Draco, der Todesser

Nervös stand Hermine bei der nächsten Stunde im Apparieren neben Harry. Die Bilder der zersplinterten Susan Bones waren noch immer in ihr Gedächtnis gebrannt und sie wusste einfach, dass sie heute wieder nicht von dem einen in den anderen Reifen apparieren würde. Die Angst, dass ihr etwas Ähnliches zustoßen würde, war einfach zu groß.

„Ich weiß nicht, wie lange noch, okay?“

Die wütende Stimme von Draco drang an ihr Ohr. Gleichzeitig mit Harry drehte sie sich dorthin um, wo Draco mit Crabbe und Goyle stand, offensichtlich in einen hitzigen Streit verwickelt.

„Es dauert länger, als ich dachte“, zischte er leiser, nachdem ihm offenbar aufgegangen war, dass jeder ihn hören konnte: „Hör mal, Crabbe, es geht dich nichts an, was ich tue, du und Goyle, ihr macht einfach das, was man euch sagt, und schiebt Wache!“

Hermine wurde bleich. Sie hatte selbst keine Vorstellung davon, was Dracos Plan B war, doch dass ihm seine beiden angeblich besten Freunde nun auf die Pelle rückten, machte es vermutlich nicht einfacher. Und dass Harry neben ihr genau diese Unterhaltung ebenfalls belauscht hatte, war mehr als nur schlimm.

„Ich sag meinen Freunden, was ich vorhab, wenn sie für mich Wache schieben sollen“, mischte sich Harry da auch schon ein. Hermine fluchte innerlich. Natürlich hatte er sofort Dracos Aufmerksamkeit, und natürlich griff Draco sofort zu seinem Zauberstab.

Energisch ergriff sie Harrys Arm und zog ihn von dem Dreiergespann weg, nicht ohne Draco vorher einen mahnenden Blick zuzuwerfen. Zu ihrer Zufriedenheit steckte der seinen Stab wieder weg, wohingegen Harry sich über ihre Einmischung offensichtlich nicht freute.

„Was soll das, Hermine?“, herrschte er sie zwischen zusammengebissenen Zähnen an.

„Oh, ich bitte dich!“, entgegnete sie wütend: „Was willst du denn hier und jetzt erreichen? Willst du dich mit ihm duellieren? Im Unterricht? Ehrlich, Harry, denk nach, bevor du handelst!“

„Malfoy hat Dreck am Stecken! Warum will das außer mir keiner sehen? Warum verteidigst du ihn plötzlich immer?“, verlangte Harry aufgebracht zu wissen, die Arme vor der Brust verschränkt, der Blick finster.

Seufzend fuhr Hermine sich durch ihr Haar: „Ich versuche einfach nur, dich von Dummheiten abzuhalten, okay? Du bist so fixiert auf Malfoy, dass du am Ende nur irgendetwas richtig Blödes anstellst und dann bist du derjenige, der von Hogwarts verwiesen wird!“

Für einen Moment starrte Harry sie weiter finster an, doch dann entspannte er sich schließlich. Ein schiefes Grinsen trat auf sein Gesicht: „Einer von uns muss halt ein bisschen paranoid sein, damit hier alles unter Kontrolle bleibt. Ist schon okay, wenn du die Stimme der Vernunft bist, aber wenn ich Malfoy alleine erwische, wie er was anstellt, werde ich mich nicht von dir zurückhalten lassen.“

Unwohl erwiderte sie sein Grinsen. Sie betete, dass Harry niemals alleine auf Draco stoßen würde. Sie hatte keine Ahnung, was Draco vorhatte, doch sie wusste, wenn er auch nur im Geringsten irgendetwas Verdächtiges tat, Harry würde nicht zögern ihn anzugreifen. Und so sehr sie Draco auch schätzte, im Duell war inzwischen wohl keiner der Schüler hier mehr Harry gewachsen. Sie durfte nicht zulassen, dass Harry ihm irgendetwas antat.

oOoOoOo

Hastig blätterte Hermine durch das Tränkebuch. Es war beinahe Schlafenszeit, doch sie wollte den Aufsatz für Zaubertränke noch heute Abend fertigstellen. Dass sie dieses Buch ausgerechnet nicht ausleihen durfte, erschwerte ihr die Arbeit ungemein. Sie war seit über einer Stunde die einzige Schülerin, die noch in der Bibliothek war, und selbst Mrs. Pince war schon einmal vorbeigekommen, um zu sehen, ob sie tatsächlich immer noch da war.

