Fragmente

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Kira

Etwas klimperte so leise, wie Glas das an Glas schlug und sanfte Melodien sang. Ich hielt inne, solange ich konnte, hielt den Atem an und wartete auf irgendeine Regung, doch nichts geschah. Vorsichtig ließ ich einen dünnen Lufthauch zwischen meinen Lippen hinausströmen und bemerkte augenblicklich, wie sich Druck in meinem Brustkorb aufbaute und einen stechenden Schmerz in meinen Rippen freisetzte.
Ich blinzelte hinauf zu einer Decke. Sie bestand aus unzähligen funkelnden Farben, einem Meer aus Licht. Was ich für den Klang aneinanderschlagenden Glases gehalten hatte, entpuppten sich als viele hunderte Talismane, die an dünnen Fäden von einer dunklen, hölzernen Decke hingen und das Licht einer matten Glühbirne in tausende Farben brachen. Ihre geschliffenen Formen erzeugten Bilder, ließen Punkte und Schemen über die Wände tanzen.
Ich hatte mir den Himmel anders vorgestellt. Heller, weißer, blendender. Herzlich und warm.
Ganz sachte schloss ich die Augenlider und gab mich den Klängen der singenden Glasscherben hin, bis eine Präsenz in mein Bewusstsein eintauchte, die dort nicht hingehörte. Es war tatsächlich warm. In meinem Inneren empfand ich ein wohliges Taubheitsgefühl. Keine Schmerzen mehr, keine Sorgen. Nur Licht und Wärme.
»Der Himmel existiert nicht«, griff eine beruhigende, kühle Stimme meinen Gedankengang auf und riss mich schleppend aus der Trance, in die ich mich hineinversetzt hatte. »Du hattest einen Unfall und wurdest verletzt. Kannst du dich erinnern?«
Knirschend scharrten vier Stuhlbeine über hölzerne Bodendielen. Eine Gestalt bewegte sich langsam auf mich zu und ließ sich schwer auf der Matratze an meiner Seite nieder. Kurz darauf berührte eine eiskalte Hand mein Handgelenk. Zwei Finger huschten über meinen Unterarm und suchten sorgfältig nach meinem abgeschwächten Puls.
Ich blinzelte hinauf in ein unscharfes Gesicht, umrahmt von langem Haar, in dem die Facetten des gläsernen Windspiels tanzten.
»Du hast mich gerettet«, schlussfolgerte ich mit belegter Stimme, während in meinem Bewusstsein eine unheilvolle Gewissheit Formen annahm. Wieso hatte er mich gerettet? Wieso war er dort gewesen? War er mir gefolgt? Die ganze Zeit über nahe gewesen?
Behutsam beugte sich der Dämon der Länge nach über mich und vor meinen Augen wurde sein Gesicht langsam deutlicher. Ich sah die Umrisse der interessantesten Augen, in die ich je geblickt hatte. Ich sah eine Welt darin, die mir ein Leben lang verwehrt bleiben würde, wenn ich jetzt nicht wagte, seinen Namen auszusprechen.
»Varek«, entfuhr es mir, und kaum dass sein Name über meine Lippen gekommen war, fühlte es sich an, als hätte ich einen Zauber ausgesprochen. Mein Blick klärte sich, all meine Sinne wurden schärfer, meine Instinkte feiner.
Er schenkte mir ein Lächeln so kalt wie jenes, mit dem er sich bei unserer ersten Begegnung von mir verabschiedet hatte. Ein maskenhaftes Lächeln, hinter dem ein Sturm tobte und alles mit sich reißen wollte. Er war aufgebracht und tief in seinem Inneren loderte ein Feuer, so stark, dass es ihn verzehren konnte, wenn er es zuließ. War er so wütend, weil es mir schlecht ging? Weil ich verletzt war?
»Ja.«
Ich wollte die Worte zurücknehmen, doch der Schleier war bereits gefallen und als Kadra erwachte, fühlte ich tief in mir, dass auch sie verstanden hatte, dass ich mit dem Aussprechen seines Namens eine unsichtbare Mauer eingerissen hatte. Er wusste nun, dass ich mich an ihn erinnerte. Dass ich ihm einen Platz in meinem Bewusstsein eingeräumt hatte, ganz gleich wie winzig er auch sein mochte.
