Ein Funken Wahrheit

Was will sie denn damit? Okay wahrscheinlich will sie sich damit nicht ihr Brot schmieren. Aber was wollte sie damit von mir? Ich meine, ich hatte ihr doch nichts getan oder? Ich kannte sie nicht einmal. Ihre Schuhe waren kaputt und auch auf ihnen waren Blutstropfen zu sehen. Ich war in einem meiner schlimmsten Albträume. Das war die einzige logische Erklärung...oder? Und wenn ich aufwachen, werde ich wieder in meinem bequemen Bett liegen und die Sonnen wird mir durch das Fenster auf die Augen strahlen, so doll das ich blinzeln muss oder? Ich werde froh sein, in diesem Haus, das sich Hotel nennt nicht wohnen zu müssen, oder?

Ich drehte mich ruckartig um und schrie so laut ich konnte:
„Was willst du von mir?", aber meine Stimme klang nicht besonders überzeugend. so kratzend und ächzend, wie von einem kleinen Kind und nicht von mir, sodass ich mir selbst ein kleines Lachen verkneifen musste. Auch wenn das jetzt vollkommen unpassend war. Wahrscheinlich war dieses Lachen eine Mischung aus Weinen und Lachen. Sie schaute mir verängstigt und hilflos entgegen... Meine Anspannung lockerte sich ein wenig, trotzdem schlug mein Herz immer noch viel zu schnell, mein Atem ging zu schnell und in diesem Moment platzte mein Vater rein.

"Was ich von dir will? Das du leise bist! Ich hab dir doch gesagt du sollst leise sein wir schlafen. Was schreist du also hier so herum?" Er schmiss die Tür so laut zu das der Boden bebte. Als wäre das jetzt viel leiser gewesen?! Anscheinend hatte ich die Tür doch nicht zugeschlossen. Ich war wie angewurzelt, mein Vater hatte mich noch mehr in Schrecken versetzt und mir das Gefühl gegeben ich würde mich doch nicht in einem Traum befinden, obwohl ich davon auch nicht besonders überzeugt war. Es musste also an meiner Müdigkeit liegen, ich sollte schleunigst mein Bett aufsuchen! Ich drehte mich wieder zum Mädchen um. Doch sie war weg. SIE WAR WEG! Weg, wie nicht da, verschwunden, unsichtbar, nicht existierend, abwesend, wie konnte das sein?

Ich blieb noch eine Weile stehen, denn der Schreck war immer noch nicht vorbei, ich hatte Angst sie würde wieder aus dem Nichts auftauchen. Meine Hände waren schwitzig, kalt und mit ihnen hob ich langsam meine Zahnbürste wieder vom Boden auf.
Ich versuchte mir einzureden, dass ich nur halluzinierte, aber so ganz konnte ich mir das nicht glauben. Schließlich brachte ich meinen Körper dazu, sich aus dieser steifen Lage zu befreien und mich langsam und mit immer doller werdenden Herzschlag, zum Waschbecken zu bewegen. Schnell griff ich nach meiner Waschtasche und rannte mir Panik-Attacken auf den Flur.

Zuerst schlich ich in unser Zimmer um meine Sachen abzulegen und dann fest entschlossen durch die Gänge um mir das Bild noch einmal anzuschauen, ob hinter dem Bild ein Gang war. Ich wusste auch nicht warum ich so gestört war? War ich verrückt geworden? Was redete ich mir ein? Eigentlich wusste ich das ich nicht einschlafen könnte und versuchte mich noch ein wenig abzulenken, aber war es auf diese Weise sinnvoll? Leider war mir dieser Gedanke erst gekommen, als ich aus dem Zimmer gegangen war und die Tür leise schloss.... MIST, ich hatte den Schlüssel vergessen, also entschied ich mich doch für einen Rundgang durch das Haus.

