Die Forderung

Peter fuhr nach Hause. Er fuhr schnurstracks in die Garage, stieg aus und holte die drei Eimer Farbe, die in der Ecke standen. Er verschwendete keinen Gedanken an die Frage nach dem Sinn von Ruperts Anweisung. Zwischen den Beiden herrschte unerschütterliches Vertrauen. Wenn Rupert wollte, das er die Farbe mitnähme, dann war das so! Punkt! Er ging ins Arbeitszimmer und holte die Kamera und die Uhr aus dem Wandtresor. Die Sorge um Ricarda machte ihn krank. Wie hatte er sie nur alleine lassen können? Er hatte den Entführern die Gelegenheit gegeben, in dem er sie alleine gelassen hatte. Er hatte keine Ahnung, dass seine An- oder Abwesenheit nicht die geringste Rolle gespielt hatte. Ricarda hatte den Golf gefahren, also war sie die Hauptperson und sie war es, mit der man Peter erpressen konnte. Er hätte nicht die geringste Chance gehabt, die Entführung zu verhindern. Er fuhr sofort zurück zu Rupert.

Ricarda hatte sich mit Frau Weinberger weiter unterhalten. Sie hatte sofort erkannt, warum Peter sich entschuldigt hatte und ging davon aus, dass er die Lage sondierte. Sowie er außer Sicht war, kamen zwei Herren, die offenbar eine Faustfeuerwaffe in der Jackentasche auf sie gerichtet hatten und forderten sie auf, ohne Aufsehen sofort mit zu kommen, wenn sie ihren Partner noch einmal lebend antreffen wollte. Ricarda war geschockt. Aus Angst um Peter verließ sie ohne Gegenwehr sofort das Lokal. Vor der Tür wurde sie in den Fond einer schwarzen Limousine bugsiert, die augenblicklich Fahrt aufnahm. "Wo ist Peter? Sie haben gesagt, wenn ich mitkomme, passiert ihm nichts!" - "Wir haben ihm auch nichts getan,. Noch nicht. Wenn sie beide cooperieren, wird ihnen nichts passieren!" - "Wie cooperieren?" - "Das erfahren sie noch früh genug. Verhalten sie sich ruhig, sonst müssen wir sie ruhigstellen. Zu ihrer Information: Wir sind da nicht zimperlich! Also befolgen sie jede Anweisung!" - "Aber Peter ist verletzt! Er steht jetzt ohne Hilfe da..." - "Ich warne sie! Verhalten sie sich ruhig! Ich bin bekannt dafür, hart durchzugreifen. Fordern sie mich nicht heraus. Wir werden ihren Partner informieren. Wenn er unseren Forderungen entspricht, haben sie nichts zu befürchten. Wenn nicht, ist ihr junges Glück nun zu Ende!"

Mit jaulenden Reifen zog der schwere Geländewagen die Zufahrt zum Felsenkeller hinauf. Peter nahm den Beutel mit der Nikon und der Uhr vom Beifahrersitz und stürmte in den Felsenkeller. Rupert hatte ihn schon erwartet. "Beruhige dich Peter! Hat sich schon jemand gemeldet?" Peter schüttelte den Kopf. "Wie konnte ich Arschloch sie nur alleine lassen? Ich hab sie denen ja quasi auf dem Tablett serviert, ich Idiot!" - "Das ist Blödsinn, Peter und das weißt du! Das ist auch nicht hilfreich in der Situation, also beruhige dich und versuche mir zu folgen! Also: Wir warten auf ihre Forderung. Wenn es um die Nikon geht, sagst du zu. Du tust so, als hättest du keine Ahnung was da wirklich drauf ist. Auf die Frage, woher du sie hast, sagst du die Wahrheit, zumindest, das sie auf dem Platz deines ML gelegen hat." Rupert hatte eine kleine Videokamera vorbereitet, sie hing am Ladegerät. Er überprüfte den Inhalt der Kameratasche und das Stativ.

Peters Handy schlug an. Nervös ging er dran. "Herr Handl, wir nehmen an, sie haben etwas, das uns gehört..." - "Sie aber auch!" - "Was halten sie von einem Geschäft?" - "Lassen sie mich mit Ricarda reden!" - "Falls sie das noch nicht begriffen haben, Herr Handl: Wir stellen hier die Forderungen, nicht sie! Merken sie sich das! Also: Was ist auf der Kamera!" - "Ich weiß es nicht! Ich hab nur einen Container gesehen, dann war die Batterie alle!" - " Und das soll ich ihnen glauben!" - "Es hilft nichts! Es ist eben so! Ich kann es nicht ändern!" Nehmen sie die Kamera und fahren sie Richtung München. Sie erhalten ständig neue Anweisungen!" - "Was ist mit Ricarda?" Es knackte. Dann: "Ich hab nichts von der Kamera gesagt, Liebling, aber bitte gib sie ihnen!" Klick. Es war Ricardas Stimme gewesen! Offenbar ging es ihr den Umständen entsprechend gut.
"Gut, Peter! Wir laden jetzt eine App runter, mit der ich dein Handy orten kann. Fahr nach München. Aber gib mir vorher die Farbe. Wenn du in drei Stunden nicht samt Ricarda auf freiem Fuß bist, oder dich bei mir gemeldet hast, werde ich dein Handy anrufen. Solltest du es dann nicht mehr haben, gibst du ihnen meine Nummer." Rupert gab Peter noch ein paar Anweisungen und lud die Kamera und die Farbe in sein Auto. "Wohin fährst du?" fragte Peter. "Richtung München..."

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