Ich wollte den Gedanken verscheuchen, als mit der Wucht eines Hammerschlags meine Erinnerungen einsetzten.
»William!«, kam es über meine Lippen und so blitzschnell, dass ich die Bewegung nicht sah, schoss die Hand des Dämons vor und berührte mit Nachdruck meine Schulter. Verwirrt sah ich an seinem Arm hinab, auf dessen Innenseite schwarze Male, wie Tättowierungen, Symbole einer verlorengegangenen Schrift, prangten. Hastig zog er die Finger zurück und der Ärmel seines Umhangs verbarg die bizarren Zeichnungen auf seiner Haut.
Es schien ihm unangenehm zu sein, sie offen zu zeigen.
Ich hob den Blick und traf den seinen, der mir ohne Worte klarmachte, dass er mich diesmal nicht gehen lassen würde. Nicht, nachdem er mich gerettet und in sein unheilvolles Reich geschleppt hatte. Nicht, nachdem ich beinahe gestorben war und seinen Befehl, Kadra in Sicherheit zu bringen, so offenkundig missachtet hatte.
Doch zu meiner Verwunderung lagen keine Härte und keine Wut in seinen Augen. Nur ein nachdenklicher, fast verträumter Glanz, der mich darüber hinwegtäuschen wollte, wen ich vor mir hatte. Den Mann, der mich mit einem einzigen Gedanken dazu gezwungen hatte, ihn von seinem Speer zu befreien.
»Beruhige dich!«, tadelte er mich, während er mich sacht in die Kissen zurückdrückte. »Ich sah deinen Gefährten aus dem Wrack kriechen, als ich dich mitgenommen habe. Es geht ihm gut. Du kannst dich ganz allein darauf konzentrieren, deine Wunden heilen zu lassen.«
Seinen Worten wohnte eine Macht inne, die meine Zweifel in den Hintergrund drängte. Ich spürte, dass er die Wahrheit sprach. Ich wusste es einfach.
»Danke«, entgegnete ich mühsam. »Da war.. jemand auf der Straße. Ich erinnere mich wieder. Jemand hat uns absichtlich von der Straße abgedrängt.« Ich starrte Varek an, eine unausgesprochene Frage auf den Lippen.
»Nein«, sagte er rasch. »Ich war es nicht. Als ich euch fand, wart ihr bereits verunglückt. Ich konnte den Dämon, der dir das angetan hat, verjagen, aber ich konnte ich ihn nicht zur Strecke bringen. Du hast Hilfe gebraucht. Und ich konnte nicht beides tun.«
»Danke«, wiederholte ich meine Worte noch einmal. Das Sprechen fiel mir von Wort zu Wort schwerer und es schien mir an ein Wunder zu grenzen, dass ich das Bewusstsein nicht verlor. Doch dann dämmerte mir, dass er derjenige war, der mich mit aller Macht bei Bewusstsein hielt. Durch eine bislang verschlossene Tür, die er während meiner Ohnmacht aufgesprengt haben musste, war sein Geist so unnachgiebig mit meinen verbunden, dass es seine Gegenwart war, die meine Wunden schneller heilen ließ und meinen Schmerz dämpfte. Seine Nähe ließ mich klar im Kopf sein und linderte die Schmerzen, die die Heilung verursachen sollte. »Er war aus Knochen, nicht wahr?« Varek blinzelte verwirrt und ich fuhr schleppend fort. »Der Speer, mit dem du an den Baum genagelt warst.«
»Ja, es war Knochen. Hast du Schmerzen?«
»Nein. Wieso hast du mich gerettet?«
»Um meine Schulden beglichen.« Sein Lächeln versiegte. Ich hörte seine Worte, aber irgendetwas sagte mir, dass er log. »Wir sind quitt. Dein Leben für meins.«
»Woher wusstest du überhaupt, dass ich Hilfe brauchen könnte? Bist du mir gefolgt?«
Allein der Gedanke reichte aus, damit mir die Haare zu Berge standen.
