eine Party für zwei

Wir fahren hier schon um halb fünf los, weil Nolan meint, dass wir etwas länger fahren müssen als zur Schule.        

Ich habe mir heute extra für die Party die Haare frisiert, was ich bisher noch nie gemacht habe.

Ich habe mir Blumen in die Haare gesteckt und um meine Kraft zu trainieren,

versuche ich sie mit meiner Kraft an Ort und Stelle zu halten.    

Umgezogen habe ich mich auch noch einmal, statt meines T- Shirts trage ich jetzt ein gelb- weißes Top.

Ich freue mich schon richtig auf die Party, auch wenn ich dort bestimmt niemanden kennen werde.  

Ich merke, wie mich Nolan aus den Augenwinkeln die ganze Zeit beobachtet, aber ich freue mich schon so auf den Abend, dass ich das wissentlich ignoriere.      

Marcos Haus ist zwar nicht wirklich groß ist aber trotzdem wunderschön.  

In der Straße gibt es viele Häuser die sich ähnlichsehen, aber diese Haus ist einzigartig.

Marco wartet schon an der Haustür auf mich und auch auf Nolan. Als er Nolan sieht runzelt er enttäuscht die Stirn. Aber als er mich sieht hellt sich seine Stimmung wieder auf.

Er sagt:

„Du siehst wirklich wundervoll aus.“

Zu Nolan sagt er:

„Wenigstens hast du dir was Ordentliches angezogen.“

Ich kann mir echt nicht erklären, was die Beiden für ein Problem haben.  

Nolan hat sich nämlich extra die Haare geschnitten, und seine Augen leuchten richtig vor Farbe. Nur an seinem Outfit hätte er ruhig etwas mehr feilen können. Er trägt eine schwarze Jeans und ein einfaches hellblaues T-Shirt.    

Marco führt uns ins Haus und ich bemerke, dass die Party wohl eher klein ausfällt, da bisher nur so ungefähr 12, mit uns 14 Leute da sind.

Und wie befürchtet kenne ich niemanden.

Als erstes fällt mir ein Grufti oder Emo Mädchen auf. Sie steht etwas abseits von den Anderen, sie trägt ein enges schwarzes Kleid, dazu eine Kreuzkette eine Netzstrumpfhose und genau passende Netzhandschuhe, oder wie auch immer man das nennt. Sie scheint sich von den anderen abschirmen zu wollen.

Woher Marco sie wohl kennt?

Neben ihr steht ein Junge, der total ausdruckslose Augen hat und einfach nur in die Gegend starrt. Er trägt ebenfalls schwarz, hat aber eine sehr komische Mütze/Brille auf. Ich kann einfach nicht erkennen was es sein soll, Vielleicht ist es ja eine Pilotenbrille.

In einer anderen Ecke des Zimmers stehen zwei Jungs, die wahrscheinlich Brüder sind. Sie sehen sich total ähnlich und wie befürchtet tragen auch sie hauptsächlich schwarz, süß sind sie aber trotzdem.

Langsam kommt mir der Verdacht, dass ich in meinen hellen Sachen echt wie eine Außenseiterin wirken muss. Zum Glück aber kommen genau in diesem Moment zwei Mädchen die Treppe hinunter. Anscheinend sind sie Zwillinge, denn sie sehen genau gleich aus.

Bis auf den Unterschied, dass die eine sehr streng aussieht und die andere sehr freundlich.

Bevor ich sie mir genauer ansehen kann sagt Marco:

„Kommt mit Leute, wir gehen raus in den Garten! Dort ist es gemütlicher. Und der Grill steht auch schon bereit!“

Ah, also ist das eine Grillparty und keine Emo-party, ich bin ehrlich erleichtert.

Einer der Zwillinge kommt auf mich zu und sagt etwas von wegen ich sei ein Ehrengast und um es noch schlimmer zu machen, kommt die Andere Schwester mit einem Blumenkranz auf mich zu.

Marco und Nolan lachen sich halb schlapp und ich bin erleichtert, dass sie sich nicht gegenseitig die Köpfe abreißen wollen.

Bereitwillig lasse ich mir den Blumenkranz umlegen und flüstere der freundlichen Schwester zu:

„Kannst du nicht auch einen für Marco und einen für Nolan machen?“

Sie fängt an zu lachen und nickt dann.

Schon ist sie verschwunden.

Nolan und Marco sehen mich beide verwirrt an und ich schmeiße nur meine Haare zurück und gehe zu einem Mädchen um mit ihr zu reden.

Das haben die beiden davon mich auszulachen.