„Du machst deinem Ruf echt alle Ehre.“

Erschrocken zuckte Hermine zusammen. Ein kurzer Blick nach oben zeigte ihr, dass Draco vor ihr stand, doch sie hatte wichtigere Sorgen: Ihre unbedachte Bewegung hatte einen großen Tintenkleks auf ihr Pergament fallen lassen. Verärgert zog sie ihre Augenbrauen zusammen: „Danke. Guck, was du angerichtet hast!“

Uninteressiert zuckte er mit den Schultern: „Kann ich ja nichts dafür, wenn du so schreckhaft bist.“

„Fahr zur Hölle!“, schnappte Hermine, während sie nach ihrem Zauberstab suchte, um den Tintenkleks magisch zu entfernen. Sie war nicht in der Stimmung für seine Neckereien.

„Ich sehe, du hast den Besen heute besonders tief in deinem Arsch stecken. Dann gehe ich besser wieder.“

Wütend fuhr sie aus ihrem Stuhl hoch: „Was willst du von mir? Ich habe hier in aller Ruhe meine Hausaufgaben gemacht und dann kommst du vorbei und störst mich. Erwartest du dafür jetzt eine Einladung zum Teetrinken?“

Erst, nachdem sie die letzten Worte ausgesprochen hatte, wurde Hermine bewusst, welche Implikationen Teetrinken für sie beide eigentlich hatte. Errötend senkte sie den Kopf, um ihre Locken wie einen Vorhang vor ihr Gesicht fallen zu lassen.

„Eigentlich hatte ich dir nur danken wollen, dass du mich heute Vormittag von einer dummen Aktion abgehalten hast“, erwiderte Draco, einen offensichtlich spielerischen Tonfall in der Stimme: „Aber wenn du mich zum Teetrinken einlädst, wer wäre ich, da Nein zu sagen?“

Sie spürte mehr als dass sie sah, wie er hinter sie trat und sie fest in seine Arme schloss. Für einen Moment ließ sie zu, dass sie einfach nur die vertraute Nähe seines Körpers spürte, seine starke Brust an ihrem Rücken, seine durchtrainierten Arme um ihren Bauch geschlungen. Leise gab sie zurück: „Du reagierst genauso hitzig auf Harry wie er auf dich. Ihr zwei seid einfach zu gefährlich, wenn man euch alleine lässt.“

„Mhm“, schnurrte er in ihr Ohr, während seine eine Hand begann, unter ihrem Rock ihren Oberschenkel zu streicheln: „Da ist es ja gut, dass wir so eine aufmerksame Anstandsdame wie dich haben, was?“

Hermines Atem beschleunigte sich. Ja, sie waren die einzigen beiden Schüler, die noch in der Bibliothek waren, aber Mrs. Pince war noch anwesend und sie wusste nur zu genau, dass diese strenge Bibliothekarin regelmäßig nach ihr schaute. Sie sollte Draco in seine Schranken weisen, jetzt sofort, ehe sie erwischt wurden.

Das Problem war nur: Sie wollte nicht.

Sie ließ ihren Kopf auf seine Brust zurückfallen und entblößte damit ihren Hals. Als habe er einen lautlosen Befehl erhalten, senkte Draco sofort seine Lippen auf ihre empfindliche Stelle knapp unterhalb ihres Ohrs, während seine linke Hand sich spielerisch um ihre Kehle legte. Seine rechte streichelte noch immer die Innenseite ihres Schenkels.

„Ich liebe es, wie du zu Butter in meinen Händen wirst“, hauchte er ihr beinahe unhörbar zu, ehe er seine Hand von ihrer Kehle auf ihre Brüste wandern ließ. Ein Seufzen entfuhr ihr, als er zupackte und begann, ihre Brüste durch den Stoff der Schuluniform zu massieren. Sie wusste genau, wohin das hier führen wurde, und so sammelte sie das letzte bisschen Selbstkontrolle, das sie hatte, und löste sich von ihm.

