Harry, die Twins und das Warten

Harry, die Twins und das Warten

Der nächste Morgen verlief relativ fröhlich, indem mich Sirius überraschte und überrumpelte, da er in seiner Hundegestalt im Hauseingang auf mich wartete. Ich blickte erstaunt auf den doch recht großen, schwarzen Hund mit diesen ausdrucksstarken, menschlich wirkenden Augen.

„Willst du mich begleiten? Seit wann weißt du, dass ich um diese Uhrzeit auf bin? Ach, sag nichts, ich weiß es, du hast mich beobachtet, böser Hund!“, war es mir als würde ich Selbstgespräche führen, dabei strich ich über das struppige Fell des Hundes. Ich muss sagen, es erheiterte mich ungemein, denn da hatte mich wohl jemand ausspioniert, was zu komisch war. „Na dann, komm, lass uns Gassi gehen“, lockte ich frech und erntete ein leises Knurren, welches mich kichern ließ.

Ich wollte sehen wie gut seine Kondition war und ob er mit mir bei meinen Runden im Park mithalten konnte. Lasst mich mal so sagen, es war lustig zu sehen wie ihm die lange, große, rosafarbene Zunge zur Seite raus hing und er hechelnd versuchte nicht aufzugeben. Man musste ihm zugutehalten, dass er seit fast einem Jahr in diesem Haus steckte, ohne großen Ausgang, das musste sich einfach auf die Ausdauer auswirken, ganz zu schweigen von den zwölf Jahren in Askaban in einer Zelle, die noch weniger Bewegungsmöglichkeit geboten hatte als sein jetziges Gefängnis. Zum guten Schluss blieb er wie tot im Gras liegen, was mich laut auflachen ließ.

Ich hatte ihn geschafft und das nicht nur gestern Abend durch unseren Matratzensport im Bett. Ob ihm das gefiel? Ich vermute mal nicht, da würde ich mir noch was anhören dürfen, auch weil ich dem Gespräch gestern ausgewichen war, aber ich nahm mal an, dass sein morgendliches Erscheinen heißen sollte, dass das Gespräch noch geführt werden würde. Nun, wir würden sehen.

„Na komm, du lahmer Wauwau…“, spottete ich böse, was mir einen erstaunlich missgestimmten Blick aus den braunen Hundeaugen bescherte. Als wir die Treppen im Blackhaus hochliefen, verabschiedete ich mich an meinem Zimmer.

„Morgen gerne wieder Sirius, denn ein bisschen Übung und du schlägst mich locker mit deinen vier Pfoten“, zog ich den ohrenanlegenden Hund kichernd auf und verschwand im Zimmer, um mich für den Tag herzurichten. Der restliche Tag verlief wie immer, nur, dass mich Harry in ein Gespräch verwickelte. Er kam wacker in die Bibliothek, die von Ginny und Ron wie eine große Gefahr gemieden wurde.

„Harry, schön dass du kommst. Willst du mir Gesellschaft leisten? Das hier ist ungemein spannend“, bot ich freundlich an und das meinte ich ernst, aber sein Gesicht verriet mir, dass er das ein bisschen anders sah als ich, trotzdem kam er herzlich lächelnd auf mich zu.

„Ich bin hier, da ich mit dir reden will. Was ist los? Seit gestern Abend bin ich hier und hab' dich nur wie im schnellen Vorlaufprogramm gesehen. Was treibst du die ganze Zeit? Jetzt warst du nicht mal beim Mittagessen und wenn ich die anderen frage, sagen sie mir, das ist die ganze Zeit schon so… warum, Hermione?“, schaute er mich dabei mit großen, unschuldigen Äuglein an und setzte sich zu mir auf die Sessellehne.

