Ein neuer Fall...?

"Was zum Teufel, geht hier vor sich?" entfuhr es Gernot. Langsam verstand er, warum Peter gesagt hatte, er solle den ML aus der Werkstatt schaffen, er traue der Batterie alles zu. Das war einfach nicht erklärbar. Irina hielt Leonhard, der sich in den Kofferraum hineinbeugen und in das Loch sehen wollte am Ellenbogen fest. "Leonhard, bleib da heraußen bitte! Komm jetzt weg von dem Ding!" Ehrliche Sorge um ihn hatte sie befallen. Das hatte er an Irina, die sowieso nicht ängstlich war, noch nie gesehen. "Bitte, Schatz, wir wissen nicht, ob das gefährlich ist, komm jetzt!" Sosehr ihn die Sache an sich interessierte und wunderte, genoss er heimlich,  dass Irina offenbar tatsächlich besorgt um ihn war. So schön sie auch schon immer gewesen war, so etwas frauliches, warmes hatte sie vorher nie gehabt. "Ja, Liebes, ist ja gut! Ich komm ja schon." In gut zwei Meter Entfernung standen sie nun vor dem offenen Kofferraum. Irina hielt Leonhards Arm umklammert, so dass er nicht mehr näher herangehen konnte. "Was hältst du davon, Gernot?" fragte Leonhard. "Ich weiß nicht, was ich davon halten soll! Ich weiß es wirklich nicht. Ich bin mit Leib und Seele Techniker und ich bin mit der Physik normal per Du, das trau ich mir sagen! Aber dafür habe ich keine Erklärung und ich bin überzeugt, dass auch Peter passen muss. Und der ist in Physik noch besser drauf, als ich. Der ist ein intelligenter Kerl, aber das hier verschlägt ihm auch die Sprache, wetten?"

Ricarda saß bei Peter, allerdings auf einem Stuhl, damit er auf dem Klapptableau des Nachtkästchens essen konnte. Für Krankenhauskost, hatte er sich noch nie begeistern können und so packte er bald die Köstlichkeiten aus, die Rupert ihm gebracht hatte. "Die richtigen Freunde muss man haben. Einer bringt Futter, der Andere einen Wagen, wieder Einer noch eine Flasche Schilcher... so lässt es sich schon leben." - "Du hast recht Liebling, deine Freunde sind schon eine Klasse für sich." Das Handy läutete und Gernot berichtete von seiner Entdeckung. "Gernot, sieh zu, dass du das Auto vom Platz kriegst! Lass ihn verschrotten wie er ist. Ich möchte keinesfalls, dass du oder jemand Anderes in deinem Umfeld dadurch zu Schaden kommt. Ich krieg schön langsam Angst. Am Liebsen würde ich hier kurz abhauen, um mir das anzusehen! Ricarda droht mir mit dem Zeigefinger! Wird wohl nichts mit Ausflug!" - "Übrigens ist offenbar noch ein Wunder geschehen, Peter! Irina geht total liebevoll mit Leonhard um. Aber wirklich, weißt du? Die hatte vorhin scheinbar Angst um ihn, als er sich in dein Auto lehnte. Aber echt, nicht gespielt! Die hat tatsächlich Gefühle! Steht ihr gut, diese neue Art, die sie an den Tag legt." - "Ja, ich glaube auch, dass Irina endlich lieb geworden ist. Du kennst mich, ich hatte sie sofort durchschaut und ich bin sehr mißtraurisch, aber ich glaub, sie hat nun mit der Vergangenheit abgeschlossen. Ich wünsch es den Beiden!" - "Ich auch! Darf ich dein Auto also jetzt  wirklich entsorgen, oder möchtest du das selbst noch sehen." Tja, sehen wollte er das schon gerne, aber insgeheim war ihm nicht wohl dabei, wenn sein Wagen auf dem Werkstattgelände verblieb. Man einigte sich, abzuwarten, was der Primar zu Peters Krankenhausaufenthalt sagen würde. Besonders, wie lange der noch dauern sollte. Das sollte sich nachmittags klären. Tatsächlich stellte sich heraus, dass die Schwellung soweit zurückgegangen war, dass Peter morgen eine Kunststoffschiene angepasst werden sollte, mit deren Hilfe er den Fuß wieder teilbelasten könnte. Er könne dann mit Krücken das Krankenhaus verlassen. Ricarda freute sich mindestens ebenso wie Peter. Sie verließ ihn schweren Herzens gegen 15 Uhr, weil sie noch einige Telefonate führen und für Morgen auch noch ein Wenig einkaufen musste. Peter war nun wieder allein. Er lehnte sich zurück und suchte einen angenehmen Radiosender. Hier in Salzburg gingen auch die bayrischen Sender gut rein, und an einem solchen blieb er auch hängen. Nach ein paar Minuten Musik, kamen Lokalnachrichten. Peter wollte schon weiterschalten als er stutzte!

"Das Fahrzeug war gestern Nacht ohne Bordstrom liegengeblieben. Alle Versuche es abzuschleppen oder wieder in Gang zu bringen scheiterten, weil auch den umliegenden Fahrzeugen der Strom ausging. Dazu ein Interview mit Herrn Konrad Leitner, Werkstättenleiter der hiesigen Autowerkstatt." Peter erkannte sofort die Stimme jenes Mannes, mit dem er vor wenigen Tagen telefoniert, ja von dem er schließlich den Golf abgeholt hatte...

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    37 Kapitel sind es schon, freue ich mich auf die weitere Entwicklung und jedes neue Kapitel. :-D

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