Ein beißender Geruch lag in der Luft. Es war kalt und dunkel. Im Hintergrund rauschte etwas leise. Drei Personen huschten durch die Dunkelheit. Immer mal wieder rieselten glühende Partikel ein kurzes Stück herab, glühten stärker auf und erloschen dann. In einer Ecke sah man den flackernden Schein eines Teelichts. Überall lagen Staub oder andere Substanzen, deren genauen Wortlaut man nicht auszusprechen vermag. Hier und da sah man schwarze Stiche oder Risse. Es war kalt.
„Schön dass Sie unserer Einladung gefolgt sind.“, hörte man eine Männerstimme.
„Und wir möchten jetzt gar nicht lange fackeln.“, sprach er weiter und zuckte zusammen.
Aus dem kleinen schwachen Schein des Teelichts entwickelte sich ein großer Feuerball. Er schoss explosionsartig in die Höhe und erhellte für einen kurzen Moment die Umgebung. Dann erlosch er, bevor er die ehemals weiße Decke erreichte. Alles wurde mit einem lauten zischen begleitet.
„Ich möchte jetzt nicht große Töne spuckten…“, setzte der Mann an doch nun wurde er wieder unterbrochen. Ein extremlauter und tiefer Ton schallte durch den Raum. Er klang wie ein Schiffshorn von einem der Kreuzer.
„Einige Kippsachen wären ja uninteressant.“, rief er laut, als der Ton langsam weniger wurde.
„Jetzt habe ich ihn gerade umgekippt.“, meinte eine Mädchenstimme. Es war still. Totenstill.
„Schnell, wisch ihn auf, und Kipp ihn zurück.“, meinte eine Jungenstimme. Sie Kippt etwas und der Ton kam wieder. Er war zwar  nicht mehr so intensiv, aber dennoch noch laut und kräftig. Er tat richtig in den Ohren weh.