„Ach Harry, übertreibe mal nicht. Ja, ich weiß, ich bin Ron und Ginny seit ich im Blackhaus bin ihrer Ansicht nach nicht gerecht geworden, aber ich meine es doch nicht böse. Sieh… das ausräumen der Artefakte und saubermachen interessieren mich halt nicht so, schau dich hier mal um“, strahlte ich, als ich einen Blick in das Zimmer warf und dies mit einer allumfassenden Geste unterstrich. „Das ist für mich wirklich was Besonderes, ehrlich, warum soll ich dann auf allen vieren rumrutschen und putzen, nur weil es sich die beiden einbilden? Echt nicht Harry!“, kam es leicht angesäuert von mir, da konnte ich mich doch glatt reinsteigern.

„Ruhe, beruhige dich bitte, Hermione!“, legte mir Harry besorgt seine Hand auf die Schulter. „So war das nicht gemeint. Sie verstehen halt nur nicht, dass du dich so von ihnen absonderst. Sie haben auch gesagt, dass du bisher nur einen Abend mit ihnen verbracht hast und stimmt es, dass du tanzt, ich meine so richtig. Sie meinten, du würdest jeden Tag nachmittags das Haus verlassen?“
Oh Mann, hatte ich nicht schon mal gesagt, bei den Freunden brauchst du keine Feinde mehr! Ich meine, hallo, wollten sie einen genauen Zeitplan, wann ich wie, wo auf die Toilette ging? Ich holte richtig tief Luft, um nicht aufzubrausen:

„Harry, willst du das alles wissen oder sie?“ Ich spürte immer noch schwelende Wut, aber er schaute mich nur ruhig an. Wenn er wollte war Harry richtig gut im Umgang mit Menschen. „…um deine Fragen zu beantworten: Ja, ich tanze zur Ablenkung. Ich wollte dich nicht daran erinnern, aber ich finde es schockierend, dass Cedric tot ist und das eine sage ich dir, es lenkt mich ab, ja, ab von der Situation, dass er zurück ist. Kannst du das verstehen?“, fragte ich inbrünstig. Harry starrte mich an als hätte ich ihn geohrfeigt, was ich wohl auch getan hatte. Sorry Harry, das hatte ich nicht tun wollen, aber ihr habt mir keine andere Wahl gelassen. Ich konnte zum Teufel noch mal keine blöden Fragen brauchen und dem entging ich nur, indem ich geschickt Schuldgefühle erzeugte. Ich konnte so ein Miststück sein, dafür verachtete ich mich fast selbst, als Harry sehr, sehr traurig aussah und nun geschlagen den Blick abwandte.

„Harry, nicht! Schau nicht so, du kannst nichts dafür, du wolltest doch nur wissen, warum ich das tue, aber das sollte dich nicht traurig machen“, tröstete ich ihn und legte meine Arme um seine Hüften.

„Oh Hermione, das wollte ich nicht, das tut mir so leid. Ich hätte daran denken sollen, dass nicht nur ich….! Das war so selbstsüchtig von mir! Aber ich denke halt, ihr kanntet ihn alle nicht so gut…ich leider ja auch nicht, viel zu kurz!“, flüsterte er erstickt und hielt die Tränen schwer zurück. Dabei dachte ich nur, wenn Harry wüsste, was Cedric einmal wirklich für mich mehr gewesen war, dann würde er sehr erstaunt sein.

„Schsch, nicht doch Harry, sag das nicht. Du kannst für gar nichts wirklich etwas, aber ich wollte halt ein bisschen Abstand, die Ferien genießen, warum kann das nur keiner verstehen?“, erklärte ich sanft und ruhig, aber zum Schluss auch etwas genervt.

„Oh, Hermione, ich versteh dich, wirklich. Wie konnte ich auch nur denken, dass nur ich… aber du musst Ron verstehen, in solchen Dingen wie Gefühlen ist er nicht so… doch ich kann dich verstehen. Auch mir geht Cedrics Tod noch immer nah. Ich weiß auch, dass ich eigentlich nichts für seinen Tod kann, aber tief in mir habe ich trotzdem Selbstzweifel. Warum ist er tot und nicht ich?“, erklärte er abgehackt, stockend und schien unglücklich.

