I. Begriffsklärung

1. Woher stammt der Begriff »Vampir« und was bedeutet er?

Über die sprachwissenschaftliche Herkunft des in Europa üblichen Wortes »Vampir« herrscht Uneinigkeit. Gesichert ist allerdings, dass das ungarische, aus dem Polnischen abgeleitete Wort »Vampir« bereits um 1732 international die Literatur dominierte.

Es ist aus dem slawischen Sprachraum hervorgegangen und breitete sich bis nach Westeuropa aus, wo es in einigen Ländern abgewandelt wurde, z. B.:

- Vampiro (Italien, Spanien, Portugal)

- vampyr (Dänemark)

- Vapir (Baltikum, Bulgarien, Mazedonien).

 

Gängiger ist der Glaube daran, dass der Ursprung des Wortes aus dem Serbokroatischen stammt und »Untot« bedeutet, doch das ist nicht geklärt. Fest steht jedoch, dass es in vielen Dialekten soviel wie »Geflügeltes Wesen« bedeutet.

 

2. Definition »Vampirismus« und dessen Faszination

Vampirismus bezeichnet grundsätzlich eine Affinität zum Blutsaugen - besonders in Literatur und Historie ist das wörtlich gemeint. Aber im übertragenen Sinne geht es bei dem Begriff eher um das Absaugen fremder Energien zur Steigerung seiner eigenen Stärke.

Der Begriff Vampirismus lässt sich auch emotional oder politisch sehen, z. B. kann man das Ausbeuten der kolonialisierten Gebiete zum Ende des 19. bzw. Beginn des 20. Jahrhunderts als politischen Vampirismus betrachten.

 

Der Mythos des Vampirs und seine Faszination beruht auf sehr menschlichen Bedürfnissen und Gelüsten:

- Geben und Nehmen: Das Opfer gibt dem Vampir Blut und bekommt von diesem im Gegenzug eine gewisse masochistische Lust.

- Sterben und Leben: Das Opfer verliert durch den Vampir sein sterbliches Leben und ersteht als Untoter neu auf.

- Eros und Thanatos/ Liebe und Tod: Beschreibt das ewige Dilemma des Vampirs, der durch eine erotische Begegnung, als die der Biss des Vampirs verstanden werden kann, unweigerlich den Tod bringt.

 

Vampire machen sich den Reiz der Gefahr zunutze, den viele Menschen lieben, und nutzen ihre hypnotische Ausstrahlung, um Menschen in einer Art Angststarre zu halten - der Angst, jeden Moment zu sterben - und verführen sie dann mit der Hoffnung, vielleicht doch am Leben zu bleiben.

Gibt sich der Mensch also dem Vampir hin und lässt sich beißen, befreit er sich gleichzeitig von seiner Angst vor dem bevorstehenden Tod.

Comments

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    Liest sich eins a flüssig und man lernt am Morgen noch was. :DDD

  • Author Portrait

    Nette Morgenlektüre für mich *rührt in Joghurt um* Mhm besser als jede Zeitung ist so ein Fachjournal xD

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