Die Pfeiler des Lichts (7)

Darum war sie auch vor dem König geflohen und lebte nun verborgen in einem einsamen, grünen Berg- Tal, in einem kleinen Haus. Dass sie sich ihm entzogen hatte, machte den König sehr wütend und er wollte sie unbedingt wiederfinden und zurückbringen. Doch die Ibranis, welche in der Bergregion lebten, gehörten zu den Rebellen und nahmen sie in ihren Reihen auf. Bei den Rebellen hatte sie auch Haialah, eine entfernte Verwandte, wieder getroffen. Die beiden waren für ähnliche Bereiche zuständig gewesen: Liebe und Gerechtigkeit. Beide hatten ihr männliches Dual, an die finsteren Lande verloren. Das machte sie zu engen Verbündeten und sie liebten einander von Herzen. Mit Haialah verband Ashalia mehr als mit irgendwem sonst. Selbige, war in gewisser Weise ihr neues Dual geworden. Haialah war eine Kriegerin, mit dunkelrotem, lockigem Haar. 

Eine Amazone, welche Ashalia Kraft und Sicherheit vermittelte, und Ashalia war das Herz der Verbindung, eher sanft und versöhnlich. Zusammen gaben sie ein perfektes Team ab und sie rüsteten sich nun dafür, dem König entgegenzutreten und ihn zum Rücktritt zu bewegen. Er war kein guter König! Denn er war es, der eigentlich den Einflüsterungen von Azael immer mehr anheimfiel und das Schlimme daran war, er merkte es nicht mal…


5. Kapitel

Jael und Jaella, waren zwei junge Aciras, welche einst ebenfalls als Dualpaar, erschaffen worden waren. Sie hatten das grosse Glück, noch zusammen zu sein. Obwohl manchmal fragte sich Jael schon, ob sie zwei wirklich Grund zu Freude haben konnten, denn wie die Ibranis, war ihr Volk fast krankhaft darum bemüht, die Schönheit und Harmonie ihrer einstigen Heimat auf die Ebene zu ziehen, in der sie sich nun befanden. Jael und seine Frau, litten sogar ganz besonders, denn sie waren einst ein wichtiges Fürstenpaar gewesen, für welche Schönheit und Harmonie, wie ein Lebenselixier war. Alles versuchten sie zu perfektionieren, es noch schöner, noch anmutiger, noch herrlicher zu gestalten. Daran waren sie schlussendlich dann auch gescheitert. Sie waren auf einmal nicht mehr so überzeugt, von der Vollkommenheit ihrer einstigen Heimat gewesen und mit der Zeit, hatten sie tatsächlich geglaubt, dass sie etwas verändern mussten. Je mehr Vielfalt um sie herum entstanden war, umso mehr, begannen sie sich an gewissen Dingen zu stören. Sie gehörten mit Azael zu den Ältesten, der göttlichen Geschlechter und je mehr dazukamen, umso mehr unterschiedliche Lebensweisen, wurden praktiziert. Es gab einige Spätgeborenen, die nach ihrer Meinung, alles viel zu lasch angingen. Die Ausdrucksweise, wurde immer weniger gewählt und auch sonst gab es da und dort eine Menge Makel zu beklagen. Die Spätgeborenen legten nicht mehr denselben Wert auf Perfektion, wie sie selbst es taten, oder zumindest, dachte das Fürstenpaar dies mit der Zeit. Sie begannen sich immer mehr von den andern abzugrenzen und sich besser als selbige zu fühlen.

Schliesslich errichteten sie hinter hohen Mauern, ihr ganz eigenes Traumreich. Ihre Eitelkeit, hatte sie schliesslich zu Fall gebracht und aus der Einheit der göttlichen Welt gerissen. Sie merkten zu spät, dass sie an ihren einst wundervollsten Fähigkeiten gescheitert waren, indem sie in den Gegenpol selbiger hineingekippt waren und sich dazu hinreissen liessen, anderes Leben als weniger wertvoll zu erachten. So stürzten sie hinaus aus der Harmonie und Schönheit, in die manchmal so schwer erscheinende Welt von Eden.

Als sie hier in dieser Zwischenwelt gelandet waren, hatten sie sich zuerst kaum zurechtgefunden. Sie glaubten den Verstand zu verlieren, denn hier war alles so viel grobstofflicher, so… unbeschreiblich kummervoll. Dazu kamen noch die Schuldgefühle, die an ihnen nagten. Als sie sich wieder einigermassen gefangen hatten und der Schwelle zum Wahnsinns um Haaresbreite entkommen waren, beschlossen sie, alles wieder gut zu machen. Sie errichteten neue Bauwerke, die möglichst im Einklang und zur Aufwertung der Umgebung, erdacht waren. Sie liebten es natürliche Materialien, wie Holz, Bambus etc. zu verwenden. Die Gebäude wurden verziert mit wunderschönen, edlen Schnitzereien und bunt bemalt. Die Edelmetalle und Edelsteine, von denen es in ihrer Gegend zu genüge gab, wurden poliert und geschliffen, bis ihre innerste Schönheit so richtig zum Ausdruck kam (eine blasse Erinnerung, an die wundervollen Mineralien, in ihrer einstigen Heimat). Dann wurden sie für wundervolle Einlegearbeiten an den Gebäuden und auch für Verzierungen an edler Kleidung, Schmuckstücken und Einrichtungsgegenständen, verwendet.

