Die Jäger des Waldes (Kapitel 3)

Kapitel 3

„Aufstehen Mäuschen du kommst sonst zu spät zur Schule.“ Ellen verdrehte ihre Augen, sie mochte es gar nicht, wenn ihre Mutter sie so nannte. Mühsam erhob sie sich aus den Federn, streckte

Beim reichlich gedeckten Frühstückstisch, in der kleinen weißen Küche mit den grossen Fenstern, sass ihr ältere Schwester Lorena. Sie ass zwei kleine Scheiben, leicht angebrannter Toast mit einem Klecks Margarine bestriechen. Ellen ähnelte ihrer Schwester überhaupt nicht. Lorena hatte ein schmales Gesicht, Ellen hingegen ein rundes Gesicht. Die einzige Gemeinsamkeit blieben die langen braunen Haare, obwohl die braunen Farbtöne sich gut unterscheiden liessen. Da Ellen immer zu spät auf stand, verschlang sie hastig  ihr knuspriges Brot.                                                                                                                                                                 Die morgendliche Kälte wehte an diesem Morgen ins Gesicht und liess auf ihrer zarten Haut eine Gänsehaut erscheinen. Ellens Schulweg war einer der längsten von allen Schülern an der gesamten Schule, trotz all der Strapazen liebt Ellen ihren Schulweg über alles. Man konnte eben gut über Dinge nachdenken und dabei die Landschaft bewundern. Ein Teil des Weges führte an einem schmalen Kiesweg entlang. Auf der rechten Seite bildete sich eine dichte Hecke aus Haselsträucher, sowie Brombeerenbüsche. Sie schlenderte vergnügt den Weg entlang und lauschte den Morgenliedern der vielen Vögeln. Eine siamesische Katze schlich auf leisen Pfoten durch das bauchhohe Gras und suchte nach einem geeigneten Frühstück. Ellen beobachtete sie eine kurze Weile, wie sie hoch konzentriert die Umgebung erforschte. „ Na komm her“, Ellen ging in die Hocke und versuchte mit einem Schnippen des Fingers, die Aufmerksamkeit der Katze zu erregen. Doch die Katze blinzelte nur ein einziges Mal mit den meerblauen Augen und wandte Ellen den schmalen Rücken entgegen. Enttäuscht grunzte Ellen aus ihren Nasenlöchern. Versteht einer die Katzen!                                                                                                  Manchmal waren sie ganz treu, verschmust und freundlich aber auch egoistisch und gemein. Doch wenigsten haben Katzen ihren eigenen Willen und folgen keinen Befehlen, ganz im Gegensatz zu Hunden.                                                                                                                                                    Der grässliche Kirchenuhrschlag scheppert in die Ferne und erschütterte Ellens Gedanken. Verdammt, schon viertel vor acht!

So schnell sie konnte sauste sie über die feuchte Wiese, den steilen Hügel hinab auf dem Ellen, Marie und Amy gestern gewesen waren, bis sie schliesslich das Dorfzentrum erreichte.

