Erstes Lied - Blutrausch

Der wilde Rhythmus der Kriegstrommeln brachte sein Blut in Wallung. Ungeduldig schlug er seine Axt gegen das Schild mit dem gefürchteten Wappen. Der Eberschädel des Berserkers war überall im Reich bekannt. Allein der Anblick der schwarzen Kompanie unter dem Banner ihres Hauptmanns Fyorr zerschmetterte jedes Feindes Moral.

Der schallende Hornruf kam wie eine Erlösung, und als die kaiserliche Armee sich langsam dem Befehl zum Angriff folgend in Bewegung setzte, war die schwarze Kompanie bereits den halben Weg über das Schlachtfeld gestürmt.

Das Blut pulsierte in seinen Adern, als er wild brüllend zum Sprung ansetzte. Der erschrockene Blick der jämmerlichen Feinde, als Fyorr über den Schildwall sprang, war köstlich, fast so köstlich wie der schmerzhafte Ruck in seinem Arm, als er seine Axt auf den ungeschützten Rücken des nächstbesten niederfahren ließ und scharfes Eisen Fleisch und Knochen teilte.

"Haaaa!" brüllte er wie von Sinnen und schnetzelte die Schildträger nieder. Blut spritzte umher und jämmerlich schrien seine Opfer unter seinen wilden Hieben. Krachend prallten die ersten seiner Männer gegen den Schildwall und hackten sich wild durch die hölzernen Schilde wie wahnsinnige Holzfäller. Brüllend und kreischend brandete die schwarze Kompanie gegen den Feind und schlug eine Schneise der Verwüstung durch die Bresche, die ihr legendärer Kommandant geschlagen hatte.

Schilde splitterten, Schwerter klirrten, Schreie hallten in der Dämmerung. Blut färbte das Gras zu ihren Füßen rot und der schwere Geruch lag schwer in der geschändeten Morgenluft.

Fyorr wich einem Lanzenstoß aus und drehte sich an dem ausgestreckten Schaft der Waffe entlang, bis seine Axt krachend in den Helm und Schädel des mutigen Mannes fuhr, der sich ihm entgegengestellt hatte. Furchterfüllt wichen die Feinde vor dem Berserker zurück, und als endlich der Rest des Heeres auf den Feind stieß, hatte die schwarze Kompanie bereits die rechte Flanke des Hiolund-Stammes aufgerieben und häckselte sich von rechts nach links quer durch die feindliche Armee.

Jeder Widerstand, jeder noch so tapfere Held wurde von ihnen niedergemäht und das Blut ihrer Feinde hatte aus den wilden Männern in ihren schwarzen Rüstungen makabere Dämonen aus der Hölle werden lassen.

Panik griff nach den Herzen der Hiolund und ein allgemeiner Rückzug wurde rasch zu einer heillosen Flucht. Beharrlich und vergebens riefen die kaiserlichen Hörner zum Sammeln, als die schwarze Horde dem Feind nachsetzte wie ausgehungerte Wölfe fliehendem Rotwild.

Erst, als auch die letzte Kraft aus ihren Gliedern gewichen war, gaben sich Fyorrs Männer zufrieden und machten sich daran, die Leichen zu plündern.

Krähen flogen über das Schlachtfeld und als die Strahlen der Morgensonne durch den Nebel brachen, verklangen bald auch die letzten Schreie der Sterbenden.


Comments

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    Okay, dass ist einmal ein recht interessanter Anfang. Die Übermacht gefällt mir allerdings.

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Fairy Dust

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