„Mrs. Pince ist noch hier, Draco“, flüsterte sie errötend: „Wir können nicht … wir sollten gehen.“

Zu ihrem Entsetzen trat ein wölfischer Ausdruck auf Dracos Gesicht: „Warum? Nichts geht über ein bisschen Risiko. Wäre doch aufregend, wenn sie uns entdeckt, meinst du nicht?“

Hastig sammelte sie ihre Papiere und Bücher zusammen: „Du spinnst völlig. Das wäre nicht aufregend, das wäre … Selbstmord. Ich jedenfalls habe nicht vor, mich leichtsinnig von der Schule werfen zu lassen.“

Draco beobachtete sie stumm, die Hände in den Hosentaschen vergraben, während sie ihre Sachen in die Schultasche stopfte und das Lehrbuch ins Regal zurückstellte. Schließlich seufzte er tief: „Schön, du hast ja Recht. Ich gehe dann mal, besser ist, dass du wartest, ehe du mir folgst. Wir wollen ja nicht zusammen gesehen werden.“

„Das war nicht, was ich …“, setzte Hermine an, doch sofort unterbrach Draco sie.

„Ich weiß“, sagte er leise: „Ich weiß. Ich meine es auch nicht so. Ist schon gut.“

Ohne auf ihre Erwiderung zu warten, ohne sie auch nur noch einmal anzuschauen, drehte Draco sich um und verschwand auf leisen Sohlen aus der Bibliothek. Unglücklich schaute Hermine ihm nach. Es war so schwierig mit ihnen. Innerhalb von Sekunden hatte er wieder das Feuer der Leidenschaft in ihr entfacht, hatte sie tatsächlich zu Butter verwandelt, aber sie konnte es einfach nicht zulassen, nicht hier. Natürlich tat ihm ihre Abweisung weh. Sie wünschte, sie könnte ihm zeigen, dass sie ihn genauso leidenschaftlich begehrte wie er sie.

Ungeduldig schüttelte sie den Kopf, packte ihre Tasche und marschierte aus der Bibliothek. Sie durfte sich davon nicht runterziehen lassen. Ihre Beziehung zu Draco war im Moment so ziemlich das Einzige, was ihr noch Freude bereitete, sie durfte das nicht zerstören durch ihre komplizierten Gedanken.

Sie steuerte gerade auf die Treppe zu, die hoch zum Gryffindor-Turm führte, da wurde sie von zwei starken Armen gepackt und in einen dunklen Nebengang gezerrt. Nur der vertraute Körpergeruch hielt sie davon ab, laut aufzuschreien, dennoch wirbelte sie wütend herum, nachdem er sie losgelassen hatte: „Was bei Merlin sollte das? Du hast mich zu Tode erschreckt!“

„So leicht kommst du mir heute nicht davon!“, war alles, was Draco darauf erwiderte. Mit eine schnellen Bewegung nahm er ihr die Schultasche ab, ließ sie unachtsam zu Boden fallen, und dann überfiel er sie.

Ohne auf ihren überraschten Protest zu hören, wirbelte er sie herum und setzte sie auf einer der erhöhten Fensterbänke ab. Ihr blieb keine Zeit, irgendeine Frage zu stellen, denn sofort verschloss er ihre Lippen mit seinen, während seine Hände gierig an ihrer Bluse zerrten. Ganz offensichtlich hatte er ihr kurzes Intermezzo in der Bibliothek nicht einfach so auf sich beruhen lassen können. Nicht, dass sie irgendetwas dagegen auszusetzen hatte.

Bereitwillig ließ sie zu, dass er ihre Schenkel auseinanderschob, um sich dazwischen platzieren zu können. Seufzend fuhr sie mit ihren Händen durch sein Haar, über seinen Rücken, über seine muskulöse Brust. Es war egal, dass sie hier in einem offenen Gang waren, es war egal, dass sie eigentlich in ihren Schlafsälen sein sollten. Was zählte, waren seine Lippen auf ihren, seine Hände an ihrer Hüfte, seine männliche Härte zwischen ihren Beinen.

Plötzlich löste sich Draco von ihr, legte beide Hände um ihr Gesicht und schaute ihr intensiv in die Augen: „Hermine … ich … du hast keine Vorstellung, wie unendlich wütend Potter mich macht. Da ist einfach … so viel Wut in mir. Und Hass … ich … kannst du …“

Offen schaute sie ihn an. Sie konnte seinen Herzschlag spüren, das Rasen übertrug sich auf ihre Hände, die noch immer auf seiner Brust ruhten. Sie verstand, dass er ihr etwas sagen wollte, sie etwas fragen wollte, doch sie begriff noch nicht, was. Einfühlsam erwiderte sie: „Was auch immer du sagen willst, sag es. Du kannst offen zu mir sein.“