„Ach, bitte glaub das nicht, das ist Schicksal, da kann man nichts machen. Baue dich damit auf, dass Cedric nicht umsonst gestorben sein wird. Eines Tages wirst du deine Rache an Pettigrew bekommen, glaube mir, bitte. Und wegen Ron, er besitzt nun mal ein Gefühlsleben, das von seinen Ausmaßen her auf einen Teelöffel passt!“ erklärte ich ernst und bitterböse. Ich strich ihm mit einer Hand nun beständig über den Rücken und hielt ihn noch immer fest umschlungen.

„Aber du und ich, wir verstehen uns, oder?“

„Ja, Hermione, immer. Pass nur auf dich auf, wenn du dich dort draußen rumtreibst!“, bat Harry furchtsam und drückte mich noch fester, als er anscheinend an die Dementoren dachte, die ihm aufgelauert hatten, als er mich nun scheu anlächelte.

„Keine Sorge, Harry! Ich bin uninteressant, ich glaube nicht, dass mir jemand auflauert, dafür bin ich nicht wichtig genug!“, fasste ich seine unausgesprochenen Ängste zusammen als er tief Luft holte.
Ich richtete mich nun auf, so dass ich Harry aus meiner Umarmung entließ. „Du hilft den anderen beim Saubermachen?“, fragte ich ihn ablenkend und hoffte vielleicht doch ein bisschen, er würde hier bleiben und mir Gesellschaft leisten, doch er nickte bestätigend.

„Bist du aufgeregt wegen der Gerichtsversammlung morgen? Fudge ist nicht gut auf dich und Dumbledore zu sprechen?“, fragte ich besorgt nach und behielt Harry genau im Blick, wollte seine Reaktion sehen.

„Ja, schon etwas aber ich vertraue auf Dumbledore und lasse mich mal überraschen und Fudge ist ein Idiot!“, erwiderte Harry schroff und schien mir wirklich zuversichtlich zu sein.

„Wo du recht hast. Ich habe hier kurz recherchiert. Du hast in Notwehr vor einer tödlichen Bedrohung gezaubert, dafür können sie dich nicht kriegen, sollte es doch zu Komplikationen kommen und Dumbledore dich nicht so raushauen können wie erhofft, hätte ich da einen Vorschlag, aber beantworte mir zuerst eine Frage“, bat ich ihn und sah ihm aufmerksam ins Gesicht, einen Blick den er ehrlich und offen erwiderte. „Was ist der letzte Zauber, den du mit deinem Zauberstab ausgeführt hast?“

„Der Patronus! Warum? Ich hab nur einmal meinen Hirschen heraufbeschworen und sonst nichts!“, antwortete er leicht irritiert aber ohne zu überlegen. Ich entließ erleichtert meinen angehaltenen Atem, denn das war gut, sehr gut.

„Das ist fantastisch Harry. Ich weiß zwar nicht, wie Dumbledore deine Verteidigung aufbaut, aber sollten alle Stricke reißen, sag ihnen, sie sollen einen Prior incantato an deinem Zauberstab ausführen. Dies ist ein Spruch, um den letzten gesprochenen Zauber auf deinem Stab sichtbar zu machen und wie du sagst, wäre das bei dir der Patronus und welche Gründe hättest du gehabt so einen zu gebrauchen, wenn nicht um dein, nein, euer Leben zu schützen!“, führte ich geschäftig aus.

„Waaaas… Was…?“, rief er überrumpelt aus.

Harry starrte mich mit offenem Mund an und stotterte: „… du… du bist unglaublich, woher…?“

„Woher wohl, Harry? Sieh dich um wo du sitzt, aus den Büchern. Seit ich weiß was dir bevorsteht, forsche ich!“, erklärte ich ernst und rollte die Augen.

„Aber ich dachte, du sagst der Professor wird es schon richten?“, legte er nun den Kopf schief und schien perplex über meine verworrenen Überlegungen alles doppelt und dreifach abzusichern.

