Ein Funken Wahrheit

"Leandro."
Leandro also?... echt schöner Name...
"So jetzt musst du nicht mehr vom Jungen sprechen.", lachte er und drehte mich zu sich um.
"Schöner Name.", entgegnete ich nur und nahm etwas Abstand von ihm. Es war komisch, ich hatte das Gefühl, als hätte ich eine ganz bestimmte Erwartung an seinen Namen gehabt. Als hätte er etwas ganz besonderes sein müssen, was eigentlich völlig schwachsinnig war, denn wie gesagt es war nur ein Name.
"Nicht so schön wie deiner!"
"Siehst du die Plattform dort unten? Lass uns dort hingehen.", bettelte ich und deutete mit meinem Finger auf eine breite Fläche aus Stein.
"Muss das sein? Willst du nicht hier oben stehen bleiben?" Ich liebte das Meer über alles und wollte so nah wie möglich an den hohen Wellen sein. Sie schlugen gerade so am Ende der Plattform an, ehe sie wieder zurück ins Meer flossen. Die salzige Luft stieg mir in die Nase und erinnerte mich an die schönen Urlaube an der Ostsee.
"Och bitte. Ich will den Wellen zusehen und das Rauschen genießen. Außerdem könnte ich dort bestimmt viel mehr verstehen.", versuchte ich ihn umzustimmen und wich immer weiter zurück aus seiner Umarmung. Ich versuchte einen möglichst großen Abstand zwischen uns herzustellen. Nicht weil mir seine Nähe unangenehm war, viel mehr hatte ich Angst ihn könnte der ekelhafte Knoblauchgeruch stören.
"Na gut Prinzessin, dann sieh mal zu wie du dort hin kommst."
"Ich denke du bist ein Vampir? Hilf mir doch einfach."
"Na gut, da bleibt mir wohl nichts anderes übrig. Alleine wirst du es eh nicht schaffen!" Wie bitte? Sah ich wirklich so schwach und einfallslos aus? Nein! Das ließ ich mir beim Weitem nicht gefallen!
"Wie bitte? Na klar kann ich das alleine schaffen, ich habe nur keine Lust.", protestierte ich, schritt zum Abhang und starrte viele Meter weit nach unten, bis ich den Sand erspähen konnte.
"Ha, beweis es!"
"Wie alt bist du? Das ist völlig kindisch und nicht mein Niveau!"
"Na wie du meinst, aber schaffen würdest du es trotzdem nicht.", grinste er und wandte seine Blicke von meinem schmächtigen Körper ab. Was bildete er sich ein? So etwas Arrogantes ist mir noch nie begegnet!
"Na gut wenn du mir nicht glaubst, werde ich es dir wohl beweisen müssen!"
"Sieht so aus.", lachte er amüsiert und verschränkte erwartungsvoll seine Arme vor der Brust. Ich schaute ein letztes Mal die Klippe hinunter und machte mich schließlich breit hinunter zu klettern.
Vielleicht würde ich die kleine Spalte mit meinen Füßen erreichen können, um von dort auf die Plattform springen zu können? Ich kniete mich auf den Boden, ließ die Beine langsam die Klippe herunter baumeln und tastete vorsichtig mit meinem Fuß nach dieser Spalte.

Leandro konnte sich dieses Szenario nicht entgehen lassen und trat etwas näher an mich heran, um mich auslachen zu können, wenn ich etwas falsch machte. Meine Fingerspitzen versuchten etwas Festes auf dem glatten Boden zu finden, um dort Halt zu bekommen. Ich versuchte mich mit gesamter Kraft festzuhalten, doch der rutschige Boden und der starke Wind erschwerte meine Situation. Ich spürte wie ich immer weiter den Abhang entlang rutschte und begann langsam Panik zu bekommen.
Schließlich hingen nur noch meine Fingerspitzen an der Kante zum Boden und ich suchte immer noch vergeblich nach der Spalte. Endlich war mein Fuß auf Widerstand gestoßen. Schnell versuchte ich dort einen einiger Maßen festen Stand zu bekommen und lehnte mich schließlich gegen die Klippen Wand.
Mein Blick wanderte nach unten und ich konnte schnell die Plattform erkennen. Allerdings sah sie plötzlich viel kleiner und weiter entfernt aus, als von oben. Ich atmete ein Mal tief ein, nahm meinen ganzen noch übrigen Mut und Stolz zusammen und sprang schließlich ohne weitere Überlegungen.
Mit einem dumpfen Knall landete ich auf dem Stein und war froh endlich angekommen zu sein. Meine Anspannung lockerte sich und ein breites Grinsen legte sich auf meine Lippen, als ich begriff das ich die Wette gewonnen hatte.
Stolz drehte ich mich um und starrte nach oben. Doch Leandro konnte ich nirgends entdecken.
"Leandro?", rief ich verärgert und rappelte mich schnell auf. Als ich meine Hände vom Boden entfernte, ging plötzlich ein stechender Schmerz durch meine Handflächen. Erschrocken wich ich einen Schritt zurück, als ich die Glassplitter in meinen Handflächen entdeckte.
Na super, erst ließ ich mich auf diesen Quatsch ein und dann das!
"Welcher Idiot muss gerade hier seine Flasche entsorgen?", schrie ich wütend und stampfte ein Mal kräftig mit meinem rechten Fuß auf dem Boden auf.
"Leandro, wo bist du? Das ist echt nicht witzig!", rief ich wütend und ließ meine Blicke durch die Landschaft wandern.