„Na endlich, da bist du ja“, sagte Marie zur Begrüssung nachdem Ellen ausser Atem Schulhausplatz erreicht. „Ich habe ein bisschen getrödelt“, antwortete Ellen und gab gedanklich der Katze die Schuld für die Verspätung. Der Schulhof war mit vielen Kindern überflutete, die alle warteten bis der laute, unschöne und schrille Gong erklang. Drei andere Mädchen in ihrer Nähe hiessen Jenny, Lilien und Verena. Sie liebten Jungs, Pink und Superstars. Sie hatten mal wieder ihre Köpfen zusammen gesteckt und tuschelten mit einem leisen Kichern. Dabei warfen sie einen spöttischen Blick auf Marie. „Ich hasse diese Tratsch Tanten“, bemerkte Marie feindselig, als Jenny, die mieseste, zu ihnen hinüber geschlendert kam. Sie schnippte eine hellbraune Haarsträhne aus ihrem Gesicht und sprach: „Marie, ich finde deine Hosen heute wieder einmal umwerfend.“ Ellen betrachtete die blauen Hosen, die vielleicht nicht gerade die saubersten waren und Jenny gleich ins Augen gestochen waren. „ Das gleiche kann ich auch bei dir meinen, wer sieht heute wieder einmal aus wie Barbie auf dem Laufsteg?“, erwiderte sie bissig. Amy konnte sie ihr Lachen nicht verkneifen. Jenny funkelte Amy mit zusammen gekniffen Augen an. „Kannst du dir übrigens keine anständige Haarbürste leisten?“, fragte sie schnippisch. „Tut mir leid aber mein Haare kann keine Bürste zähmen“, antwortete sie wütend und leicht verletzt. „Verschwinde endlich dumme Ziege, lass uns in Ruhe“, fauchte Ellen ungeduldig. „Pff!“, kam es von Jennys Munde heraus geschossen. Doch schliesslich stolzierte sie wieder zurück zu ihren Freundinnen. Wenn man ihr alberndes Getue überhaupt Freundschaft nennen konnte. Bei ihnen standen immer zuerst Jungs auf der Liste, danach folgten die Freundinnen. Die blonde Verena mit den blauen Augen kicherte als Sascha an ihr vorbei lief. Er winkte Verena mit einem freundlichen Lächeln zu, worüber Lilien neidisch die Arme hinter dem Rücken von Verena verschränkte. Sascha warf anschliessend einen feindseligen Blick an die gegnerische Mädchenbande zu, der so viel bedeutet wie: Wir werden uns bitter für den miesen Streich rächen! Ellen beachtete den Mädchenschwarm nicht, sie war sich schon lange im Klaren, dass es einen Hufschlag zurückgeben würde. Der Bandenchef schlenderte weiter zu Levin, Noé und Nino. Sie sassen in einer weitentfernten Ecke mit verschränkten Armen. Levin war ebenfalls ein blonder Mädchentraum, genau wie sein bester Freund Sascha, ausserdem war Levin bereits zwölf Jahre alt und seine Freunde und der Rest der Schulklasse erst elf. Einen Mädchenschwarm zu sein, konnten Noé und Nino nur träumen. Hässlich war Nino nicht aber den meisten Mädchen einfach viel zu klein. Während Noé ziemlich gut aussah aber er war der Klassenbeste und wurde somit als Streber bezeichnet.                                Der schrille Schulgong brachte die Kinder in Bewegung. Nun drängten sich eine grosse Kindermasse durch den schmalen Schuleingang um schnellst möglich in das kleine Schulhaus zu gelangen. Marie hasste diesen Eingang, immer wurde sie umher gestossen. Ellen kämpfte sich zusammen mit Amy durch die Masse. Eine Hand berührte ihren Rücken und sie bekam einen kräftigen Stoss. Ellen verlor das Gleichgewicht und stolperte über ihre eigenen Füsse. Gerade noch im letzten Moment packte sie eine Hand am Gelenk und zog sie wieder auf die wackligen Beine. „Danke“, schnaufte Ellen Marie ins Gesicht. „Wer war’s?“, fuhr sie mit einer scharfen Stimme fort. „Levin und Noé persönlich“, antwortete Amy und schob einen Erstklässler aus dem Weg. Levin und Noé winkten Ellen auf der Schulhaustreppe schadenfreudig entgegen. „Sehr witzig“, gab sie lauthals zurück. Wobei ihr Noé seine Zunge rausstreckte.

Ihr Lehrer, Herr Müller, kam an diesem Tag etwas verspätet ins leicht muffige Klassenzimmer hineingestürmt. Er war ein guter, netter und witziger Lehrer mit einer dicken Brille. Was seine Haare anbelangte redete kaum jemand darüber. Dunkelbraun, lang, etwa in der Länge von Ellens langen Haaren und einen vollen Bart. Auch wenn sein Aussehen etwas übertrieben ankam. Er war definitiv der beste Lehrer, denn man sich wünschen konnte. Er machte immer spezielle Überraschungen während des Unterrichtes, die ein gewöhnlicher Lehrer nie tun würde. Herr Müller wusste sogar von den zwei Banden in seiner Klasse und fand es meisten ganz amüsant wenn sie sich einigermassen harmlos bekriegten. Die ganze Klasse wusste von den wilden Krallen. Einige hielten es für kindisch, andere beneideten ihren verschworenen Zusammenhalt und Einige hassten sie dafür.                                            Im heutigen Matheunterricht gab es leider keine speziellen Ereignisse und Ellen versuchte, mehr Mals vergeblich ihre komplizierten Aufgaben zu lösen bis sie aufgab. Sie zeichnete ein bisschen am Rande ihres unordentlichen Aufgabenhefts herum und überdeckte die Langweile. An den blütenweißen Ecken erhielt es Katzen, witzige Gesichter und Landschaften. Marie und Amy schrieben neben ihr fleissig ihre Lösungen sauber in das Aufgabenheft. Ellen seufzte innerlich. Wie können sie nur diese Aufgaben verstehen? In Mathematik konnte man nicht sagen sie wäre eine Leuchte aber in anderen Fächer war sie richtig Gut. Doch mit Zahlen hatte sie sich noch nie anfreunden können. Stattdessen weiter zu Rechnen oder zu Zeichen kramte Ellen ein kleines, abgerissenes Papier aus ihrer Hosentasche und schnappe sich einen dicken, blauen Buntstift aus dem gestreiften Etui. Sie schrieb eine eigenartige Nachricht auf den Zettel. 