„Tja, ist doch besser wenn wir noch was in der Hinterhand haben, oder? Man sollte sich nie nur auf eine Person verlassen!“, erwiderte ich und legte genauso den Kopf schief während ich kurz verschlagen grinste, denn seitdem ich aus Ritas Buch so einiges aus Dumbledores Vergangenheit wusste, wollte ich mich erst recht nicht mehr blind und treudoof auf ihn verlassen. Harry nickte noch etwas sprachlos.

„Hast du dir den Spruch gemerkt, Harry? Wenn nicht, schreib ihn dir irgendwo noch auf!“, riet ich ihm, besorgt, dass er nicht aufpasste.

„Nein, nein, ich weiß noch Prior incantato, das kann ich mir schon merken!“, wiederholte er brav und schenkte mir einen tadelnden Blick, als wäre er beleidigt, dass ich ihn für minderbemittelt halten könnte.

„Und noch eins, sag ihnen, wenn sie dir nicht glauben, sollen sie noch Big D vorladen, als Familienmitglied ist ihm die Zauberergemeinschaft weder verboten noch fremd!“, riet ich ihm weiter.

„Das ist genial, Hermione, so wie du diese ganzen Dinge aufzählst, brauch ich ja fast keine Angst vor morgen zu haben!“, sagte er nun ganz aufgeregt und es wirkte, als würde eine Last von seinen Schultern fallen.

„Harry beruhige dich, bitte, das sind nur die letzten Möglichkeiten, sollten alle Stricke reißen, vergiss das nicht und sag es nicht den anderen!“, versuchte ich ihm intensiv klarzumachen, dass meine Vorschläge nur Ausweichmöglichkeiten waren.

„Geht klar, du bist die Beste. Ich geh dann mal zu den anderen, danke!“, sprang auf wie ein junger Hund und stürmte aus dem Zimmer. Es wirkte, als würde er platzen vor Freude, dass die Situation doch nicht so verfahren war, weswegen sich auf meinen Lippen ein kleines Lächeln ausbreitete. Oh Mann, noch mal so jung, unbedarft und naiv zu sein. Ich kam mir gerade steinalt vor. Was würde Harry von mir denken, wenn er wüsste, was ich bis jetzt getan hatte und ich lief ja nicht mit Scheuklappen durch die Gegend, es würde schlimmer werden, viel schlimmer und wie ich immer gesagt hatte, ich war bereit viel zu tun, vielleicht alles? Ach, nicht darüber nachdenken, das brachte mir jetzt nichts, wenn es soweit war würde ich weiter sehen!

Husch, husch, an die Arbeit. Ich hatte noch was zu tun. Sirius kam auch nicht, um mich von meiner Arbeit abzulenken. Der gute, unwissende Harry hielt ihn wohl ganz schön auf Trab, aber das gönnte ich den beiden von Herzen. Sie sollten ihre Zweisamkeit genießen. Der Abend wurde eine angespannte Angelegenheit, denn alle schienen mit ihren Gedanken woanders, bzw. bei Harry oder besser Harrys Verfahren zu sein. Auch auf mich hatte sich diese allgegenwärtige Nervosität übertragen und so leisteten mir an diesem Abend die Twins, in Ginnys und meinem Zimmer,

Gesellschaft. Ron, Harry und Ginny waren im Zimmer der Jungs und wie ich am Anfang schon mal gesagt hatte, verstand es Harry hervorragend, die zwei Geschwister zu beschäftigen.

„Also, wie schaut es aus? Von welcher Qualität waren die Zutaten?“, wollte ich neugierig von den Twins wissen.

„Erste Sahne, anscheinend hat er sich nicht getraut uns über den Tisch zu ziehen und hier haben wir noch was für dich… tataa… Trommelwirbel!“, alberte Fred kindisch herum und zog eine Tüte mit vielen bunten Bonbons hervor. Er überreichte mir diese Tüte wie den Gral und ich sah sie nur fragend an.