Seine Mundwinkel zuckten verräterisch. »Nein. Das muss ich nicht. Kadra und ich waren einst sehr viel tiefer verbunden, als man Wesen durch Magie je verbinden könnte. Ihr Blut hat dein Leben gerettet. Ich hätte es sofort erkennen müssen, aber dort draußen auf dem Baum war ich zu schwach, um die Zeichen richtig zu deuten. Aber nun weiß ich, wer du bist, was du in dir trägst, und ich kann dich überall auf dieser Erde finden. Ich weiß zu jeder Zeit, ob es dir gut geht, oder nicht. Als dein Herzschlag langsamer wurde, habe ich gespürt, dass du sterben könntest. Und ich dachte, angesichts dessen, dass du vor Kurzem mein Leben gerettet hast, wärst du vielleicht dankbar, wenn ich dir denselben Gefallen täte.«
Er sprach von Liebe und Sehnsucht, und es fühlte sich richtig an, ihm zu lauschen. In seinen Worten barg sich so viel Wahrheit, dass ich mich schämte, diese Frage gestellt zu haben.
»Das bin ich. Was hat dich und Kadra so eng verbunden?«
Diesmal antwortete der Dämon nicht. Er entzog mir seinen Blick, hob seine Hand und tastete seelenruhig nach meiner. Langsam strich sein Daumen über meine aufgescheuerten Fingerknöchel. »Je weniger du weißt, desto schneller bist du wieder in Sicherheit.«
In dieser flüchtigen Geste barg sich eine unausgesprochene Wahrheit. Ich schluckte. Die Zärtlichkeit in seiner Berührung galt dem, was in mir war, nicht mir selbst. Und dennoch begannen sich, die winzigen Haare auf meinem Arm aufzustellen.
»Bin ich denn in Gefahr?«
»Ich werde dafür sorgen, dass du es bald nicht mehr bist.«
Auch wenn ich ihn kaum kannte, war ich mir sicher, dass er sich diesem Schwur verpflichtet fühlte. Ich sah eine Entschlossenheit in seinem Blick, die jeden Zweifel ausmerzte. Und plötzlich empfand ich ein seltsames Gefühl von Geborgenheit.
»Ich danke dir«, formte ich mit den Lippen, doch die weiteren Worte versiegten in meiner Kehle. Wieso erschien er mir so seltsam vertraut und doch so fremd? »Wo sind wir?«
»Ich bin hier zu Hause«, entgegnete Varek leise. »Für eine Weile.«
»Und dann? Wirst du wieder einfach verschwunden sein?«
Vareks Aura pulsierte. Tief in seinem Inneren hatten meine Worte eine Lawine losgetreten.
»Ich fürchte, so wird es sein.«
»Wieso?«, murmelte ich und versuchte vorsichtig, mich in den Kissen etwas aufzusetzen.
»Das Wesen, das euren Wagen von der Straße abgebracht hat, ist ein alter Bekannter von mir, der davon ausgegangen ist, dass ich im Wagen sitze.« Er hob den Blick und musterte mich eisern. »Ich habe dich in Gefahr gebracht, indem ich dich nicht fortgejagt habe. Und der Dämon hat nun meinen Geruch an dir wiedererkannt. Wenn ich bleibe, wird er zurückkommen und ich kann nicht immer rechtzeitig zur Stelle sein. Irgendwann wird er Glück haben und du wirst dein Leben verlieren. Aber wenn ich gehe, wird er mir folgen und diese Stadt verlassen.«
»Und Kadra?«
Ich hatte den Atem angehalten, während ich seinen Worten lauschte. Hinter der Fassade bröckelte sein Lächeln. Hinter seinen Worten verbarg sich eine Wahrheit, die ich nur schleppend zu begreifen schien. Etwas Großes, das ich vielleicht besser nicht verstehen wollte.
