Geschichte 2: Pelle fährt Bus

Hallo, du! Ich bin`s wieder: Pelle. Schön, daß du mich mal wieder besuchst.
Bist du eigentlich schon mal mit dem Bus gefahren? Fährst du gerne mit dem Bus? Ich auch, obwohl es manchmal auch ganz schön gefährlich sein kann. Das glaubst du mir nicht? Dann pass mal auf, ich erzähle dir, wie es mir bei meiner letzten Busfahrt ergangen ist.

Lisas Mama wollte mit Lisa und mir Lisas Oma besuchen. Ich mag Lisas Oma, weil sie Lisa und mir immer was Schönes schenkt, wenn wir sie besuchen. Aber auch, weil sie ganz, ganz lieb ist.
Wenn wir Lisas Oma besuchen wollen, müssen wir mit dem Bus fahren, weil sie am anderen Ende der Stadt wohnt. Der Bus hält direkt vor unserem Haus, das ist praktisch. An der Bushaltestelle warten immer ganz viele Leute. Ich frage mich, wo die wohl alle hin wollen. Vielleicht besuchen sie ja auch ihre Omas.

Wenn der Bus kommt, nimmt Lisas Mama Lisa immer ganz fest an die Hand, damit ihr nichts passiert., und mich drückt Lisa ganz fest an sich, damit ich nicht runterfalle. Dann steigen wir ein und Lisas Mama kauft eine Busfahrkarte. Kleine Kinder, wie Lisa, und kleine Teddybären, die Pelle heißen, brauchen keine, sagt Lisas Mama. Das finde ich toll!
Lisa und ich sitzen im Bus am liebsten ganz hinten. Lisa kniet sich dann immer mit mir hin und wir kucken durch die große Scheibe. Da kann man ganz viele Autos sehen, die hinter dem Bus herfahren. Manche Autofahrer winken uns auch zu, dann winken wir zurück, das ist lustig. Manchmal setzt Lisa mich auch ganz alleine auf einen Sitz. Dann komme ich mir immer ganz groß vor.

Beim letzten Mal hat sie das auch so gemacht.
Vor uns saßen eine Frau, die Lisas Mama kennt und ein kleiner Junge. Lisas Mama hat sich mit der Frau unterhalten und Lisa sich mit dem Jungen. Kai hieß der. Sie haben so lange geredet, daß sie fast die Haltestelle verpasst haben, an der wir aussteigen müssen. Im letzten Moment bemerkte Lisas Mama das erst. Sie nahm Lisa an die Hand und sagte:
"Schnell, Lisa, wir müssen raus."
Der Busfahrer wollte schon weiter fahren, aber Lisas Mama rief ihm zu, daß sie noch raus müßten und da hat er die Tür noch mal aufgemacht und Lisa und ihre Mama sind ausgestiegen. Dann ist der Bus weiter gefahren und ich... ja, ich saß immer noch im Bus auf meinem Sitz und hatte Angst. Ich dachte, daß der Bus immer weiter fahren würde, bis ans Ende der Welt und da kenne ich doch keinen. Dann mußte der Busfahrer auch noch ganz doll bremsen und ich kippte um und fiel unter den Sitz.

Der Bus fuhr immer weiter und immer mehr Leute stiegen aus, bis nur noch ich da war. Dann hielt der Bus an und der Fahrer machte den Motor aus. Ich lag unter dem Sitz und zitterte vor Angst. Plötzlich hörte ich Schritte. Der Fahrer ging durch den Bus und kuckte, ob alles in Ordnung war. Er kuckte auch unter meinen Sitz und das war mein Glück!
"Nanu, wen haben wir denn da?", fragte er und hob mich auf. Ach, was war ich da froh!
"Du bist ja ein ganz Hübscher", sagte der Busfahrer, "dich wird heute Nacht bestimmt jemand ganz doll vermissen."
Ich dachte an Lisa und wurde ganz traurig.
"Na, mach dir mal keine Sorgen, ich bringe dich ins Fundbüro der Stadtwerke, da kann deine Mama dich morgen früh abholen."
Der Busfahrer war so lieb!
Aber im Fundbüro war es gar nicht schön. Da war es kalt und dunkel und ich mußte die ganze Nacht zwischen Handtaschen und Regenschirmen liegen.

Aber der Busfahrer hatte recht: am nächsten Morgen kamen Lisa und ihre Mama und haben mich abgeholt. Und Lisa hat mir versprochen, daß sie ab jetzt immer ganz doll auf mich aufpasst, wenn wir Bus fahren.

Du siehst also, Bus fahren kann wohl gefährlich sein - wenn man ein kleiner Teddy ist!
Tschüß, bis zum nächsten Mal, dann erzähle ich dir wieder eine Geschichte von mir und Lisa!

Comments

  • Author Portrait

    Wie süss ist das denn!

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media