Ihre Pärke waren unvergleichlich, das milde Klima hier im Süden, trug seines dazu bei. Es gab wunderschöne Teiche, in denen bunte Fische schwammen und welche geziert wurden, von Lotusblumen und Seerosen, in allen erdenklichen Farben und Grössen. Die Aciras verspürten die innige Sehnsucht, sich durch ihre harmonische, voller Liebe gestalteten Dörfer, und Pärke, mit den Schöpfereltern und ihren Liebsten, die ihnen teilweise entrissen wurden, zu verbinden. Das war ihre Art, dass was sie verloren hatten, zu kompensieren. Und wenn es nur ein schwacher Abglanz der einstigen Herrlichkeit war, in der sie einst gelebt hatten.

Jael, ein eher kleinerer, zierlicher Mann, mit kurzgeschnittenem, schwarzglänzendem Haar, leicht gelblicher Haut und tiefgründigen Mandelaugen, stand auf der verschnörkelten Brücke, die sich über den Teich, seines hauseigenen Parkes, spannte. Er fütterte gedankenverloren die herrlichen, bunten Karpfen, die unter ihm schwammen und mit ihren grossen Mäulern die Leckereien auffrassen. Er liebte es ihnen zuzusehen. Irgendwie erinnerten sie ihn an die wundervollen Fische in seiner einstigen Heimat, die dort in grosser Zahl in allen Gewässern geschwommen waren und diese wunderschön bunt gemacht hatten. Und doch… war es niemals das Gleiche. Er sehnte sich so unglaublich nach seinem alten Leben zurück. Er hasste dieses Leben, er hasste diesen, so schwer erscheinenden Körper, in dem er nun gefangen war. Früher hatte er durch blosse Gedankenkraft an beinah jeden Ort gelangen können, den es in den endlosen Weiten des göttlichen Universums gab. Nun war er, zusammen mit seinesgleichen, hier gefangen, an diesem Ort… In Fesseln gelegt… seine einstige Grösse verblasst. Er schämte sich, dass er auf solch schändliche Weise versagt hatte und nicht dort oben hatte bleiben können, wie einige seiner engsten Freunde, die sich nicht wie er, so von der Eitelkeit hatten verderben lassen. Alles was er machte, alles was sein Volk machte und vollbrachte, war nur dazu da selbige, und ihrer aller Eltern zu ehren und es half ihnen allen dabei, den Schmerz des Verlustes ihrer Heimat, besser zu verwinden. Genaugenommen war es das einzige, was sie noch über Wasser hielt, mit Ausnahme der Verbindung zueinander.

Jael und Jaella waren auch hier ein mächtiges Fürstenpaar geblieben. Viele ihrer einstigen Anhänger, vertrauten ihnen nach wie vor. Wenngleich es mittlerweile auch einen Kaiser gab, der in der Hierarchie über ihnen stand. Dieser Kaiser hiess Heliel. Sein Dual war Helala. Letztere spielte jedoch eine eher untergeordnete Rolle, was das Herrschen anbelangte. Sie war wunderschön und anmutig und besass ein sanftes Herz. Sie war ihrem Partner gegenüber stets absolut loyal gewesen, darum war sie auch hier unten, obwohl sie hätte oben bleiben können. Das war etwas das Jael manchmal wunderte, denn Heliel war so sehr das Gegenteil, seiner Partnerin. Er war einer von denen, die sich sogar einredeten, dass es richtig gewesen war, sich gegen die, ihrer Ansicht nach, unhaltbaren Zustände, in ihrer einstigen Heimat aufzulehnen. Dass der grosse Geist, schlussendlich diese unreifen Spätgeborenen, aus einem unerfindlichen Grund, mehr geliebt hatte als sie, die Frühgeborenen. Wie verblendet doch Heliel und die, die ihm folgten, noch immer waren!

 

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  • Author Portrait

    Mit jedem Volk, das um seine einstige Heimat trauert, leide ich ein bisschen mit - und frage mich trotzdem ab und zu, ob sie nur deswegen leiden, weil sie etwas wollen, das ihrer Vergangenheit angehört. Das ist ein bisschen wie Sportler, die Anfang 20 sind und Weltmeister und dann Mitte 20 glauben, sie seien abgewrackt. Nur weil sie mal noch mehr Leistungsfähigkeit kannten... in Wirklichkeit haben sie immer noch überdurchschnittliche Fähigkeiten und könnten sich etwas anderem zuwenden...

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