Die Gabe, Maries Weg in ein neues ich...(Kap 18)

Kap ab (Film ab)
Die Überraschung Überhaupt.

Ich blieb mal wieder lange im Bett. Maya war schon vor Stunden zur Arbeit aufgebrochen. Der Hunger und der Straßenlärm weckten mich. Ich quälte mich aus Maya extrem weiches Bett und stapfte in die Küche. Dort machte ich mir ein paar Butterbrote und goss mir einen Saft ein. Dann verzog ich mich in mein Zimmer und schaltete die Glotze ein. Ich zapfte durchs Programm und blieb schließlich auf CNN hängen. Dort war eine hübsche Reporterin mit blonden Haaren, blaue Augen und berichtete:

„Menschenknochen in L.A Glen Helen Regional Park gefunden – Toter, wahrscheinlich ein männliches Kind, oder heranwachsender. Davon sei aufgrund der Begutachtung durch den Rechtsmediziner auszugehen, sagte Oberstaatsanwalt Axel Boster. "Das ist relativ sicher." Skelett und Schädelform ließen darauf schließen, dass der Junge vermutlich zwischen 13 und 20 Jahre alt gewesen war.
Weitere Erkenntnisse haben wir derzeit nicht", sagte Boster. Weitere Untersuchungen sollen klären, warum, wann und wie der Junge starb. Der Fund wird momentan mit bisher bekannt gewordenen Vermisstenfällen abgeglichen.“

Ich wollte eigentlich den Tag im Bett verbringen aber diese Geschichte packte mich so, dass ich unbedingt zur Fundstelle wollte. Ich beschloss mich anzuziehen, trank dann noch einen großen Schluck Saft und ging los. Ich musste mir ein Taxi nehmen, da es bis in den Glen Helen Regional Park sehr weit war.

Dort angekommen streifte ich durch den Wald. Es roch herrlich nach Kiefer, Pilzen, Holz und Moos. Unter meinen Füssen raschelte das Laub. Als ich so durch den Wald lief, schweiften meine Gedanken wieder zum Jungen. Warum und wie ist er gestorben? War es ein Unfall? Oder war es vielleicht Mord? Warum muss es der Wald sein der so friedlich ist oder in diesem Fall scheint? Warum wohl sollte man in so einer schönen Gegend eine Leiche finden? Werde ich ihm helfen können wenn er noch da ist? Wie lange ist er wohl schon tot? Hat er noch Familie? Tausende Fragen schossen mir durch den Kopf ohne beantwortet zu werden! Ich hoffte insgeheim den Geist zu begegnen um meine Antworten zu bekommen.

Ich nährte mich der Fundstelle. Schon von weiten erkannte ich zwischen den Bäumen das gelbe Absperrband. Ich suchte großräumig die Gegend ab aber es war niemand mehr hier. Leider auch kein Geist wie ich ärgerlich feststellte. Ich beschloss mich in der Nähe des absperband auf einem umgefallenen Baumstamm zu setzen und zu warten. Ich schaute mir die Stelle an wo sie die Knochen gefunden hatten. Es lagen eine Menge Baumstämme rum und einige Eisenteile und sowas wie Stoff oder alte Plane. Ich glaubte, dass das alles Mal eine kleine Hütte oder ein Unterstand gewesen sein musste.

Und wie friedlich der Wald ist, die tollen Gerüche, der Wind der durch die Baumkronen weht, Vögel die zwitschern und singen und der Kuckuck der in der Ferne ruft.

„Warum zum Teufel hier Junge?“

Flüsterte ich. Es ist schon Erschreckend wie dicht Tot und Leben beieinander liegen. Und das Schicksal ist auch nicht grad das, was man unter einer Blumenwiese versteht. Das Schicksal hat lange und knochige Finger, die einen echt im Würgegriff haben können!

Das einzige was man im Leben machen kann, ist sich zu endscheiden ein Pin zu sein oder doch lieber die Bowling Kugel!

