Eisweiße Schollen schwammen träge über das unruhige, tiefschwarze Meer. Leuchtfeuer zogen ihre Bahnen über unsere Köpfe hinweg und brachten die Eisriesen und die Wellen selbst zum leuchten. Gebannt starrten wir auf das Schauspiel, als wir mulmigen Gefühls eine Regung sahen: in den aufgewühlten Fluten tauchte etwas auf und etwas tauchte wieder unter. Wir erkannten es nicht.

Unter wässrigem Himmel scheint keine Sonne, kein Lichtstrahl hindurch. Nicht so in dieser Nacht, da das Sternenlicht, dem Tage gleichend, mich aus meinem steinernen Schlaf erweckte. Zum Wellendach schwimmend sah ich den Rumpf eines schwebenden Kahns, der sich wohl auf seiner letzten Fahrt befand.

Comments

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    Deine Art zu schreiben ist wirklich faszinierend! Die Worte fesseln mich und entführend mich sofort in eine andere Welt. Den ersten Satz mit "Eisweiße Schollen schwammen" habe ich mir laut vorgelesen, weil er so toll klingt!

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    Immer wieder entführst du ins in Welten die uns fesseln, den Atem nehmen und ins eine einzigartige Atmossphäre bringen. Vielen Dank dafür. :D

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    Sehr schöne Kurzgeschichte! Ich kann mich Johhla nur anschließen, die Atmosphäre, die dein Text kreiert, ist wirklich genial. Mystisch, ein wenig bedrückend, aber wunderschön. Außerdem hat dein Text etwas von einem Abschied, vielleicht dem Sterben. Generell bietet die Kurzgeschichte viel Platz zur Interpretation, aber ohne dabei zu unklar zu wirken. Wirklich toll.

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    Ich finde die Atmosphäre deines Textes genial! Einfach klasse geschrieben!

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    Sehr schön geschrieben Vielleicht würde anstatt "da das Sternenlicht" "Wo das Sternenlicht" meines Erachtens her besser passen :)

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