dunkle Worte

Vanessa wachte in einem weißen Bett in einem steinernen Zimmer auf.
Ihr Kopf pochte und sie versuchte sich zu erinnern woher sie diesmal den Filmriss hatte. Kein Alkohol, das stand fest, dafür war der Schmerz zu zentral auf einer Stelle.
Sie war von Allister weg gegangen, und dann hatte sie einen kurzen Stich am Hinterkopf gespürt.
Langsam richtete sie sich auf und sah sich in dem Raum um, am Ende prasselte ein Feuer im Kamin, durch das Fenster schien helles Licht, vor den Fenstern waren keine Gitter, das beruhigte sie schon mal ein wenig.
Als sie Schritte hörte stellte sie sich schlafend, sie spürte wie sie jemand unsanft an der Schulter packte: "Wach auf!"
Vanessa öffnete die Augen und starrte den jungen Mann an der vor dem Bett stand.
Er hatte schwarze Haare, ein bleiches Gesicht und rote Augen, ein Vampir. "Was mache ich hier?", fragte sie und setzte sich, wie gewünscht, auf.
"Erstmal", der Vampir grinste, "muss ich mich für den Schlag auf den Kopf entschuldigen. Ich wusste nicht wer du bist und es schien mir sicherer dich erst einmal auszuschalten!"
"Das ist Entführung, das ist dir klar oder?", fauchte Vanessa ihn an, "Sowas nennt man da, wo ich her komme, Freiheitsberaubung!" Der Vampir lachte: "Ich kann nichts dafür, ich muss auch auf meine Sicherheit achten! Außerdem haben wir dich ja nicht eingesperrt, du solltest mit kommen und uns erklären was du hier zu suchen hast!"
Vanessa folgte ihm in einen großen Saal in dessen Mitte eine Tafel stand. Sie hoffte, das diese Burg und die dort hausenden Vampire ihre Fragen nach dem Hier beantworten konnten.
Ein paar andere Vampire saßen dort und schenkten sich Blut aus einer großen Glasflasche ein.
Einer winkte ihnen freudig: "Cullain, hast du uns etwas frisches zu essen mitgebracht?" Der Vampir an ihrer Seite winkte ab: "Nein, leider nur einen Teufel, aber wir haben noch genug Tamar!" 

Shanora hatte Allister bis zu den Toren der kleinen Burg geführt. Sie lag am Hang des Berges, auf der anderen Seite, er und Vanessa hätten nur weiter rund herum gehen müssen.
Allister kraulte das Kätzchen Shan, welches sich auf seine Schulter gesetzt hatte hinterm Ohr: "Gut, wir sind da, die Frage ist nur wie wir da rein kommen, ich meine freundlich klopfen wird nicht die Lösung sein, oder?"
Shan schnurrte und deutete mit ihrer weißen Pfote auf eines der weiter unten gelegenen Fenster: "Wir steigen durchs Fenster, suchen Vanessa und dann retten wir meinen Bruder, und deine Schwester!"
Allister lachte: "Ich hoffe das funktioniert so einfach wie du es sagst!"
In die Festung zu kommen war nicht wirklich schwer.
Niemand schien sie zu bewachen, obwohl auch eher niemand in eine heruntergekommene Burg einstieg.
Allister überkam ein eigenartiges Gefühl, seine Intuition sagt ihm, dass hier üble Mächte am Werk waren, aber die Vampire, deren Präsenz er wahr nahm, machten ihm keine Sorgen.
"Was hast du?", flüsterte Shan, die seine angespannte Stimmung bemerkt hatte.
"Friss sie mir Haut und Haaren, friss ihre Seelen ganz und gar, schick sie weiter hinab durchs höllische Tor, los, dringe in den Schatten vor!", flüsterte er, "Das wispert jemand, ich weiß nicht wer, aber wir sollten und in acht nehmen! Seine Stimme hallt durch die Finsternis, ich kann seine Macht spüren!" 
"Solch dunkle Worte!", Shan duckte sich auf seiner Schulter "in dem Teil von Elensar, aus dem ich komme, würde man dafür eingesperrt werden!"