Sein Blick wurde ängstlich, doch er schien sie ernst zu nehmen. Langsam, stockend erklärte er: „Ich muss das loswerden. Ich … ich kann meine Wut nicht … rauslassen. Es gibt nichts … außer dir gibt es niemanden … es ist einfach so viel Hass und Wut und … Dunkelheit in mir …“

Und plötzlich verstand sie. Sie begriff, warum er schon einige Male zuvor so dominant und beinahe beängstigend gewesen war. Er vertraute ihr, deswegen hatte er ihr einen kleinen Einblick gewährt in das, wonach es ihm wirklich verlangte. Und jetzt wollte er ihr mehr zeigen.

„Draco“, flüsterte sie und wie um ihren Worten mehr Bedeutung zu geben, legte sie ihre Hände auf seine: „Ich vertraue dir. Jeder von uns hat diesen Hass, diese Wut. Diese dunkle Seite. Und wir brauchen Menschen, denen wir das zeigen können, sonst werden wir davon verschlungen. Ich kann dieser Mensch für dich sein.“

Sie sah, wie Dracos Adamsapfel hüpfte, als er schwer schluckte. Das Zittern seiner Hände verriet ihr, dass er sich nur schwer unter Kontrolle halten konnte. Geduldig wartete sie auf seine Antwort.

„Bist du dir sicher, dass du verstehst, was ich meine?“, fragte er, die Anspannung in seiner Stimme deutlich hörbar. Sie nickte bloß. Wieder schluckte er, während sie sich ihre Lippen befeuchtete. Sie war sich sicher, dass sie verstand, was er wollte. Und sie spürte, dass sie es auch wollte. Ihr ganzer Körper glühte vor Vorfreude und Aufregung.

Langsam, unendlich langsam ließ Draco seine Hände von ihren Wangen über ihren Hals bis hinunter zu ihrem Ausschnitt gleiten. Sie kamen auf dem Saum ihrer Bluse zu liegen, seine Finger krallten sich in den Stoff. Noch einmal atmete er tief durch: „Sag einfach … sag einfach … Tee … wenn ich zu weit gehe, okay?“

Erneut fuhr sie sich mit der Zunge über die Lippen, während sie einfach mit offenem Mund nickte. Sein Atem ging schwer, seine Augen waren nach unten gerichtet, während er offensichtlich darum kämpfte, sich zu erlauben, seine Kontrolle aufzugeben. Sekunden vergingen, in denen Hermine einfach nur auf seinen blonden Haarschopf hinabstarrte, zwischen ihren Beinen immer noch deutlich seine Erregung zu spüren, seine rauen Hände zu Fäusten geballt an ihrem Ausschnitt.

Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, beruhigt sich sein Atem, das Zittern seiner Hände ließ nach. Langsam wanderte sein Blick wieder nach oben, bis Hermine schließlich in eiskalte Augen schaute, die sie voller Herablassung musterten. Ein Schauer lief ihr über den Rücken.

„Dann wollen wir doch mal sehen, wozu Potters kleine Schlammblutfreundin so alles nützlich sein kann.“

Starke Hände zerrissen ihre Bluse, schoben ihren BH hoch und schlossen sich fest um ihre Brüste. Schmerzhaft fest massierte er sie, ohne auch nur für einen Moment seinen Blick von ihrem abzuwenden. Ein überhebliches Grinsen spielte um seine Lippen. Ein Ziehen in ihrem Unterleib verwandelte sich in beinahe unerträgliche Hitze zwischen ihren Beinen, während sie mit offenem Mund seinen Blick erwiderte.

„Zeig mir, wozu du deinen Mund noch so benutzen kann“, befahl ihr Draco, die Stimme tief und fordernd. Er griff mit einer Hand in ihre wilde Lockenmähne, um sie von der Fensterbank zu ziehen und vor sich auf den Boden zu zwingen: „Vielleicht gelingt es mir ja ausnahmsweise, dich zum Schweigen zu bringen.“

Ihr Blick wanderte zu ihm hoch. Das hier war nicht Draco Malfoy, der zärtliche Liebhaber, der sich um all ihre Wünsche kümmerte. Das hier war der Todesser Draco, der sich unerbittlich nahm, wonach ihm der Sinn stand.

Und dass Draco ihr genug vertraute, um ihr diese Seite zu zeigen, erregte Hermine jenseits aller gekannten Gefühle.

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