 M & A WT: dxxEie (habe) hxyLundxe EFAN werden (auf) baxOEld (den) bxxissyig (grossen) und QUALLEfest zuByx beLOPissen (gespuckt) müssen wEir  xxsoUIUfort CbesprTRechen.  TP: braune HASEN Tische 

Vorschicht, damit den Zettel niemand erblicken konnte, reichte Ellen ihn zuerst an Amy weiter. Rasch überflog Amy die knifflige Geheimschrift und reichte es anschliessend weiter. Nur ein Bandenmitglied konnte es entziffern: Marie und Amy wichtiges Treffen: die Hunde werden bald bissig und fest zu beissen, müssen wir sofort besprechen. Treffpunkt: braune Tische.  Marie und Amy nickten ihr kurz zu und lösten die Aufgaben weiter. Die Hunde werden bald bissig und fest zu beissen bedeutet: Die grössten Feinde werden ihnen bald einen miesen Streich spielen. Als Zeichen, dass sie es verstanden haben. Eine Ewigkeit verging, so kam es Ellen zu mindestens vor, bis es endlich zur grossen Pause klingelte.

„ Glaubst ihr die Rache wird bald zurückkommen?“, fragte Marie neugierig als sie sich in einer stillen Ecke bei ein paar alten verlassenen Tischbänken niederliessen, der sogenannte Treffpunkt. Amy biss hungrig in ihr knuspriges Brötchen hinein und nuschelte mit vollem Mund: „ Sie warten nie lange.“ Ellen schwieg einen Moment und dabei kratze sie das Moos von der alten Holztischplatte ab. Dieser Tisch war für diese Bande nicht nur ein gewöhnlicher alter Holztisch mit Sitzbänken. Nein, an diesem Tisch hatten sie vor gut einem Jahr ihre Bande geründet. Amy hatte die grossartige Idee gebracht eine tolle Bande zugründen. Sie wusste von Anfang an in ihrer Bande würden Katzen die Bandentiere werden und wenn Amy eine Band gründen möchte dann musste natürlich ihre beste Freundin Ellen dabei sein. Früher fanden Amy und Ellen Marie ziemlich nervig und dumm aber das Blatt hatte sich gewendet. Erst nach ein paar gemeinsamen Schuljahren, lernten sie Marie richtig kennen. Sie freundeten sich mit ihr an und dabei merken die beiden besten Freundinnen: Marie musste auch zur Bande dazu gehören und die Katze wurde ihr Bandentier. Weil fast jede Bande ein Bandentier bestimmen musste. Ellen schweifte von ihren Gedanken zu Amys Bemerkung hin. „ Heute Morgen hatte Sascha mich so feindselig angestarrt“, erzählte sie. Die blauen Augen von Amy starrten Ellen neckend an. „Vielleicht ist er ja in dich verliebt.“ Marie schmunzelte und machte sich auf eine gereizte Reaktion gefasst.  „Das mit Sascha liegt Jahre zurück“, verteidigte Ellen sich wütend. Sascha war einmal ihr bester Freund aus jungen Kindertagen gewesen, heimlich liebte sie ihn schon seit dem Kindergarten aber irgendwann flatterten die Schmetterlinge davon. Genau so erging es Marie. Sie hatte sich vor nicht allzu langer Zeit in Nino verknallt aber Nino hatte sie so lange geärgert bis sie ihn schliesslich hasste. Amy wechselte wieder das Thema. „ Hoffen wir für uns, die Rache wird nicht so heftig sein, wie der von gestern“. „So dumm sind sie leider“, Ellen zwinkerte ihr mit einem Lächeln zu. „ Am besten wie halten von ihnen Abstand „, schlug Marie vor. „Ja, abgemacht“, stimmte Ellen und im selben Moment ertönte der schrille Schulgong. Marie hielt sich ihre Ohren zu weil sie gerade vor dem Lautsprecher stand aus dem der Gong hinaus schepperte. Gemeinsam sausten sie über den Pausenhof zurück in ihr kleines Klassenzimmer. 

