Engel der Verlorenen (1)

Ich fliege dahin, wie ein Vogel der Nacht, mit schwarzen Schwingen... und darauf leuchtenden Schuppen, aus Sternenlicht. Der Mond küsst meine Haut, der laue Sommer-Wind streichelt mein Gesicht. Ziellos bin ich… endlos... auf der Suche nach etwas, dass sich nicht beschreiben lässt. Mein Körper ist eins mit dem Himmel, eins mit den Gestirnen. Zu viel roter, süsser Wein, pulsiert durch meine Venen und ich fühle mich frei und doch allein. Meine Schwingen, sie tragen mich mühelos, mein nackter Körper, sehnt sich nach Berührung. Die Lust wallt in mir, wird noch angefacht, von meinen schnellen Flug, durch das weite Firmament. In mir brennt eine Sehnsucht, wie ein feuriges Licht...., unauslöschbar, unbeschreibbar... seine Glut droht mich manchmal zu verzehren und dann suche ich die Nähe der Menschen, die Nähe zu dem einen, den ich auserwähle.

In den bunt erleuchteten Bars der Stadt, in den Fluren der kühlen Hotelhallen, in den vielen Clubs, die eine Illusion von wahrem Leben vorgaukeln wollen... suche ich ihn. Jedesmal wenn der Mond voll am Himmel steht, die Wölfe heulen, die Motten, sich am Lichte verbrennen, die Gezeiten steigen und fallen. In einem Dasein, dass doch eigentlich so traurig, schwer und voller Untiefen und Abgründe ist. An diesen Abgründen verweile ich gern, ich suche sie richtiggehend, um selbst das Leben zu fühlen. Um der Menschen Zuneigung, ihrer Leidenschaft, ihrer Not und auch ihren süssen Schmerz zu erfahren. So viel Schmerz..., in diesen gewaltigen, unpersönlichen Städteschluchten. Erleuchtet sind sie, aber doch dunkel in ihren Herzen. Leblos, wie viele der Menschen, die hier weilen... und welche einem stetigen Zyklus von Leben und Sterben folgen. 

Viele habe ich sterben gesehen, viele Seelen angetroffen, die verloren umherwandeln, weil sie nach ihrem leiblichen Tod nicht wissen, wohin sie gehen sollen. Manchmal sage ich ihnen wohin, manchmal auch nicht, weil sie mich meist nicht sehen, oder hören und wenn, dann trauen sie mir oftmals nicht,  Was mich nicht unbedingt verwundert. ein Engel sollte doch weisse Flügel haben, oder nicht? Dabei kann ich doch so viel geben! Besonders jenem, den ich auserwähle… Welcher wird es heute sein? Welcher wird es sein, in dieser heissen, pulsierenden, leuchtenden Sommernacht?

Wer wird in meinem Schosse ruhen, wer wird wie ich die Hitze spüren, die durch den Körper wallt? Die Gipfel der Leidenschaft erklimmen und die grossen Kräfte dadurch nähren...? Wer wird meiner Magie erliegen und danach mein immerwährendes Mal in seinem Inneren tragen… bis er seinen Lebensatem... schliesslich aushaucht, wie viele andere vor ihm.

Denn ich bin die Unfassbare, Unnennbare, Unbegreifbare, das ist meine Natur und ich habe Gefallen daran… denn ich bin... ein Engel der Verlorenen...

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