„Und ein Feuerwerk können wir hier leider nicht zünden.“, meinte wieder die Männerstimme.
Ein Knall. Hinter ihm explodierte etwas in wunderschönen Farben und brannte in gleißend heller Flamme ab.
„Aber dafür haben wir ihnen was zu Trinken mit gebracht. Es soll ja eigentlich ein schöner Abend werden. Der Mann stellte eine Cola-Flasche auf den Tisch.
„Eigentlich dürfen Sie hier ja nichts trinken, aber heute machen wir mal eine Ausnahme. Ich hole nur mal kurz die Gläser. Dann können wir die Cola trinken.“, erklärte er.
„Sie meinen doch bestimmt die Apfelschorle oder?“, fragte wieder der Junge.
„Nein, die Cola. Da steht sie doch.“, meinte der Mann.
„Nee, ich sehe nur Apfel Schorle in einer Cola Flasche.“, wiedersprach der Junge.
„Nein, sieh doch. Da ist Cola drinnen.“, meinte der Mann zu dem Jungen, der sich gerade über etwas gebeugt hatte.
„Einen Moment.“, sagte er. Es piepte dann drehte er sich um.
„Eindeutig Apfelschorle.“, stellte er sachlich fest und widmete sich wieder seiner Tätigkeit. Inzwischen hatte der Mann die Gläser gefunden.
„So schau doch, Cola.“, meinte er, „Hast du das vorbereitet?“
„Ja, habe ich. Soll ich die Apfelschorle eingießen?“, fragte er.
„Bitte.“
Der Junge nahm ein Glass und die Cola Flasche. Er beugte sich übers verdreckte Waschbecken. In dem Moment rutschte ihm das Glas aus der Hand. Es klirrte. Der Junge schrie auf und zog eine blutverschmierte Hand aus dem Waschbecken.
„Herr Handke, haben Sie ein Pflaster zufälligerweise?“, fragte er.
„Nein, aber wasch erstmal die Wunde mit Wasser aus.“, gab er einen Rat und holte Papier von einem Stapel.
Der Junge spülte die Hand ab und hob das Glas, welches er fallen gelassen hatte aus dem Waschbecken. Das Mädchen nahm es und betrachtete die Flüssigkeit, roch leicht daran.
„Blut zu Wein. Respekt.“, meinte sie und goss einen Schluck in das zweite Glas und verteilte sie. Der Junge trocknete seine Hand und füllte drei weitere Gläser. Alle Gläser schäumten auf und dampften. Der Schaum, einer rot, einer blau, ein anderer gelb blieb jedoch bestehen und wuchs langsam weiter.
„Ups.“, meinte der Junge nur und nahm kurzerhand drei Reagenzgläser zur Hand und füllte dort ein.
„Auf Sie Frau Grell. Auf ihren Ruhestand.“, meinte der Mann.
„Auf den Ruhestand.“, wiederholten alle und hoben das Glas.
„Und auf Sie, Frau Rädsch. Auf ihre neue Arbeit, als Direktorin am Helmholtz-Gymnasium.“, meinte der Mann und alle hoben erneut das Glas.
„Bah, schmeckt das Bitter.“, meinte das Mädchen und goss ihren Inhalt in die Flasche zurück. Es zischte und dichter Rauch stieg auf. Er blieb an der Decke wie eine Wolke hängen.
Auch der Junge kippte seine Flüssigkeit weg.
„Halt. Wir haben die Kerzen vergessen.“, meinte Mann und holte ein paar Teelichter hervor.
„Hälst du sie, und ich zünde sie an.“, schlug der Junge vor. Er Zückte ein Streichholz und entzündete es. Dann hielt er die Flamme in das Teelicht.
„Autsch, jetzt habe ich mich verbrannt.“, rief er plötzlich und vor Schreck ließ das Mädchen das Teelicht fallen. Es zischte.
„Mist.“, meinte sie, „Heute geht aber auch alles daneben. Hier ist ein weiteres.“
Wieder hielten sie die Flamme an das Teelicht und diesmal verbrannte sich das Mädchen und ließ wieder das Teelicht fallen. Es zischte ein weiteres mal. Und eine Blaue Flamme kam aus dem Gefäß, wo die Teelichter hineingefallen waren. Sie schlängelte sich nach oben und leckte an dem Rand.
Dann gingen sie aus und es war dunkel. Nur der Smiley, der auf die Glühbirne gemalt war, phosphoreszierte und leuchtete in der Dunkelheit.
„Ich glaube wir hören auf. Das wird sonst nur eine Katastrophe.“, meinte der Mann.
Auch er holte sich einen Stuhl heran und setzte sich. Sie kamen ins Gespräch. Frau Grell erzählte von all ihren Dienstjahren.
„Ich habe den Bildungsauftrag nicht erfüllt. Ich habe mit den Schülern Wein selbstgebrannt. Er hat nie geklappt er ist immer in Essig umgekippt. Nur ein Mal. Das war vor drei Jahren. Da hatte er geklappt, doch der Druck war zu groß und der Wein ist komplett an die Decke gespritzt.“, erzählte Sie. Und der Junge lächelte wohlwissend. Er hatte die Weindusche zu erste entdeckt.
„Und ich habe mit den Schülern die Nitratwerte aus dem Feldsalat herausgefunden. Der Italienische Bio-Feldsalat hat genauso viel Nitrat wie der normale aus Deutschland.“, sie nickte.
„Wir hatten viel Spaß, doch ich konnte nicht wirklich erklären. Die Leistungskurse waren immer bei mir grottenschlecht. Wir hatten immer einen Durchschnitt von 2,7oder 1,9 aber nie besser. Ich habe den Bildungsauftrag nicht erfüllt. Ich habe versagt.“

Comments

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    Ich tue mich ähnlich wie Maybe etwas schwer zu verstehen, inwiefern deine Geschichte sozialkritisch ist und kann der Handlung schwer folgen, wobei das vielleicht auch daran liegen könnte, dass ich mit Chemie nicht gerade vertraut bin xD

  • Author Portrait

    Ich finde es sehr schwierig sich in die Protagonisten hineinzuversetzen. Die ,,Handlung" ist schwer verstehbar. Ich konnte leider die Handlung nicht richtig erkennen. Man weiß nicht richtig, wer jetzt sozusagen die Hauptperson ist. Ich würde jetzt auch nicht unbedingt sagen, dass es Sozialkritisch ist.

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