„Das ist jetzt das ausgereifte Produkt, mit allem wie du es dir gewünscht hast, und bevor du fragst, haben wir gestern Abend an uns getestet. Ich habe Fred ins Traumland geschickt und dann hab ich es an mir ausprobiert und hab fast fünf Minuten länger die Augen offen behalten. Du wirst zufrieden sein, damit sind Lav und Pav für dich kein Hindernis mehr“, resümierten die Red Devils böse grinsend und nicht ohne Stolz. Ich brach in lautes Lachen aus, dass die zwei aber auch immer wieder solche Gemeinheiten gegen Lavender und Parvati erfinden mussten, denn eins war klar, den Spitznamen würden die beiden Mädchen nicht mehr loswerden.

„Ich bin so unglaublich stolz auf euch!“, sagte ich danach ernsthaft, nachdem ich mich nach meinem Lachanfall wieder schwer gefangen hatte. „Danke, aber was habt ihr eigentlich zu Harry gesagt, wegen Dung und wird der euch weiter beliefern?“

„Du bist immer so unglaublich strukturiert, das ist wohl das Geheimnis deines Erfolgs“, sinnierte
George vor sich hin. „Aber ja, wir haben mit ihm vereinbart, dass er unser fester Dealer wird und Harry war ganz interessiert an unserer Geschäftsidee und sehr erfreut, dass er uns mit dem Geld helfen konnte. Das mit Dung haben wir ihm erklärt, indem wir gesagt haben, dass das nicht so ganz saubere Zutaten sind, aber eigentlich nur, weil sie selten sind. Er hat uns geglaubt, der liebe Kleine!“, grinste Fred breit und George nickte zustimmend während der Erklärungen seines Bruders.

„Schön, dass es so gut geklappt hat“, ich erhob mich und ging zu meinem Koffer. Die beiden beobachteten mich von Ginnys Bett aus. „Ich hab hier was für euch, aber zuerst möchte ich euch sagen, dass wir am 18ten, also übermorgen, den Tag nach Harrys Anhörung, einen Termin haben, um spätestens 20.30 Uhr, müssen wir hier raus sein, lasst euch also was einfallen. Ich schicke Ginny schlafen und werde mich mit einem Geminio magisch kopieren. Könnt ihr das bei euch auch machen,… könnt ihr den Zauber?“, fragte ich wie nebenbei, denn ich hatte das was ich gesucht hatte nun in der Hand und mich wieder erhoben.

„Klar können wir den!“, meinte Fred aufbrausend, Fred, welcher der eindeutig draufgängerischere Zwilling war, sprang vom Bett auf, zielte auf mein leeres Bett und machte die Zauberstab Bewegung mit der Formel und ich zückte meinen Hut, aber die Twins und ihre magischen Fähigkeiten sollte man wirklich nie, niemals unterschätzen, denn vor mir lag eine exakte Kopie von Fred, selig schlummernd in meinem Bett.

Beide grinsten wie blöde um die Wette. „Mein Respekt, nicht schlecht“, und ein Wisch und weg war der schlafende Fred.

„Danke, danke!“, führte er übertriebene Verbeugungen aus, was von George applaudierend kommentiert wurde. „Wir werden uns dann noch um Harry und Ron kümmern, sei unbesorgt, die beiden werden wie die Babys schlafen!“, meinte da noch Fred. „Auch, dass sich alle früher zurückziehen wird kein Problem werden. An dem Abend führen wir die erste Versuchsreihe unseres neuen Verkaufsschlagers durch, das wird so geil“, frohlockte der Rotschopf vorfreudig und klatschte nervös in die Hände, so, als könnte er es nicht erwarten, dass es endlich los ging. George grinste schelmisch. „Das sind die Nasch-und-Schwänz-Leckereien, du solltest keinen Kürbissaft trinken, aber so tun als würdest du unter den Symptomen wie die anderen leiden, damit wir uns alle schnell zurückziehen können“, instruierten sie mich weitsichtig.

