Die Geister, die ich rief...

"Ihr seid da in Etwas hineingeschlittert, das größer und mächtiger ist, als ihr Beide euch das vorstellen könntet!" zitierte Ricarda nun ihre neu gewonnene Freundin Irina. Gernot sah die Beiden verständnislos an. Peter lehnte sich zurück und setzte an, Gernot  die Sache zu erklären. Dies dauerte eine ganze Weile. Peter achtete darauf, Irinas private Dinge nicht zu berühren, kam aber nicht daran vorbei, Gernot reinen Wein bezüglich Geheimdienst einzuschenken. Sowohl Peter als auch Ricarda verbürgten sich für Irina, was Gernot zur Kenntnis nahm und schwor, ihre Identität zu schützen. Es war nicht zu vermeiden, Gernot zu involvieren, schon wegen Kremer. Außerdem war es wichtig, Toni zum Schweigen zu verpflichten. Sollte Kremer in der Werkstatt auftauchen und nach den Gegenständen fragen, musste er unbedingt verneinen, sie gesehen zu haben. Das Bildmaterial auf der Kamera war geeignet, den Russen nur noch die gewünschte Todesart mitzuteilen, die würden dem illustren Häufchen das Lebenslicht schon ausblasen. Außerdem waren von den insgesamt fünfundvierzig Dateien nur achtundzwanzig auch Bilder, der Rest schien aus Plänen, Formeln und vereinzelten Textdateien zu bestehen. Peter kopierte die Dateien auf seinen Rechner und trennte die Verbindung zur Kamera. "Wie zum Teufel mag das Zeug in deinen Hof gekommen sein? Eins ist klar, meine Theorie mit dem Experiment war nicht so abwegig. Die haben eine Miniaturausgabe vom Hadron Collider gebaut, die Säcke. Und wir haben keine Ahnung, ob es die Deutschen, die Amis oder die Russen waren, aber ich vermute, das die Amis sowas ohne deutsche Unterstützung nicht auf die Reihe kriegen und die Russen sind ihnen auf die Spur gekommen..." - "Peter, der Teilchenbeschleuniger vom CERN hat eine Ringlänge von über sechsundzwanzig Kilometern. Sowas kannst du nicht in einem Transportcontainer bauen!" - "Gernot, der erste leistungsfähige Computer war in mehreren Baracken untergebracht und konnte nicht ein Millionstel von deinem Handy! Sagt dir das was?" Ricarda sah von Gernot zu Peter. "Was glaubst du? Oder was kannst du dir vorstellen, Schatz?" Peter wiegte seinen Kopf ein Wenig hin und her. "Ich weiß, das klingt jetzt ziemlich abenteuerlich: Wenn man tatsächlich durch den Einsatz anderer Elemente, anderer Atome, was auch immer, ich bin ja kein Atomphysiker, einen Weg gefunden hat, Atome oder deren Bestandteile auf kleinem Raum kollidieren zu lassen, Atome zerlegen und wieder zusammenfügen kann, dann muss das einen lukrativen Sinn verfolgen. Sagt euch das Wort Teleportation was?" - "Ach Peter, du spinnst doch!" warf Gernot ein, um sich gleich darauf für seine Wortwahl zu entschuldigen. Ricarda meldete sich zu Wort: "Vielleicht war das ja auch gar nicht der ursprüngliche Sinn der Apparatur..." - "Du bist genial, Schatz! Weißt du was denen passiert ist? Die Geister die ich rief, die werd ich nicht mehr los! Die haben Gott gespielt und nicht mehr bremsen können. Wie der Zauberlehrling!" Gernot sah verständnislos auf den Boden. "So blöd das klingt: Teleportation... Wie sind die Gegenstände überhaupt auf den Platz in meinem Gelände gekommen, wenn niemand in der Nacht eingestiegen ist, und sie dort hingelegt hat. Vielleicht sind sie dort "rematerialisiert". Aber selbst dann stellt sich die Frage: Wer hat sie denn wo und womit entmaterialisiert...?"

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