Zum ersten Mal wandte der Dämon den Blick von mir, als könnte er kaum ertragen, mich anzusehen, doch sein Wanken hielt nur Sekunden an. Rasch gewann er die Fassung zurück und nickte mir zu. »Kadra hatte mehr als siebenhundert Jahre Zeit, um Hilfe bei mir zu suchen. Aber sie hat sich für ein Leben mit dir entschieden und ich besitze nicht das Recht, ihren Wunsch in Frage zu stellen.«
»Hast du sie geliebt?«, flüsterte ich und wünschte noch im selben Augenblick, diese Frage nicht gestellt zu haben. Eisige Kälte kroch durch meinen Körper.
Für einen Augenblick verlor der Dämon die Fassung. Seine Züge entgleisten ihm und die große, runde Pupille verzog sich flackernd zu einer schmalen, länglichen Mandelform. Er sah mich an und ich konnte fühlen, dass sein Atem versiegt war, dass sein Geist schlagartig die Verbindung zu meinem kappte und seine Instinkte für einen Moment die Oberhand gewannen. Der Dämon, der tief in ihm ruhte, begehrte auf und diesmal fiel es ihm schwer, seine Instinkte zu kontrollieren.
»Ja«, antwortete er schließlich. In seiner Stimme flackerte Furcht auf, dann Kummer, dann gar nichts mehr. »Aber das ist sehr lange her und Gefühle verändern sich.«
In seiner Stimme barg sich ein Schmerz, den ich nur allzu gut kannte. Plötzlich wanderten meine Gedanken zu William und ich spürte, wie Unruhe in mir aufstieg. Selbst wenn wir nicht die beste Beziehung führten, so wusste ich doch genau, dass er außer sich sein würde, wenn er mich nicht finden konnte. Und ich fürchtete, dass er sich in Gefahr begeben würde, um mich aufzuspüren. Ja, selbst wenn er alles dafür tat, es sich nicht anmerken zu lassen, aber wenn Gefahr im Verzug war, dann war er die treueste Seele, die ich kannte.
»Hast du sie getötet?«
»Wenn ich sie getötet hätte«, sagte Varek leise, »wieso sollte ich dich dann am Leben lassen?«
»Wirst du das denn?« Ich krallte die Hände in die Decke, zog sie wenige Zentimeter höher und taxierte Varek so eindringlich mit Blicken, dass ich die Kälte, die mich zu ersticken drohte, immer weniger spürte. »Versteh mich nicht falsch. Ich weiß, du hast mich gerettet und du hattest mehr als einmal die Chance, mir etwas anzutun, aber ich bin nicht Kadra und ich kann sie dir nicht wiedergeben. Ich habe Angst..«
Heiß brannten Tränen in meinen Augen. Ich wollte sie fortblinzeln, Varek meine Schwäche nicht spüren lassen, aber mir fehlte die Kraft dazu.
Ich sah, wie seine Augen schmal wurden. Langsam aber stetig huschte ein Lächeln über seine Lippen. »Du hast vor mir nichts zu befürchten, das verspreche ich dir. Mein Interesse an Kadra ist rein sentimentaler Natur. Ich gehörte einer Anderen. Und ich werde schon sehr bald von hier fortgehen und alle Gefahren mit mir nehmen. Aber jetzt wird es Zeit, dass du dich hinlegst, die Augen schließt und loslässt. Du brauchst Schlaf und deine Wunden sind tief.«
Als seine Worte mein Bewusstsein berührten, floss die Kälte aus mir heraus und ich konnte endlich aufatmen. »Du gehörst einer Anderen?«, wisperte ich. Kadra zuckte in mir zusammen. »Ich dachte, eine so tiefe Bindung, ist für ewig?«
Varek entzog mir rasch seinen Blick. Ich sah seine Gedanken abschweifen. Etwas in seinen Augen verfinsterte ich. »Das dachte ich auch. Früher.«
»Hat sie dich mit dem Speer durchbohrt und an den Baum genagelt?«
Der Dämon nickte abgehackt, aber das Thema schien in eine Richtung zu gehen, die ihm sichtlich missfiel und er lenkte rasch ab. »Wichtig ist nur, ich werde dir und deinem Gefährten nichts zu Leide tun. Du hast mein Wort darauf.«
»Danke.«
»Schlaf jetzt«, raunte er mir sanft zu und wieder folgte mein Bewusstsein seinem unnachgiebigen Befehl. Das Bett knarrte, als er sich erhob und ein Teil von mir fühlte sich erleichtert bei dem Gedanken, dass er gehen würde. Doch eine winzige Stimme hinter meiner Stirn konnte jetzt nicht aufgeben.
