Meine Augen sind verklärt. Gerade noch spüre ich den Abdruck Deiner Arme auf meinem Körper. Ich kann es nicht erklären. 
Etwas kühl ist es, der Wind fährt unter meine dünne Jacke, aber mein Inneres brennt. Ich ziehe die Jacke enger um mich und sehe Dich an.
Du trägst meinen Schal, den ich Dir vorhin um den Hals gelegt habe. Dir war kalt und deshalb habe ich Dir auch meine Jacke übergeworfen und gesagt, ich fühlte mich wie Sterntaler und wir haben gelacht, wie die tausenden Sterne über uns. Dann aber hast Du sie mir wieder gegeben und mich in die Arme genommen. Oder ich Dich. 
Direkt neben der Straße und direkt neben der Elbe standen wir. In dem schwarzen Wasser kann man die sanft bunten Laternenlichter ertrinken sehen. 
Es ist eine wunderschöne Nacht.
Du warst auch wunderschön. Wir standen so eng aneinander und ich habe Deine Wärme in jeder Faser meines Körpers gespürt. Du hast erzählt, von Dir, Deine Stimme hat mich eingewoben. Es war ein wunderbares Gefühl von Kennenlernen, weil ich Dich schon lange kenne, aber nie kannte ich Dich. Du hast erzählt, wir haben gelacht. Ich hatte ein Gefühl von Verstehen. Und verstanden werden, einfach durch zuhören oder durch bei Dir sein. Es hat sich alles so gut angefühlt.
Meine Hände fassten Deine, meine Lippen. Ich sah Dir in die Augen, ich sah Dir auf den Mund. Mein Mund an Deinem Ohr, Deiner Wange. Du hast gesagt: "A, nicht."
Mein Bauch zog sich zusammen, aber ich hörte nicht auf ihn. Ich sah Dir in die Augen, ich sah Dir auf den Mund. Ich habe Dich geküsst, mein Bauch brannte. Du hast mich sanft weggeschoben.
"A. Was ist denn mit P?" Ich habe meinen Kopf an Deiner Schulter vergraben. Du hast weiter gesprochen, doch ich habe Dich nicht angesehen. Ich denke nicht nach, was ich tue und es ist mir egal. Ich weiß, ich müsste mich schlecht fühlen, aber da ist nichts.
Es hat nicht wehgetan.
Ich schiebe die Gleichgültigkeit darauf, dass ich meine Sehnsucht still getrunken habe. Und Du Deinen Schmerz.
Ich sehe Dich an. Plötzlich ist da so viel Vertrauen. Ich komme näher und lege meine Arme um Dich, hülle mich ein, in dieses unglaubliche Gefühl von Nähe. Wir gehen ein paar Schritte, wir sitzen, wir lachen, wir albern herum und der Herbstmond scheint alles wieder gut zu machen.
Auf einmal scheint es, als wäre alles möglich, alles möglich und nichts schlimm. Du rauchst und ich höre Dir zu. Ich kann nicht annähernd in Worte fassen, wie wohl ich mich fühle.


Aber mein Herz, warum tut es nicht weh? 

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