 Nach der Schule liefen sie wie jeden normalen Tag zusammen nachhause. Ellen machte immer einen Umweg damit sie mit Amy und Marie laufen konnte. Am Ende des grossen Schulareales befand sich ein grosses rotes Fussballfeld. Vier Jungs kickten sich einen Ball im Kreis herum. Amy schluckte leise als Levin, Sascha, Nino und Noé sie bemerkten und mit bösen Gesichtern ihnen hinterher blitzten. In den bösen Gesichtszügen spiegelte sich aber auch noch eine leichte Schadenfreude ab.  Die Mädchen beeilten sich um ihren Blicken zu entkommen und verschwanden hastig hinter Lorbeeren Hecke. Sie wussten, die Jungs führten etwas Gemeines im Schilde.                                                                                        

Amy wohnte nur 300  Meter von der Schule entfernt. Somit war er etwa fünfmal so kurz wie Ellens unendlich langer Schulweg. „Sie werden sich wirklich rächen und dies zwar sehr, sehr bald“ meinte Marie und dachte an die hasserfüllten, leicht schadenfreudige Blicke. Ellen sagte nichts stattdessen kickte sie ein Steinchen aus ihrem Wege, der klappernd die Stufen einer kurzen Treppe herunterfiel. Während Marie gleich zwei Stufen auf einem nahm, blieb Amy angewurzelt auf der grauen Stufe stehen. „ Hast du einen Geist gesehen?“, Ellen drehte besorgt ihren Körper, zu der angewurzelten Amy um. „ Sieht doch“, mit einer schrillen Stimme deutete sie mit dem dünnen Zeigefinger auf einen Spielplatz. In Amys Strasse gab es einen winzigen Spielplatz mit einer Schaukel, einer kurzen Rutschbahn und ein altes morsches Kletterhaus. Amy, Marie und Ellen tobten oft nach der Schule auf diesem Spielplatz ein bisschen herum. Denn selten liess sich ein Kind hier blicken. Der Spielplatz war sozusagen ihr Ersatz Bandenquartier. Klar wünschte sich jede Bande ein Quartier aber eine gute Bande konnte auch ohne Bandenquartier existieren. Doch etwas schien verändert. Auf dem gepflasterten Steinboden, dem morschen Klettergerüsten, auf den Bänken und an den Bäumen waren merkwürdige Zeichnen in weißer Farbe angebracht. Als sie das Gelände betraten und die Zeichen inspizierten wollten, stieg den Mädchen die Wut in die Nase. Mit weißer Kreide  stand überall derselbe Spruch.                                                                                                                                                   
  

Die wilden Krallen ist die blödeste und dümmste Bande in diesem Universum!                                                                  

