Die Sonne brannte heiß vom Himmel. Kein kleines Wölkchen spendete Schatten. Die Staubige Straße lag verlassen dort. Hier und da von einem Busch gesäumt, welche aber auch vor sich hin dürsteten. Nichts rührte sich. In der Ferne flimmerte die Luft und es sah so aus, als ob es dort geregnet hätte. Alles lag friedlich in der Sonne. Um der Mittagshitze zu entkommen waren alle Bewohner des Dorfes in die Häuser geflüchtet und hatten die Rollläden hinunter gelassen. Zwei Männer waren auf der Straße. Sie trugen trotz der Hitze eine braune Hose, Stiefel und ein braunes langärmliges Hemd. Die Haare waren zur linken Seite gekämmt. Auf den Schultern trugen sie ein großes Schild. Als sie auf der Höhe der Tankstelle waren, stellten sie das Schild ab. Die Tankstelle war leer. Der Besitzer las im Kühleren Verkaufsraum Zeitung und genoss ein Eis. Ungestört stellten die beiden Männer das Schild auf. Der eine ging auf die andere Straßenseite, während der andere das Schild hielt. Der Mann auf der anderen Straßenseite beguckte das Schild, von allen Seiten. Dann schüttelte er den Kopf. Auch der andere beschaute sich dann das Schild danach und kam zu demselben Schluss. Also nahmen Sie wieder das Schild und trugen es die Hauptstraße weiter hinauf. Vor einer Kreuzung zu einer kleinen Nebenstraße stellten die beiden das Schild wieder ab. Wieder ging der eine auf die andere Straßen Seite und schaute Kritisch, wie sich das Schild machte. Er schien zufrieden. Dann ging er die Hauptstraße zurück um kurzdarauf wieder her zu kommen. Diesmal war er aber nicht überzeugt, dass das Schild dort stehen kann. Er fand, dass man die Schrift nicht so gut lesen konnte. Unglücklich ging er zurück und hielt das Schild, damit der andere auch schauen konnte. Und auch er war der Ansicht, dass man es nicht gut lesen konnte, was auf dem Schild zu lesen war, wenn man die Hauptstraße hinauf kam. Er schlug vor, das Schild mal auf die andere Seite zu stellen. Dann würde das Sonnenlicht nicht so blenden. So schleppten die beiden das Schild auf die andere Seite. Als sie es dort abgestellt hatten, kam eine Frau vorbei, sie schob einen Kinderwagen vor sich her. Die beiden Männer lehnten das Schild an einen Baum und grüßten die Frau vom weiten. Diese blickte kurz erschrocken auf. Dann beschleunigte sie ihre Schritte und ging weiter. „Später werden wir noch mal nach der sehen.“, meinte der eine und der andere willigte ein und meine, dass diese Verhalten verräterisch sei und unmöglich. Doch dann widmeten sie sich wieder ihrer Arbeit. Nun schleppten sie das Schild vor ein Café. Doch dann, als sie sich das Café näher betrachteten sahen sie, dass das Schild hier nicht hinpasse. So schleppten sie es zum Bäcker schräg gegen über. Sie trugen es die Stufen hinauf und stellten es gegen das Geländer. Dann schauten sie wieder nach, ob es dort zu sehen sei und ob man den Text auch gut lesen könne. Zuerst der eine, dann der andere. Doch beide fanden, dass es nicht passe. Sie überlegten wo hin sie es dann stellen können. Neben die Tankstelle am Dorfeingang, oder doch etwas weiter im Dorf und unter die Bäume. Sah man es wenn man es auf dem Marktplatz aufstelle? Kam dann die Botschaft herüber? Sie wussten es nicht. Doch sie waren zu erschöpft um das Schild noch mehrmals durch das Dorf zu tragen. Es war noch heißer geworden. Die Sonne hatte den Höchststand erreicht und es waren gute dreiundzwanzig Grad im Schatten. Ein lauer Wind raschelte zwar in den Bäumen, brachte jedoch keine Abkühlung. Dann kam ihnen eine Idee. Zusammen schleppten sie das Schild wieder zum Dorfeingang. Dort postierten sie es etwas weiter außerhalb und schauten, ob es dort gut zu sehen sei. So war es. Die Straße führte zwischen mehreren großen Feldern Hindurch und somit war die Sicht auf das Schild nicht gehindert. Sie fingen an, ein kleines Loch auszuheben, um dort das Schild hinein zu setzen, als dem einen eine bessere Idee einfiel. Kurz verständigte er sich mit dem anderen und gemeinsam trugen sie das Schild zu einer kleinen Blumeninsel. Dort waren rote und weiße Blumen gepflanzt. In der Mitte waren dunkle Blüten in einem speziellen Muster angeordnet. Die Weißen Blumen beschrieben einen Kreis und die Roten füllte den Rest des rechteckigen Blumenbeetes aus. Es war in der Mitte von der Hauptstraße, so dass die Autos zuerst um einen Kreisverkehr fahren mussten, um in das Dorf zu gelangen. Der eine nahm einen Pflasterstein aus der Reihe und dann half er dem anderen das Schild einzugraben. Beide gingen stolz die Straße aus dem Dorf heraus und betrachteten ihr Werk. Schon von weiten konnte man deutlich die schwarze Schrift auf weißem Grund erkennen. Man konnte schon von weitem lesen: JUDEN SIND HIER NICHT ERWÜNSCHT!      

 

Nach Elisabeth Langgässer                                                                    

 

Comments

  • Author Portrait

    Wow, du hast dir für deine Geschichte wirklich kein einfaches Thema herausgesucht. Mir ist aufgefallen, dass du teils viele Wortwiederholungen (z.B. vom Wort "Schild") nutzt und sehr parataktisch schreibst. Ich weiß nicht, ob das Absicht ist, aber meiner Meinung nach stört das den Lesefluss ein wenig und lässt den Text an manchen Stellen leicht abgehackt wirken.

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