paar entstand an seinen Schultern. Sein Körper begann, blau zu leuchten und unzählige Sterne spiegelten sich in ihm wieder. Schützend stellte er sich vor Lora, als die erste Feuerwelle eintraf, die ihn hart traf, so dass er gegen den nächsten Baum geschleudert wurde. Lora kämpfte mit zwei Kurzschwertern und wehrte die Feuerstöße mit großer Mühe ab. John rappelte sich inzwischen wieder auf und ging auf einen der Magier los, der ihn mit einer Flammenfontäne beschoss, die der Junge allerdings absorbierte und auf ihn zurückschleuderte. Plötzlich hörte er einen Schrei und drehte sich entsetzt um. Dort lag Lora, durchbohrt von einer der flammenden Klingen, die die Feuerfurien benutzten. "Nein", flüsterte er und sah die Männer hasserfüllt an. "Das war's dann wohl", meinte der Mann mit der Drachenmaske zufrieden und John ballte seine Hände zusammen. "Aber nicht für mich", antwortete er und stellte sich vor ihnen auf. "Du denkst, dass du uns alleine besiegen kannst?", höhnte der Mann und die Feuerfurien positionierten sich, bereit zum Kampf vor Loras leblosem Körper. John antwortete nicht. Sein ganzer Körper leuchtete hellblau auf, als er all seine Macht ansammelte.
Ein Knall ertönte und eine Schar Vögel flatterte erschrocken davon. John hatte die Schallmauer durchbrochen und sich mit Überschallgeschwindigkeit innerhalb von Sekundenbruchteilen von einem Magier zum anderen bewegt. Vor Lora war er schließlich zum Stehen gekommen. Hinter ihm sanken die Soldaten zusammen, ihre Genicke waren gebrochen. Er nahm wieder menschliche Gestalt an und fiel neben dem Mädchen auf die Knie. Tränen rollten seine Wangen herunter, als er sie umarmte. Und während er dort im aufgewirbelten Staub saß, konnte er nur einen einzigen klaren Gedanken fassen. Und doch wusste er, dass es niemals genug sein würde. "Lora…es tut mir so leid", flüsterte er. "Es tut mir so unendlich leid."

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