Etwas Dunkles rührte sich auf den Zinnen der verfallenen Burg und ein Wesen entsprang dem Schatten.
Die Augen funkelten in dunklem Rot, waren sichelförmig und standen über den Runden Kopf.
Die Säbelzähne sahen aus als würden noch Reste von Blut daran kleben, der Körper erinnerte an den einer Schlange und bewegte sich mühelos durch die Luft.
Vanessa eilte mit den Vampiren auf die Spitze der Festung und musste mit ansehen sie ersten,  die sich dem Monster in den Weg stellten, in der Luft zerrissen wurden.
Das Wesen war mächtig, verschwand im Schatten und tauchte aus dem Schatten wieder auf, Pfeile glitten durch seinen Körper hindurch ohne Schaden zu hinterlassen.
Allister und Shanora waren den Schreien schnell gefolgt.
Shanora fauchte, als sie das Wesen erblickte, und verschwand in Allisters Hemd: "In meiner Lehre haben wir viel über dieses Wesen gelernt! Es heißt Schanolorkus, der Körperlose! Keiner kann es töten, kein Teufel kein Dämon, er wird uns fangen und in sein Verlies aus Schatten sperren, warte, was stand da noch?"
Allister rannte auf das Wesen zu: "Shan, denk bitte schneller, was weißt du noch, es muss einen Weg geben es zu besiegen, oder zumindest zu vertreiben!"
Shan dachte angestrengt nach: "Keiner kann entkommen, außer wenn es die Sonne küsst, aber das tut sie dann aus Wolken nicht gerne! Wir brauchen Licht Allister!"
Der Elf bremste ab, schloss das Kätzchen fest in seine Arme und konzentrierte sich auf seine Kräfte.
Eine Barriere aus Licht erschien um ihn und strahlte.
Schanolorkus brüllte au, als die Strahlen ihn trafen, er musste sich zurückziehen. Das Monster wand sich und verschwand zurück in den Schatten.
Allister lies sich erschöpft zurück fallen, das Kätzchen immer noch sicher in den Armen. Die dunklen Wolken begannen sich zurück zu ziehen, die Sonne schien auf die beiden.
"Ich wäre auch gerne ein Elf!", Shanora rollte sich auf seiner Brust zusammen, "Du bist ziemlich mächtig!"
Allister lachte: "Du, als kleine Schwester von Finn, musst doch viel größere Fähigkeiten haben. Schließlich wurdest du in der Thronfolge bevorzugt und sollst eines Tages Königin werden!" Shan begann mit seinen langen Haaren zu spielen: "Ich weiß auch nicht was das soll, ich kann nicht mal richtig zaubern, immer wenn ich es versuche passiert so etwas wie jetzt, ich bin eine Katze und kann nicht aufhören mit deinen Haaren zu spielen weil sie sich im Wind bewegt haben!" 
Ein Tritt in seine Rippen unterbrach Allister bei dem Gespräch mit der Katze.
"Schön das du auch mal auftauchst!", fauchte Vanessa, "Und dich dann hier hin wirfst und den Helden spielst! Ernsthaft?"
Erst jetzt wurde ihm klar, das die übrigen Vampire sich um ihn versammelt hatten und ihm zu jubelten.
Allister setzte Shan auf seine Schulter und stand lansam auf: "Du bist das Schlimmste was mir je passiert ist! Warum rette ich dich bloß?"
Vanessa verdrehte die Augen: "Retten? Du kommst hier mit deinem Kätzchen an und spielst dich auf! Denkst du ich hätte das alleine nicht geschafft?" 
"Nein, hätte ich nämlich auch nicht!", sagte Allister verdrehte die Augen.
"Eigentlich habe ich euch mit meinem Wissen gerettet!", stellte Shan fest und begann wieder mit Allisters Haaren zu spielen. Allister erklärte ihr das es sich bei seinem Kätzchen um Finns kleine Schwester handelte.
Cullain und Tamar klärten die drei über ihren aktuellen Aufenthaltsort auf. Sie waren in Elensar, aber das Dorf, in welchen Allister und Vanessa noch ihrer Ankunft hier waren, existierte seit Jahren nicht mehr. Dort hatten einst Sklaven des Dunklen frei gelebt, eine Art Backup falls ihm seine ausgehen sollten. 
Sie waren aber in der großen Schlacht am schwarzen Thron alle gestorben. 
"Im Gebirge des Vergessens kann das passieren!", erklärte Cullain, "Wie Zeitsprünge! Vor allem da wo ihr wart, auf den verfluchten Schlachtfeldern! Man kann immer wieder einen Blick in die Vergangenheit werfen, angeblich weil die rastlosen Seelen der Toten die Wanderer verwirren wollen!"
Allister nickte, anscheinend waren abnormle Ereignisse an diesem Finsteren Ort nichts besonderes mehr.
"Aber ein Schanolorkus in Elensar ist nicht normal!", unterbrach Shan den Vampir plötzlich, "So etwas böses gab es nur zu Lebzeiten des Dunklen! Wir sollten diese Bedrohung ernst nehmen!"

Comments

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    Was wohl das Böse in den Lebzeiten des Dunkeln sind????? O.O

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