Das Mädchen ist ziemlich groß und sieht ausnahmsweise mal nicht aus wie ein Emo. Und, was ich finde für sie spricht, sie trägt eine kleine Katze auf ihrem Arm.

Sie ist richtig freundlich und wir unterhalten uns eine Weile.

Als ich merke, wie ein Junge mit schwarzen Haaren sie die ganze Zeit anstarrt mache ich sie darauf aufmerksam und sie läuft rot an.

Anscheinend sind die Beiden total ineinander verknallt. Ich rate ihr zu ihm zu gehen und gehe weiter.

Als nächstes rede ich mit allen möglichen Leuten. Nolan und Marco reden mit einer Gruppe von Jungs, die alle wild durcheinanderreden. Doch als ich dazu stoße sind auf einmal alle still und sehen mich erwartungsvoll an.      

Weil mir das zu blöd ist, gehe ich gleich wieder weg und ignoriere Marcos und Nolans verwirrte Blicke.

Als ich mich nach meinen nächsten Opfern umsehe, merke ich wie mich ein Junge, der fast schon wie ein Mädchen aussieht, beobachtet.

Ich winke ihm kurz zu und er zwinkert mir zu.

Ich weiß zwar nicht was das soll, will es aber auch gar nicht erst rausfinden.

Also gehe ich an ihm vorbei zu einem kleineren und auch etwas jüngeren Mädchen.

Ich weiß echt nicht was sie hier macht und anscheinend weiß sie es auch nicht. Denn sie steht nur in der Gegend rum und ab und zu liest sie in dem Buch was sie mithat. Neben ihr steht ein anscheinend genauso Planloses Mädchen mit einem Eis in der Hand.

Ich gehe zu den beiden und fange ein Gespräch an. Am Ende sind die Beiden in eine hitzige Diskussion über Krieg und Frieden vertieft. So dass ich mich unbemerkt davonstehlen kann.

Die Beiden scheinen in Ordnung zu sein, aber sicherlich so gut wie nie einer Meinung.

Als letztes sind noch zwei Jungs über, mit denen ich noch gar nichts zu tun hatte. Aber die Beiden sind so in ein Gespräch vertieft, dass ich sie nicht stören will.

Also gehe ich zu der freundlichen Zwillingsschwester zurück und helfe ihr beim Flechten der Blumenkränze.

Am Anfang fällt meiner immer wieder auseinander und sie lacht mich aus, aber mich stört das nicht. Ich probiere es immer weiter.

Am Ende ist er sogar ganz passabel.

Aber weil sie in der Zeit die ich für einen gebraucht habe schon zwei fertig hat, lege ich ihr meinen um den Hals.

Sie strahl regelrecht vor Freude und umarmt mich.

Danach stürmt sie zu Marco und Nolan und während sie ihnen die Kränze umhängt, lache ich mich halb tot, so wie die Beiden vorhin.

An sich ist der Abend wundervoll und macht auch richtig Spaß.

Ich unterhalte mich mit allen möglichen Personen über alle möglichen Sachen.

Nur mit Nolan und Marco unterhalte ich mich komischerweise nicht.

Aber ich sehe mehrmals am ganzen Abend wie die Beiden immer wieder zusammenstehen und ruhig miteinander reden.

Sie können also doch anders.

Das Beste am ganzen Abend ist aber immer noch das Essen.

Die Beiden Emo Brüder stellen sich, als es dunkel ist hinter den Grill und grillen was das Zeug hält.

Am Ende sind alle pappsatt und es gibt noch einmal so viel wie wir gegessen haben.

Alle lachen und haben Spaß. Am Ende sind wir alle noch bis drei Uhr morgens bei Marco, wir wären auch noch länger bei ihm geblieben, aber seine Eltern sind dagegen und schicken uns alle nach Hause.

Nolan und verabschieden uns von Marco und fahren so schnell nach Hause wie wir können, da wir morgen beide Schule haben.

Ich lege mich ins Bett und stelle erstaunt fest, dass ich die Blumen immer noch mit meiner Kraft in meinen Haaren halte.

Wirklich erstaunlich, wie schnell meine Kraft wächst.

Mal sehen, wie stark ich noch werde.

Hoffentlich stark genug um noch ein wenig länger durchzuhalten.

Ich könnte mich an dieses Leben gewöhnen, wären da nicht meine Geschwister die mich umbringen wollen.

Schon bei dem Gedanken daran läuft es mir kalt den Rücken runter.

Ich nehme die Blumen aus meinem Haar und gehe zu Bett.

Hoffentlich bin ich morgen nicht allzu müde.

Bevor ich einschlafe höre ich entfernte Glocken.

Ein Engel ist hier.

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