„Perfekt. Danke, das ist ein Problem weniger, sehr gut“, lobte ich zufrieden.

Ich setzte mich nun zu George aufs Bett und klopfte auffordernd neben mich, damit sich auch Fred zu uns setzte. „Wie ihr wisst, möchte ich euch einen Wunsch erfüllen. Wir werden, wie gesagt von hier wegapparieren. Nach Wiltshire zum „Rose Cottage“, das mir gehört. Es ist mit einem Blutschutz geschützt. Ich überlege irgendwann einen Fidelius daraufzulegen. Wir werden also somit bei der alten Eiche vor dem Haus ankommen. Ich will euch in den Schutz mit aufnehmen, denn ich hatte vor, so etwas wie eine Basis für uns daraus zu machen, in der uns niemand findet, da sie keiner kennt“, erklärte ich den Twins gerade die Fakten und sie hörten mir mit immer größer werdenden Augen zu.

„Ähm Hermione, wir fühlen uns geehrt und… aber, was… was, du besitzt ein Haus? Aber ist es nicht unvorsichtig von dir solche Dinge hier laut auszusprechen?“, fragte da George erregt.

Ich schmunzelte: „Nein, die Tür ist mit einem Colloportus gesichert und der Raum mit einem Muffliato geschützt, an so was denk ich immer und ihr solltet euch geehrt fühlen. Das Haus habe ich von meiner Oma und Tante väterlicherseits geerbt.“ Ich bemerkte, dass ich beide erst mal sprachlos gemacht hatte, was äußerst selten geschah.

„Du, du besitzt echt ein Haus… voll krass…“, wechselten sie sich ab: „Wow, wie geil ist das denn? Aber was du immer aus dem Hut ziehst, Mannomann!“, klangen Unglaube, aber auch Bewunderung für mich durch.

„Euer Wunsch hat mir gut ins Konzept gepasst, da ich euch erstens das Cottage zeigen wollte und zweitens hat es mich angeregt über ein Kommunikationsmittel nachzudenken und eines zu erfinden, mit dem wir uns verständigen können“, erklärte ich verschlagen grinsend. Zwei beeindruckte und vorfreudige Augenpaare strahlten mich an.

„Hermione, wir haben noch nie jemanden kennen gelernt, der so viel Erfindungsgeist besitzt, wie du, naja außer unsere Wenigkeit natürlich, bewunderungswürdig!“, sie hüpften mehr auf dem Bett als dass sie saßen. „Haben wir dir auch schon gesagt, dass wir dich lieben?“, grinsten sie spitzbübisch.

„Nein, aber ich habs mir gedacht. Ich liebe euch auch Red Devils und ihr wisst, dass ich mit eurem Genie an ausgefallenen Ideen nicht mithalten kann. Aber zum Thema zurück, hier, die sind für euch, hab die letzten Tage daran gebastelt!“, und streckte ihnen in je einer Hand eine goldene Galleone entgegen. Beide sahen perplex auf das Geld in ihren Händen und drehten das Goldstück neugierig hin und her.

„Wow, eine Galleone, danke Hermione, aber wie sollen wir damit Kommunizieren?“, meinte George überlegend.

Ich kicherte vergnügt. „Ich finde, da ist mir wirklich etwas Geniales eingefallen, hat aber auch kurz gedauert, bis mir diese Idee kam. Also, es geht so, wenn wir uns eine Nachricht schicken wollen, müssen wir nur die Ziffern und Zahlen ändern, das zeigt uns, um wie viel Uhr, wir uns im „Rose Cottage“ abgekürzt RC, oder irgendwo in Hogwarts mit H, oder der Heulenden Hütte abgekürzt mit HH, treffen! Ganz einfach. Wir bemerken es, da das Goldstück heiß wird. Ich hab die Galleone mit einem Proteus belegt, ein recht schwieriger Zauber, vor allem da ich mir diese Idee vom Dark Mark abgeschaut hab. Es funktioniert fast genauso, nur, dass ich euch nicht tätowieren muss“, erklärte ich geschäftig und gewichtig, da ich schon etwas stolz war. Ja, auf die gefälschten Galleonen war ich wirklich stolz und strahlte daher glücklich. Die Twins sahen zwischen sich, mir und dem Gold hin und her, um mich dann nur noch anzustarren, bevor sie loslegten.

