Weiße Flocken rieseln sacht
hinunter auf bereits bedeckte Wiesen
und der Wind spielt leise Lieder,
während klirrende Kälte für Stillstand sorgt.

Ein zartes Kleid aus Schnee bedeckt
die auf einer Parkbank sitzende Frau
und schützt ihren Körper nur gering
vor eisiger Kälte und Wind.

Doch es schmilzt ununterbrochen am nackten Körper,
während neue Flocken unermüdlich weben,
und bildet kleine strömende Bächlein,
die die weiblichen Kurven entlangrinnen

über die steife Brust bis in den Schritt,
der geformt wird von gespreizten Beinen,
wo die eine Hand mit blutroten Fingernägeln liegt,
von den geschlossenen Augen mit rauchgrauen Lidern unbemerkt.

Und schließlich löst sich aus dem
von blauen Lippen umschlossenen Mund
ein langgezogenes Stöhnen,
begleitet von einem Atemwölkchen.

Der dichter werdende glitzernde Stoff
verhüllt die blasse Haut
und aus dem Schritt tropfendes Blut.
Als dann der letzte Atemzug haucht,
beginnt alles zu erstarren.

Comments

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    Todesodem bekommt durch dieses Gedicht eine neue Bedeutung. Gelungen. :)

  • Author Portrait

    Junge, Junge, der Seufzer hats aber in sich! Bizarr mit Atmosphäre... Ich find's gelungen! 5/5

  • Author Portrait

    Oma hat immer gesagt, dass zuviel masturbieren nicht gut für einen wäre. Dein Gedicht scheint das ja zu untermauern XD - Im Ernst, woran ist sie gestorben? 5/5 LG, Meg

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Fairy Dust

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