Drei Jahre später

Die untergehende Sonne malte ein breites goldenes Band auf das Meer, an dessen Ende Mirkos Motorboot am Steg dümpelte. "Sie müssten längst da sein!" Ein wenig besorgt ließ Selina meinen Arm wieder los, den sie zu sich gezogen hatte um auf meine Armbanduhr zu schauen. "Er liebt den Porsche, Sel, er fährt ihn nicht zu Schrott!" - "Er ist achtzehn, Michael! Musste es gleich dein Targa sein? Mit dem Montarantrieb?" - "Wie gesagt, er liebt ihn! Seit seiner Kindheit!" - "Der ist schon soviel mit Papas Porsche gefahren, Mami, der kann das!" mischte sich nun auch Melina ins Gespräch. "Sogar auf dem Salzburgring! Aber das darf ich dir nicht sagen... Upps!" - "Melina, du bist ein richtiges Tratschweib!"  - "Michael!" Selina strafte mich mit einem entrüsteten Blick. Mirko öffnete zwei kalte Bierflaschen und stellte mir eine hin. "Selina, wenn Michael mit ihm Fahrsicherheitstraining gemacht hat, dann ist der Junge auch für den Porsche fit, also entspann dich!" - "Männer!" sagte Mira! Macht ihr euch nie Sorgen?" - "Glaub mir, Mira, ich hatte für ein Leben schon Sorgen genug!" - "Doch, ja, Michael! Das weiß ich! So war das auch nicht gemeint." Beschwichtigte Mira, die nur zu gut wusste, was mir schon alles widerfahren war. Selina rutschte wie ein Teenager nervös neben mir auf der Bank hin und her. Sie hatte ihre Hand auf meinem Oberschenkel liegen und ich kannte das als Zeichen von banger Nervosität von ihr. Bald würde sie wieder meinen Oberarm würgen. Ich war mir sicher, dass der Junge wusste was er tat. Selina hatte ihn genauso liebgewonnen wie ich. Auch für Melina war er ganz einfach ein großer Bruder geworden und ich war sehr stolz auf meine beiden Mädels, was ihren Familiensinn und ihre Liebe betraf. Es war soweit. Selina klammerte sich wieder mal an meinen Oberarm. "Bleib ruhig Liebling! Du musst dem Jungen mal was zutrauen!" - "Das tu ich doch! Aber ich nehme mir das Recht heraus besorgt zu sein!" Ich hauchte ihr einen Kuss auf die Schläfe. "Du wirst sehen, in ein paar Minuten ist er da, Schatz!" Fast lautlos kam mein weißer Targa um die Ecke, direkt auf die Rückseite der Konoba zu. Nur das Knirschen im Kies und leise Musik waren zu hören...     

Tommy entstieg ihm strahlend, ging hintenrum und öffnete Moni die Tür. Er in weißen Jeans und weißem Hemd, Monika in einem weißen Sommerkleid. Einer Elfe gleich schwebte sie an seine Seite  und hakte sich bei Tommy unter. Ein hübsches Paar kam da auf uns zu. Adrett,  als sei es einem Katalog entstiegen! Erleichtert standen wir alle auf und begrüßten die beiden. Endlich konnte ein schöner langer Familienurlaub bei Mira beginnen...


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