Wutschnauben setze sich Amy auf die einzige, verrostete alte Schaukel. „ Ich glaube es ist klar wer hier randaliert hat?“ knurrte sie und wippte einmal. „ Bei nächsten Regen ist es wieder weg „, Marie versuchte Amy wieder zu beruhigen. Dies war ein bisschen ungewöhnlich für Marie. Sonst war sie diejenige, die sich schneller über Dinge aufregte. Amy schuckelte auf ihrer Schaukel ein wenig wobei ein hässliches Quietschen der verrosteten Ketten folgte. „ Unser Streich ist immer noch um einiges Schlimmer“, gab Amy schliesslich zu. Ellen schlenderte zum morschen Kletterhaus und strich mit dem Finger über die weiße Schrift. Es stammte eindeutig von einer wasserlöslichen Kreide als das weiße Pulver an ihren Finger zurück blieb. Ellen wollte wieder zur Schaukel gehen, da Raschelte etwas aus dem Unterholz. Um den Spielplatz herum ersteckte sich ein winziges Wäldchen mit Bäumen, Büschen und sogar einem Bach. Das Geräusch stammte aus einem dichten Lorbeeren Strauch. Vorsichtig näherte Ellen sich dem Strauch und tippte auf ein Eichhörnchen. Diese buschigen rothaarigen Geschöpfe hatte sie schon oft in diesem Wäldchen gesehen. Ellen beugt den Körper und drückte vorsichtig die Zweige aus dem Weg. Es knackte ein weiteres Mal, nur viel lauter und überhaupt nicht Eichhörnchen ähnlich. Der Strauch zitterte und ein kräftiger Körper sprang schreiend aus dem Gebüsch. Ellen fiel vor Schreck auf den Hintern und erkannte die Person. Die braunen Haare, die ebenso dunkelbraunen Haare und diese hochgekämmte Frisur gehörten zu niemand anderem als zu Noé! Ellen versuchte Marie und Amy zu waren aber ein eiskalter Wasserstrahl von Noés geladener Wasserpistole schoss ihr in die Augen und in den Mund. Drei weitere Jungs stürzten wie hungrige Wölfe aus dem Unterholz, schwerbewaffnet mit vollen Wasserpistolen und Eimern. Auch Marie und Amy waren so verdutzt von diesem Überfall, dass sie vergassen davon zu laufen. Levin hielt Marie fest und Nino leerte ihr unbarmherzigen der ganzen Eimer Wasser über den Kopf. Während Sascha sich Amy vornahm sie von Kopf bis Fuss mit Wasser pitschnass spritze. Mit völlig durchnässten und tropfenden Haaren gelang es Ellen sich aufzurappeln und der Wassermenge die Noé immer noch auf sie feuerte zu entkommen. „ Na, gefällt dir dieser Streich?“, fragte er mit einer süssen Stimme.                                                                                                          „ Nicht schlecht aber der gestrige Streich war um einiges besser“, knurrte Ellen ihm ins Gesicht. „ Von wegen“, rief ihr Levin zu und goss eine weiter Menge über Marie. Die Wut von Marie war jetzt am Höhepunkt. Sie stiess Nino in die nächste Hecke und schleuderte mit einem einzigen Karatetritt die Waffen aus Levin Hand. Die Wasserpistole flog im hohen Bogen durch die Luft landete direkt vor Amys Füssen. Sascha wollte sich auf Amy stürzten aber sie war zu flink und schnappte die Pistole. Jetzt hiess es handeln. Noé wurde durch Maries Manöver abgelenkt. Ellen nutze die Gelegenheit aus und riss ihm die Pistole mit voller Kraft aus seiner grossen Hand. „ Jetzt verschwindet endlich!“, drohend fuchtelte Amy mit der Wasserpistole umher und Ellen versuchte Noé in Schach zu halten. Der dreimal so starke Levin zögerte nicht lange. Er packte Amy bevor sie ihm Wasser anspritzen konnte. Einigermassen sanft warf Levin Amy auf den weichen Wiesenboden und schnappte sich wieder seine gestohlene Wasserpistole. Ellen und Marie hatten nun keine weitere Change. Die einzige Waffe wurde ihnen entwendet und sie selbst landeten im weichen Gebüsch. Zum Abschied schoss den Mädchen noch einmal einen kalten Wasserstrahl ins Gesichte und die Jungs machten sich wie ein schneller Schatten davon. „ Ich bring sie um“, schrie Marie und drückte die nassen Kleider aus. „ Oh, ja wir werden uns wieder Rächen“, Ellen presste ihre tropfenden Haare ebenfalls aus. „ So ist das nun mal mit der Rache“, Amy seufzte laut. „ Also,  ich sollte mich langsam auf den Heimweg begeben.“ „ Wir auch“, entgegnete Marie und linste auf die weiße Armbanduhr. Nachdem sie den Satz fertig gesprochen hatte, verabschiedeten sich Marie und Ellen von Amy. Während Amy einen Seitenweg einschlug, wählten Marie und Ellen den Gegen Weg. Wobei eine leichte Wasserspur auf dem Asphalt zurückblieb.

Marie konnte Ellen schliesslich doch noch einholen, die ein wenig Vorsprung hatte aber nur weil Ellen langsamer gegangen war, damit Marie sie einholen konnte. Gemeinsam überquerten sie eine schmale Strasse, die schon bessere Jahre gesehen hatte. Sie war eher eine Fussgänger Strasse mit vielen Schlaglöchern, nur ab und zu fuhr ein einsames Auto vorbei. Die kleine Seitenstrasse wurde auch oft als Autoabstellstrasse genützt. Auf der linken Seite parkten sechs Autos in einer ganzen Reihe. Marie blieb auf einmal abrupt stehen und schubste Ellen grob hinter ein silbernes geparktes Auto. „Keinen Laut“, zischte sie der verwirrten Ellen zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Comments

  • Author Portrait

    deine geschichte erinnert mich ein bisschen an alte thomas brezina romane - da wird man richtig nostalgisch!

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