Don't touch me

Ich erwachte, weil ich eine Bewegung direkt neben meinem Körper wahrnahm. Ich bemerkte ein fremdes Gewicht auf der Matratze, Hände, deren Wärme ich direkt über meiner Haut spüren konnte. Leise, etwas unregelmäßige Atemzüge. Mir war klar, wer es war. Ganz vorsichtig schob er mein Shirt nach oben und machte sich am Verband zu schaffen. Kaltes Metall schob sich zwischen meine Haut und den Verband und ich hörte, wie der Stoff zerschnitten wurde. Mein Hirn vwar so von seiner Anwesenheit und meiner immer noch anhaltenden Müdigkeit vernebelt, dass ich nichts gegen seine Berührungen unternahm.
Seine Finger lösten den Verband und eine scharfer Schmerz durchfuhr mich und löste mich aus meiner Starre. Zischend sog ich die Luft zwischen meinen zusammen gebissenen Zähnen ein und schlug die Augen auf.
Meine Arme stützte ich auf der Matzrate ab und schob mich ein Stück weiter hoch, was allerdings vor allem dazu führte, das meine Schmerzen zunahmen und seine Hand nun auf meinem Oberschenkel verweilte. Und er machte keinerlei Anstalten sie dort wegzunehmen.
"Ich schaffe es schon selbst, mich um meine Verletzungen zu kümmern", fuhr ich ihn an und schob seine Hand von meinem Bein. Ohne meine Schmerzen zu offenbaren setzte ich mich richtig auf und schob meine Decke von mir, mit der ich mich scheinbar im Schlaf, zugedeckt hatte.
"Du bist eine meiner Soldaten, noch dazu eine meiner besten. Und ich bin Arzt. Du wirst dich also damit begnügen müssen, dass ich mir deine Verletzungen ansehe und dafür sorge, dass sie verheilen. Ich befehle dir als dein König, dich von einem Arzt versorgen zu lassen. Ganz einfach", erwiderte er härter, als ich es erwartet hatte.
"Und der Arzt schleicht sich einfach so in mein Zimmer, hofft, dass ich nicht aufwache und macht sich dann an meinem Verband zu schaffen. Klingt für mich nicht gerade nach einem sehr seriösen Arzt", sagte ich spöttisch.
"Eigentlich war der Plan auch gewesen, hier weg zu sein, bevor du aufwachst. Um genau diese Diskussion zu verhindern", erwiderte er sachlich und erhob sich endlich von meiner Matzratze. Gott sei dank. Sonst hätte ich ihn womöglich in einem schwachen Moment noch zu mir herunter gezerrt, um da weiter zu machen, wo wir vor dem Training aufgehört hatten.
Gleichzeitig ertrug ich ihn keine Sekunde länger, was mir die Kraft gab aufzustehen und den restlichen Verband von meiner Wunde zu reißen. Vor Schmerzen ballte ich die Fäuste, zeigte aber keine Regung meiner Mimik.
"Jetzt hast du sie gesehen. Es ist alles okay. Gib mir das Verbandszeug und verschwinde", noch während ich das sagte, spürte ich, wie mir schwarz vor Augen wurde und stütze mich an der Bettkante ab, um nicht umzufallen. Wahrscheinlich hätte ich einfach nicht so schnell aufstehen sollen, vielleicht lag es auch an der Tatsache, dass ich bei meiner Aktion nicht nur den Verband ab, sondern die Naht erneut aufgerissen hatte. Warmes Blut lief an meiner Seite herunter und der Schwindel ließ nicht so schnell nach, wie ich gehofft hatte. Verfluchte scheiße!
Der König betrachtet mich mit Sorge, unternahm jedoch nichts um mir zu helfen.
Ich hatte meinen Standpunkt klar gemacht.
Um die Blutung irgendwie zu stoppen zog ich mir mein Shirt über den Kopf und presste es auf die Wunde. Gleichzeitig versuchte ich nicht umzukippen, konnte aber meinen Stolz nicht herunter schlucken und mich setzen.
Taumelnd ging ich ins Bad, wo ich es gerade noch schaffte, mich auf dem Waschbecken abzustützen. Warum nur hatte ich mich von dem Idioten verletzen lassen?
Zum ersten Mal seit dem Kampf blickte ich in den Spiegel und erschrak ein wenig über meine bleiche Haut, die den Bluterguss an meinem Kiefer nur noch betonte.
Bevor ich den Blick nach unten auf die Wunde senken konnte, sah ich im Spiegel, wie der König auf mich zu kam. Mein blutdurchtränktes Oberteil, war das Letzte, was ich sah, bevor ich umkippte. Das Letzte, was ich spürte, waren seine Hände, die mich hielten und das Letzte, was ich hörte, waren seine Atemzüge. Dann kam die Schwärze.

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Fairy Dust

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