„Ich endschied mich die Bowling Kugel zu sein und weiter zu gehen und zu kommen. Und nicht wie ein Pin dastehen und sich vom Leben übern Haufen rollen zu lassen!“

Das Handy klingelte und holte mich mit einem schrecken aus meinen Gedanken zurück in den Wald!
Leeland!

„Hey.“

„Hallo schöne Frau! Wie geht’s dir?“

Wow wie ich seine Stimme liebe!

„ Ähm gut!“

„Wollte dich gerne sehen.“

„Ja ich dich auch!“

„Schön, wann kann ich dich abholen oder zu dir kommen?“

„So in 2 Stunden.“

„ Ich werde da sein!“

„Ich liebe dich!“

„Ich liebe dich!“

Ja super, da hab ich ein Date. Ich raffte mich auf um mich auf den Heimweg zu machen. Stolperte so durchs Unterholz aber irgendwie fühlte ich mich jetzt beobachtet. Ich schaute mich um. Doch ich sah niemanden. Ich lief weiter und spitzte meine Ohren ob sich irgendwo hinter mir was regte und bewegte aber da war nichts weiter als die normalen Waldgebräuche. Aber ich fühlte mich noch immer beobachtet. Ist es vielleicht ein Geist? Aber warum zeigte er sich nicht?
Ich lief noch ein Stück weiter und es hörte nicht auf. Ich drehte mich einmal um mich selbst, dann blieb ich stehen und sagte laut:

„Hey, ich weiß dass du da bist! Du kannst dich zeigen. Ich kann dir helfen!“

Ich wartete einen Moment aber es passierte nichts.

„Wer da auch ist ich, komme morgen noch mal wieder hier her, vielleicht redest du dann mit mir.“

Dann ging ich und fühlte mich plötzlich nicht mehr beobachtet. Also doch ein Geist! Aber was für einer? Und wer war es? Der Junge deren Überreste sie gefunden haben? Oder doch jemand anderes?

Ich ging nach Hause und schmiss mich unter die Dusche, machte mich fertig und wartete. Leeland wird bald hier sein! Als ich gerade fertig war, klingelte es auch schon. Mit einem Kribbeln im Bauch ging ich an die Tür. Ich machte ihm auf, öffnete die Wohnungstür und lauschte. Seine Schritte waren kaum zu hören. Als er um die Ecke bog, setzte bei mir sofort die Verträumtheit ein. Ich war wieder wie gefesselt von seiner Schönheit, seinen Duft, seine Ausstrahlung, seinen Augen und seinem Lächeln.

Wir gingen in den Stubenbereich und redeten kein Wort miteinander. Es war komisch, dass ich so erstarrt in seiner Gegenwart war und so gut wie nie was über meine Lippen kam. Ich war froh, dass er die Stille durchbrach und fragte.

„Was hast du heute so getrieben?“

„I... Ich ähm… Ich war im Wald!“

„Was hast du denn da gemacht?“

Ich erzählte ihm von den Nachrichten und dem Verlangen dort hin zu kommen und das mit dem beobachten.
Er war auch der Meinung, dass es ein Geist gewesen sein könnte. Ich verstand nicht, dass er das so glauben konnte. Ich glaubte es ja selbst immer noch nicht so ganz! Meine Gedanken behielt ich aber bei mir.

Als könnte er Gedankenlesen sagte er.

„Schon faszinierend das du sie sehen kannst. Ich kann sie nur reden hören!“

Was hatte er da gerade gesagt? Habe ich das richtig verstanden? Er kann sie hören? Ne, das glaub ich jetzt nicht… was geht hier ab? Verarscht er mich gerade?

„Ähm was?“

„Ich sagte, ich finde es faszinierend, dass du sie sehen kannst. Ich kann sie nur reden hören!“

Ich lief blass an, als mir klar wurde was er da gerade sagte und das er die Wahrheit sprach.

„Wie? Wie geht das?“

Diese Welt wurde immer komplizierter.

„Ich habe es von meinen Urgroßvater geerbt!“

Ich schwieg weiter. Ich sah in seinem Gesicht das er gleich weitersprechen würde.