Klatschen drang in meine Ohren und seichte Schritte kamen auf mich zu. Ich drehte mich ruckartig und schaute in seine Augen.
"Ich bin begeistert Prinzessin."
"Nenn'mich nicht so!", rief ich empört und musterte ihn mit vorwurfsvollen Blicken.
"Das hätte ich dir gar nicht zugetraut.", gab er zu und kam auf mich zu gelaufen.
"Siehst du ich stecke voller Überraschungen."Sein Grinsen machte mich wahnsinnig. Nicht nur die spitzen Zähne, die hervorblitzten schienen mich verführen zu wollen, auch die Lachgrübchen die sich in seinem Gesicht bildeten, verzauberten mich.
"Ich bin stolz auf dich.", erklärte er mir und gab mir einen Kuss auf den Hals.
"Lass das!", rief ich wütend und stieß ihn weg von mir.
"Was ist los?"
"Da! Sieh es dir an! Warum habe ich mich überhaupt zu so einem Schwachsinn überreden lassen?"
"Ach Prinzessin, was machst du denn?", fragte er besorgt und griff nach meiner Hand, um sie sich genau anzusehen.
"Ich habe gesagt du sollst aufhören mich so zu nennen! Ich habe einen richtigen Namen! Außerdem wie bist du hier eigentlich runter gekommen?"
"Oh, das tut mir leid. Na gut, wenn du möchtest das ich deinen richtigen Namen verwende, dann werde ich das natürlich tun." Ich mochte wie er mich nannte, Prinzessin, aber wenn er diesen Namen benutzte konnte ich ihm nicht wütend sein und das wollte ich an dieser Stelle auf jeden Fall!
"Ich bin gesprungen."
"Wie gesprungen? das ist doch viel zu hoch!"
"Ich bin ein Vampir, schon vergessen?"
"Ja fast, kannst du mir dann auch erklären warum ich alleine hier hin springen musste?", fragte ich erwartungsvoll und riss meine Hand aus seiner Gewalt.
"Ich wollte nur mal sehen wie du dich so anstellst.", grinste er und hing mir sein Amulett um den Hals.
Für ein paar Sekunden starrte ich ihm verwirrt entgegen und versuchte eine Erklärung aus ihm herauszuquetschen, dann aber bemerkte ich, was das Amulett mit mir anstellte.


So das war erstmal das letzte Kapitel für die nächsten zwei Wochen, da ich jetzt endlich in den Urlaub fahre und dort sehr wahrscheinlich kein Wlan haben werde. Falls doch, update ich natürlich ;)
Dann einen schönen Abend noch :)

Comments

  • Author Portrait

    Hallo :) Leandro also. Nun wissen wir es *g* Wobei ich , weiß auch nicht warum, fast glaube, dass vielleicht nicht sein richtiger Name ist. Aber vermutlich irre ich mich einfach :P Da hat sich Leandro aber einen Spaß erlaubt, und sie da runter krakeln lassen. Im ersten Moment hatte ich die Befürchtung, als sie die blutigen Hände hatte, dass nun irgendetwas passiert, da er ja ein Vampir ist, aber zum Glück war dem nicht so. Aber nun scheint das Amulett ja ihre Wunden zu heilen:) Dann wünsche ich mal einen schönen Urlaub und freue mich darauf, wenn es weiter geht :) Liebe Grüße, Fiamma^^

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media