Die Schule der Wächter

  Krankenzimmer:

„He, er wacht auf!“

„Du täuscht dich, Lay. Er schläft tief und fest.“

„Nein, seine Augenlider zucken.“

„Verdammt! Sam! Ich hätte mehr von dir erwartet!“

„Liz! Du sollst nicht fluchen!“

„Hihi, aber hast du gesehen, wie er zusammen gezuckt ist?“

„Ja! Weil er einiges hinter sich hat! War das etwa Absicht?“

„Natürlich. Er muss den Schock von Ifrit überwinden.“

„Wohl eher den Schock, deine Stimme zu hören!“

Samstag Asparagin öffnete die Augen und erblickte verschwommen zwei Gesichter, die sich über ihn beugten. Das eine war schmal und hell, mit zwei großen blauen Flecken, die langsam als Augen zu erkennen waren. Das andere Gesicht war spitz, umrahmt von einer wilden Mähne aus braunen Locken und mit Sommersprossen gesprenkelt.

Sam blinzelte noch ein paar Mal und konnte endlich scharf sehen. Er lag in einem weißen Zimmer, das er sofort erkannte. Viel zu oft war er schon hier aufgewacht.

Er stöhnte.

Die beiden Mädchen grinsten.

„Willkommen zurück bei den Lebenden“, sagte Elizabeth „Lizzy“ Leave, die Braunhaarige. Elaine Leave schwieg, wie es ihre Art war, und fühlte nur vorsichtig Sams Stirn. „Du solltest noch warten, bis du aufstehst.“

„Was ...“, krächzte Sam und stellte fest, dass er heiser war.

Elaine reichte ihm wortlos ein Glas Wasser.

„Du hast vier Tage geschlafen. Es ist der 17. Dezember, du bist in der Akademie und das Gift hast du auch überwunden“, erklärte Elizabeth. „Und wir haben uns vielleicht Sorgen um dich gemacht!“

Sam trank gierig und schaffte es dann, die aufgesprungenen Lippen zu einem Lächeln zu verziehen. „Ihr kennt mich doch.“

Er wollte sich aufsetzen, aber Elaine drückte ihn bestimmt zurück in sein Kissen. „Denk nicht mal dran!“

Sam verzog das Gesicht. Sein ganzer Körper schmerzte von Muskelkater und den Nachwirkungen des Schlangengifts. Und obwohl er wirklich lange geschlafen hatte, fühlte er sich immer noch müde.

„Wo sind die Zivilisten? Luca, Amy und Tobias?“

„Du meinst wohl, dein Schüler und Miras Schülerin“, sagte Elizabeth streng. „Meister Thiel hat natürlich alles schon herausgefunden und war ziemlich … ironisch.“

„Wir haben ihm gesagt, dass du bestimmt deine Gründe hattest, und dass sie außerdem alle drei Talent zeigen“, ergänzte Elaine und reichte Sam einen Keks. „Liz hat übrigens gebacken.“

Sam knabberte an dem Keks, denn plötzlich merkte er, wie hungrig er war.

„Und was ist jetzt mit ihnen?“, fragte Sam.

„Sie sind unsere Schüler“, sagte Lizzy. „Sie warten darauf, dass du wach wirst.“

„Kann ich sie sehen?“, fragte Sam.

„Du musst sogar“, entgegnete Elaine. „Dieser Luca ist kaum von deiner Seite gewichen. Wie Sam und Herr Frodo.“

„Ja, es war furchtbar romantisch“, stichelte Lizzy und Sam warf den angebissenen Keks nach ihr, weil ihm zu mehr die Kraft fehlte.

Comments

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    Heyho Marv :D Hach, was freue ich mich, dass du noch einen dritten Teil dieser wunderbaren Geschichte auf Lager hast. Und das erste Kapitel war nach dem nervenaufreibenden Ende des letzten Teils genau das Richtige, um sich wieder in unsere chaotische Truppe hineinzuversetzen. Obwohl wir hier ganz offensichtlich wieder neuen Zuwachs an Charakteren bekommen. Was ja auch sinnvoll ist, wenn man bedenkt, in welcher Geschwindigkeit ihre Vorgängerinnen und Vorgänger abgetreten sind... Zum Glück hat Sam überlebt, ohne ihn wäre es einfach nicht mehr dasselbe gewesen. Natürlich fehlen seine Schülerinnen alle ebenso, aber mit ihm wäre irgendwie der "Kopf" der ganzen Sache gestorben. Bin ja wirklich gespannt, wie sie unser Dämonisches Geschwisterpaar aufhalten wollen, die haben sich in der Vergangenheit ja wirklich als sehr hartnäckig erwiesen. Hoffen wir, dass sie in ihrem Vorhaben ebenso erfolgreich sein werden, wie Frodo und Sam beim Vernichten des Ringes ;) Und ach ja... Wenn wir hier schon in einer magischen Akademie sind würde ich es als äusserst cool finden, wenn sie es schaffen Tobias von seinem Rollstuhl zu befreien. Liebe Grüsse und bis bald :)

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Fairy Dust

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