»Varek?«, flüsterte ich ihm zu und beobachtete, wie er sich im Halbdunkel umdrehte und die Arme vor der Brust verschränkte.
»Du kannst ein Nein einfach nicht akzeptieren, oder?«
»Nein«, entgegnete ich leise und schälte mich ein wenig aus der Decke. »Darf ich dir eine letzte Frage stellen?«
»Nur noch eine, danach wirst du schlafen und dich ausruhen?«
Ich nickte zustimmend. »Wie.. war sie, als sie noch lebte?«
Die Miene des Dämons hellte sich nur schwach auf. Er verzog das Gesicht und schien für einen Moment nachzudenken. Als er schließlich antwortete, war seine Stimme belegt mit einer Friedfertigkeit, die kaum zu ihm passen wollte. »Sie war eine junge, ungestüme Wüstenblume. Wild, wunderschön und frei. Ich habe in tausenden von Jahren kein zweites Mal ein Geschöpf getroffen, das so voller Lebensfreude war, wie sie. Vielleicht ist das der Grund, weshalb sie gegangen ist und dich an meiner Stelle auserwählt hat. In dir kann sie ein zweites Leben führen. Eines, in dem man sie nicht immerzu jagt und hetzt, in dem sie nicht verfolgt und bedroht wird. Mit dir kann sie noch einmal glücklich sein und sich sterblich fühlen. Letztendlich ist das genau das, was jedes unsterbliche Wesen eines Tages anstrebt. Vergänglichkeit. Irgendetwas zum allerletzten Mal fühlen.«
»Auch du?«
Im Leben gab es viele erste und letzte Male. Der erste Kuss, die erste Nacht in einem neuen Zuhause, der erste Abschied von einem geliebten Menschen, die letzten Sekunden eines wundervollen Augenblicks, aber dass man nach dieser Vergänglichkeit streben konnte, stimmte mich traurig. Natürlich wusste ich nicht genug von meinem Gegenüber, um mir ein Urteil über ihn erlauben zu können, aber wenn ich das, was ich mit Sicherheit sagen konnte, auf einen Haufen warf, wollte ich keinen Augenblick an Vareks Stelle sein wollen.
»Ganz besonders ich.« Vareks Stimme wurde leiser, doch ich konnte ihn hören. Sie klang wie ein ebenmäßiges Summen hinter meinen Schläfen. Jedes Wort war so tief in mich eingedrungen, wie eine wärmende Umarmung. Wenn eine Kreatur wie er in der Lage war, ein Wesen wie Kadra zu lieben, wieso hatte ich dann so viele Zweifel an ihr? »Ich würde alles geben, um eines Tages mit ihrer Seele diese Welt verlassen zu können, um für alle Zeit an ihrer Seite zu sein.«
»Aber das kannst du nicht«, vermutete ich. »Und sie auch nicht.«
»Das Schicksal hat eine Entscheidung für uns getroffen, die unabänderlich ist. Kadras Seele wird mit deinem Tode auf die andere Seite gehen und dort ihren Frieden finden. Und ich werde auch in tausend Jahren noch hier sein und mir nie vergeben können, dass ich zu spät begriffen habe, wie wertvoll mir dieser Tod gewesen wäre. Das ist alles, was ich dir darüber erzählen kann. Je tiefer du in meine Geschichte eintauchst, desto größer wird die Gefahr, in die du dich begibst.« In seinen unterschiedlichen Augen funkelte es verheißungsvoll. »Du hattest deine Frage. Jetzt schlaf.«
»Wirst du noch da sein, wenn ich aufwache?«
Mit einem Nicken wandte sich der Dämon ab. »Ich werde da sein.«
Doch diesmal log er.

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beta
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