Es klingelt an der Tür

Es war ein schöner, milder und sonniger Spätmärztag als ich mich in meinen behaglichen vier Wänden wieder ein Mal der Dichtung und des Schriftzeichenschupsen bemühte. Stephen hatte sich mit Tea Urlaub gegönnt und auch sonst waren meine anderen Romanfiguren nicht bei mir vorstellig geworden. So wunderte es mich ein wenig, als es am 21. März an meiner Tür klingelte. Hatte ich einen Besuch vergessen? Denn erwarten tat ich niemanden und meine Romanfiguren klingelten selten, insbesondere Odok, der in diesem Moment mein einziger Verdächtiger war. Ich erhob mich von meinem Drehstuhl und schritt zu Tür. Es klingelte erneut und klopfte.
"Ich komme ja schon." - Na toll, dass klingt wie die Saufbrigade von einem Stockwerk tiefer, dachte ich. Die hatten mir gerade noch gefehlt. Entweder es war der Hauseigene Nazi, der seine rechten Gesinnungen schon mit dem ersten Bier Kund tat oder es war der schimmelige kleine Wicht, der die Bedeutung der Worte: "Nein" und "Ruhezeiten" nie verstanden hatte. Inständig betete ich es sei der Hausnazi, und wann kommt man schon mal dazu sich einen Nazi vor die Tür zu wünschen? Bereit genervt drein zu schauen und wieder ein Mal zu behaupten ich würde im Lernen ersticken und keine Zeit für sie haben, öffnete ich die Tür. Doch zu meinem Erstaunen stand da weder der Hausnazi noch der Schimmelstiefel, nein da saß oder mehr kauerte mit geröteten Augen ein kleines Kaninchen. Aber nicht irgendein Kanninchen, es war Killerbunny.
"Was machst du denn hier?", fragte ich mit ungläubig, großen Augen. 
"Ich..., ich.., ich...", schluchzte das Kaninchen.
"Ruhig, was ist denn los?", erwiderte ich besorgt.
"Ich wurde von zuhause rausgeworfen", brach es in den Tränen aus Meister Lampe heraus, "Ich weiß nicht wohin ich soll, ich hab doch niemanden (weil ich sie alle umgebracht habe) und, und da wollte ich fragen ob du die Gnade hättest micht für einen oder zwei Tage bei dir wohnen zu lassen. 
"Aber natürlich. Komnm erstmal rein."
Das Kaninchen huschte in mein Zimmer und ohne ein schluchzen sagte es: "Das Gepäck steht im Erdgeschoss, holst du das noch?"
Als ich das "Gepäck" (Gemeint war der gesamte Wohnungsinhalt) alleine in den zweiten Stock gebracht hatte, stellte ich fest, dass das Kaninchen sich in meinem Zimmer schon vollkommen eingerichtet hatte. Warum hatte ich bloß das Gefühl, dass das nicht nur ein oder zwei Tage werden würden...?

Comments

  • Author Portrait

    Na, was könnte bloß schiefgehen, wenn man ein mordendes Kaninchen bei sich aufnimmt? :D Auf den weiteren Verlauf der Geschichte freue ich mich schon :)

  • Author Portrait

    Kling schon mal vielversprechend, bin gespannt auf die Fortsetzung! 5/5

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Fairy Dust

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