Ich ärgerte mich bei jedem Schritt mehr. Ich ging vorsichtig zur Treppe, sie knarrte relative leise, bei jedem meiner Schritte. Ich hob das Bild an. Dafür musste ich mich aber ziemlich weit über das Geländer lehnen. Ich zitterte,... viel mehr zitterten meine Arme und meine Füße, vor Anstrengung. Ich streckte mich und mein Pullover rutschte etwas hoch, so dass mein Bauch auf dem kalten Treppengeländer lag und ich die Kühle spürte, die durch meinen Körper floss. Ich hob es nur ein wenig an, aber ich konnte nichts sehen. Das Geländer, war viel zu weit davor. Ich fasste hinter das Bild an die Wand, doch nichts. Als ich das Bild wieder vorsichtig zurück hängte, trat ich aus versehen, zu doll auf eine sehr Morsche Treppenstufe und es knarrte und das nicht gerade leise. Mist wenn das mein Dad jetzt gehört hatte...

Mein Vater kam aus der Tür raus, schmiss sie zu und flüsterte leise verärgert und immer lauter werdender:
„Was machst du denn jetzt schon wieder? Testest du aus wie sich die Treppen anhören? Komm jetzt endlich ins Bett es ist bereits 23:30 Uhr! Ich werde dich nicht noch ein weiteres Mal ermahnen, ansonsten schmeiße ich dich raus und du kannst gefälligst draußen schlafen!" Ach war er mal wieder liebevoll zu mir! Ich verdrehte die Augen, aber so das er es nicht sah, hatte er meine Gedanken gehört? Oder warum passierte genau das, wo vor ich Angst hatte? Das war unfair, selbst wenn ich versucht hätte, es ihm zu erklären, hätte er mich für verrückt gehalten, oder einfach ignoriert.

„Ich hatte Hunger und wollte noch was essen", flüsterte ich verlegen. Er zog die Augenbrauen hoch. „Deswegen hast du dir auch vorher die Zähne geputzt, das macht natürlich Sinn? Und wo wolltest du um diese Zeit Essen her bekommen?", hackte mein Dad nicht glaubend und noch lauter werdender, was in ein verärgertes Schreien überging, nach.
„Verarsch'mich nicht!"
„Ähm ich habe mir die Zähne noch gar nicht geputzt.", meinte ich schnell. „Komm jetzt schlafen!" Er ging rein, wobei er die Tür einen Spalt offen gelassen hatte. Wir hatten uns anscheinend so laut unterhalten, dass es meine Mum mit bekam, denn sie stand an der Tür und winkte mich mit einer verärgerten Kopfbewegung rein. Ich setzte meinen Körper in Bewegung und folgte ihm leise, zog mich schnell um und legte mich nicht weiter rührend ins Bett.

Die Nacht schlief ich unruhig, was wohl daran lag das mir das Mädchen immer noch Angst machte. Ich träumte immer wieder von einem Amulett... Doch plötzlich hörte ich eine Geräusch und schreckte hoch. Ich war mir zwar nicht sicher was ich machen sollte, aber ich wollte auf keinen Fall nach sehen was das war. Dafür war ich nicht mutig genug, außerdem war ich ein Mädchen und keine Kampfmaschine oder eine Entdeckerin, das war der Job von Männern! Klischee halt, na ja zumindest versuchte ich mich dahinter verstecken zu können. Ich verstand so wie so nie warum die Figuren in den Filmen immer so mutig waren,... wahrscheinlich weil sie nur ausgedacht waren.

Ich wurde mitten in meiner Überlegung, gegen meinen Willen aus meinem warmen Bett gezogen und ins Bad gebracht. Als ich ankam sah ich überall gemalte Bilder, Bilder vom Grafen, ja der mit dem Amulett und Bilder von einem Tunnel, welcher eher wie die Kanalisation aussah. Ich ging weiter wieder gegen meinen Willen, dort sah ich am Spiegel ein Bild von mir, von mir mit einem Schwert im Herzen und da war ich mir sicher das ich das war. Ich war völlig fasziniert, war das etwa meine Größte Angst? Eingebaut in einen Traum? Mein Herz schlug so schnell, dass es schon weh tat, meine Kehle wurde enger und ich japste nach Luft. Neben dem Bild war mit rotem Lippenstift Zeichen geschrieben...Ich konnte sie nicht lesen.


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