Eine lange Nacht...

Tommys Körper fühlte sich kaputt an. Diese Haltung über Stunden aushalten zu müssen war sehr schmerzhaft. Selina hatte gesagt, dass man sich bereits um Oma kümmerte. Das war ihm wichtig und es bruhigte ihn ein Wenig. Was ihn eher beunruhigte, war, dass er Danter schlecht einschätzen konnte! Zwar hatte der ihn bisher aufgrund der Tatsache, dass Tom kooperativ war, bisher halbwegs anständig behandelt, aber er wirkte auf ihn wie eine tickende Zeitbombe. Tommy war froh, sein Handy noch im VW-Bus losgeworden zu sein. Er hatte es in der Gesäßtasche gehabt. So ein ganz flaches Ding. Dadurch war er samt den Handschellen rangekommen. Er hatte es rausgezogen, den Rufton abgestellt und es unter einem Kissen auf der Matratze versteckt. Er war stolz auf sich, auf den Plan, sich orten zu lassen. Hoffentlich hatte Oma es weitergegeben...

Gegen halb vier kam ein Anruf von Max: "Michael, das Handy hat der Junge tatsächlich in der Garage oder dem Auto gelassen. Er ist an einen Stuhl gefesselt. Ein Eingreifen wäre zum jetzigen Zeitpunkt zu riskant. Ich bin dafür, die Polizei einzuschalten. Das würde ich persönlich tun. Die Vorarbeit haben wir geleistet. Eine Spezialeinheit könnte ihn schnappen, wenn er zum Auto geht, vorausgesetzt, er holt sich das Geld ohne den Jungen... Dann würden wir Tom befreien, während die sich Danter schnappen."

Mein Handy lag mit Freisprechmodus auf dem Tisch. Selina und ich schauten uns einen Augenblick lang an. "Du hast freie Hand, Max! Du entscheidest was wann geschieht! Ich weiß, dass ich mich auf dich verlassen kann!" - "Halt mich auf dem Laufenden, wenn er anruft. Ich koordiniere meine Leute und den Einsatz meiner Ex-Kollegen."

Frau Weber hatten wir in der Zwischenzeit überredet sich hinzulegen. Selina und ich saßen noch am Tisch. Sie nahm meine Hand. "Es wird gutgehen, Michael!" - "Ich hoffe es, Schatz!" - "Mel liegt bei uns im Bett. Legen wir uns dazu?" - "Ja. Vielleicht erwischen wir doch noch eine Stunde Schlaf. Ich bin fix und fertig. Mit einer Entführung von Tom hätte ich nie gerechnet. Der hat das auf gut Glück getan. Der weiß noch nicht einmal, in welchem Verhältnis wir zueinander stehn... Aber gut, das weiß ich selbst nicht mehr!" - "Michael! Er bedauert es zutiefst, dass er so gemein zu dir war! Und er konnte es nicht wissen! Du selbst hast dafür gesorgt!" - "Sag mal, bezahlt er dich als seine Anwältin?" - "Du bist gemein!" - "Bin ich nicht! Und ich hab dich auch deshalb lieb, weil du immer alle zusammenführst und für Frieden sorgst, mein Engel." Ich küsste sie sanft und ging mit ihr zu Mel.

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