„Wir, also meine Familie und ich helfen schon seit Generationen die Seelen ruheloser Geister wie mein Vater sie immer nennt, die meisten sind hier noch gefangen weil sie noch was zu erledigen haben. Meistens sind es abschiede und was auch oft vor kommt ist es, wenn was zu erben da ist, wollen die Geister das das richtige Familienmitglied das Erbe erhält.“

Er war meine Tür in die andere Welt. Ich hatte einen gleichgesinnten gefunden und fühlte mich vollkommen wenn ich mit ihm zusammen war. Jetzt wusste ich warum!

„Und du bist nicht auf die Idee gekommen mir davon zu erzählen, als ich dir von meiner Fähigkeit erzählt hatte?“

Er zuckte die Schultern und grinste.

„Entschuldige, ich wollte erst einmal abwarten. Du hattest zu diesem Zeitpunkt genug mit dir selber zu tun. Du musstest mit dir selbst erst einmal fertig werden. Ich wollte diesen Prozess nicht unterbrechen.“

Ich dachte einen Moment darüber nach, dann fand ich, dass er richtig gehandelt hatte.

Ist dir klar, dass du meine Tür in diese Welt bist? All die Fragen die ich habe kannst du mir aus sicheren Quelle beantworten!“

Er grinste und nickte.

„Ja, ich kann dir sicher einige Fragen beantworten und dir auch sicher die Angst nehmen vor dem Tod. Denn das nämlich, brauchen wir nicht haben den wir wissen, dass hinter uns noch etwas kommt. Dass uns etwas erwartet.“

Kann er auch Gedankenlesen? Schon wieder so eine komische Situation.

„Ähm ja, das wäre jetzt meine erste Frage gewesen, weil mich die Geister die ich schon geholfen habe gefragt haben was da ist was da auf sie wartet und ob sie es verdient haben.“

„Verdient haben es alle, den auch die die mal was verbrochen haben und sich helfen lassen wollen machen es ja dann wieder gut. Verstehst du, sie machen damit ihre Taten wieder ungeschehen.“

„Hm ok. Ich bin irgendwie sprachlos und eigentlich habe ich so viele Fragen gehabt aber mir fällt gerade nichts ein. Ich bin irgendwie erschlagen. Lass uns in mein Zimmer gehen. Ich will mich hinlegen, bleibst du heute bei mir?“

„Ja ich bleib bei dir.“

Ich ging vor und zog mich aus. Stopfte mich in mein Nachtgewandt und dann hörte ich die Tür. Maya bestimmt. Ich ging noch mal ins Bad um mich frisch zumachen. Machte meine Haare auf, käme sie mir und ging wieder ins Zimmer. Da hörte ich die Tür schon wieder klappern. Ich ging zur Zimmertür und wollte sie gerade öffnen, da klopfte Leeland ganz vorsichtig.

„Kann ich herein kommen?“

„Ja“ antwortete ich und lies die Tür auf.

Ich ging zum Bett schlug die Tagesdecke beiseite und kroch unter die Decke. Leeland blieb stehen und sah sich um.

„Wo finde ich das Bad?“

Ich deutete auf die Tür neben meinem Bett und er verschwand im Bad. Ich lauschte seinen Geräuschen, wie er das Wasser an lies und es wieder aus machte und es dann still wurde, dann hörte ich seinen Atem, drehte meinen Kopf zur Bad Tür rüber und da stand er schon neben meinem Bett. Ich fing an zu Grinsen.

„Spring rein, ist gemütlich hier!“

Er schmunzelte und kroch unter meine Decke, dann kroch er ganz dicht an mich und nahm mich in den Arm. Ich legte meinen Kopf auf seine nackte Brust und starrte vor mich hin. Wieder sprachen wir kein Wort. Aber ich war froh, dass er da war und ich nicht mehr mit meinem Chaos im Kopf alleine war.

„Gute Nacht schöne Frau“, hauchte er, nahm mich noch fester in den Arm und dann schliefen wir gemeinsam ein.

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