„Das… boah… der Proteus… aharrr…. du bist aber auch… ich hab keine Worte mehr… vom Dark Mark… spinnen wir…“, sie tickten gerade voll aus und ihre Stimmen steigerten sich zu einem lauten Kreischen.

„Beruhigt euch, bitte. Ich werde ganz rot!“, sah ich beschämt zur Seite und tat ihre Freude mit einer lapidaren Handgeste ab.

„Du kannst gar nicht mehr rot werden, aber über diese Lüge solltest du rot werden und schau, du tust es nicht. Ich muss Sirius recht geben, du bist die klügste Hexe, die ich jemals kannte, ich… nein wir vergöttern dich!“, erklärte Fred enthusiastisch und total begeistert breit grinsend, während George wieder zustimmend nickte und auch teuflisch grinste.

„Ahrr, ist ja gut, weiter im Text. Wir legen morgen das Haus hier lahm und ab neun Uhr habt ihr euren Spaß. Jetzt kommt meine Bedingung, ihr ruft mich über die Münzen wenn ihr fertig seid, denn ich möchte dann etwas tun und danach bringe ich sie zurück, ist das ok?“, fragte ich nach.

„Klar, ich freu mich schon so… das wird bestimmt lustig!“, sprudelte Fred überschwänglich. George legte seinen Kopf schief und erklärte überlegend: „Ich bin auch schon gespannt und wir machen alles so wie du willst. Mir kommt gerade nur auch eine Idee. Wäre es nicht besser, wenn wir drei unsere Münzen immer bei uns tragen würden, dann bekommen wir immer mit wenn einer von uns was an ihr verändert… mhm… ich schlage vor, wir machen irgendwo ein Loch rein und tragen sie wie einen Anhänger um den Hals, wie einen Talisman, dann fragt auch niemand blöd.“

„Mein Bruder“, kam es pathetisch von Fred, als er sich vor legte und einen dicken Schmatzer auf den Mund des anderen Rothaarigen setzte. „Gute Idee!“ Ich nickte und holte schon meine Münze aus dem Koffer.

„Wirklich gute Idee, George“, lobte ich, dann richtete ich den Zauberstab auf die Münze. „Aboredefodio“, ein Zauber, der ein Loch in die Galleone bohrte, was wunderbar funktionierte. Noch ein kleiner Zauber und ich hatte drei dünne, schwarze Seidenbänder in der Hand und fädelte meines ein und wollte es mir umhängen, als mich Fred aufhielt.

„Du gestattest?“, nahm er mir das Band aus der Hand, strich mein Haar aus meinem Nacken und legte mir nun meinen Talisman an.

„Schaut gut aus, steht dir“, lobte George, während Fred einen kleinen Kuss auf meine Schulter hauchte. Wir drei lächelten uns verschwörerisch an. Kurze Zeit später trugen die beiden auch ihre Münzen um den Hals und spaßten herum, wie gut sie doch mit dem Schmuck aussahen, typisch, die Twins eben.

„Aber bevor wir heute gute Nacht sagen, du bist ein böses Mädchen, einfach so das Dark Mark nachzuahmen, überhaupt darauf zu kommen. Manchmal, aber nur manchmal könnte man echt Angst bekommen, wie gut, dass du unsere beste Freundin bist“, erläuterte George ernst und Fred nickte dazu aufgeregt.

„Ich nehms mal als Kompliment und jetzt ab mit euch. Ich muss rüber und Ginny holen, denn es darf für Harry morgen nicht zu spät werden, schließlich geht es um viel!“, da waren auch die Spaßvögel dieser Ansicht und begleiteten mich, um die anderen ins Bett zu treiben.

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beta
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