Ich bin 107

Vor einiger Zeit habe ich einen Intelligenztest gemacht.
Das Ergebnis war 107. Irgendwie finde ich das amüsant.
Meine Intelligenz ist eine dreistellige Zahl. Gleichzeitig theoretisch und handfest. Es ist ein mathematisches Grundelement und ein fester Wert; Einhundertsieben.

Der Duden definiert Intelligenz als 'Fähigkeit des Menschen, abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten'. Wikipedia hingegen beschreibt sie als 'einen Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen. Da einzelne kognitive Fähigkeiten unterschiedlich stark ausgeprägt sein können und keine Einigkeit besteht, wie diese zu bestimmen und zu unterscheiden sind, gibt es keine allgemeingültige Definition der Intelligenz'.

Und um ehrlich zu sein, verstehe ich den Begriff noch immer nicht ganz. Fähigkeit, Sammelbegriff, kognitive Leistungsfähigkeit, abstrakt und vernünftig denken. Das sind alles sehr große, aber gleichzeitig schwammige Begriffe.
Ich glaube Intelligenz lässt sich nicht mal eben so zusammenfassen und auf den Punkt bringen. Wobei ich es einmal versuchen möchte: Intelligenz ist ein Schwamm.
Das ist meine Definition.

Wie bereits erwähnt, habe ich vor einer Weile einen Intelligenztest gemacht, um meinen Intelligenzquotienten festzustellen. Er wird angewandt, um 'die kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zu erfassen'. Kognitive Fähigkeit = Aktivität zur Verarbeitung von Wissen. Das klingt ziemlich weitläufig, oder?

In diesem Intelligenztest wurde das logische Denken ermittelt, also, ob ich zwischen verschiedenen Worten, Zahlen und Formen einen logischen Zusammenhang herstellen konnte. Dabei wurde speziell sprachliches, räumliches und mathematisches Verständnis getestet. Insgesamt musste ich mich ziemlich zusammenreißen, weil ich nichts überstürzen wollte und ließ mir für jede Aufgabe sehr viel Zeit. Hat das das Ergebnis schon verfälscht? Ich brauchte für Aufgaben der Mathematik und des räumlichen Vorstellungsvermögens wesentlich länger als für das Herausfinden sprachlicher Kontexte, oder Eigenarten und Gemeinsamkeiten von Kästen, Kreisen und anderen Strichen.
Ich brütete, korrigierte und schwitzte unter dem Zeitdruck und dem generellen Druck alles richtig machen zu wollen. Immerhin wollte ich doch meinen Beweis dafür haben, dass ich hochbegabt und deshalb eine soziale Niete wäre.

107.
Diesen IQ-Wert teilten mit mir 2, 3521% Menschen. 31, 42089% waren schlauer und 66, 22702% weniger schlau. Ich lag in den 50% durchschnittlicher Intelligenz. Vielleicht konnte man sagen, dass ich ein durchschnittlich intelligenter Überschlauer war, weil man mich im oberen Perzentil der durchschnittlich Intelligenten ansiedelte, aber ich schaute mehr resigniert auf das Ergebnis, als dass ich mich darüber freute.
Als stände jemand neben mir und flüsterte mir zynisch 'Durchschnitt' ins Ohr, immer und immer wieder. Wie traurig.

Das Ergebnis war ein Durchschnittswert, der sich aus allen Kategorien berechnete. Vielleicht war ich in Mathematik, pardon, strunzdumm, dafür aber im sprachlichen Bereich überdurchschnittlich gut. Oder auch nicht!
Vielleicht hatte ich einen miesen Tag und meine Einstein gleichenden mathematischen Leistungen waren gar nicht richtig zur Geltung gekommen. Sicher, daran musste es liegen.

Jetzt schauen wir uns aber nochmal an, aus was der Intelligenztest bestand: Assoziation, Arithmetik, Geometrie und Sprache. Ah ja, Mathe und Deutsch. Das war's eigentlich schon. Was? Meine Intelligenz wurde anhand dieser beiden Fächer ermittelt.

Und nun schauen wir uns erneut an, was Intelligenz ausmacht: Die Gesamtheit aller kognitiven Leistungsfähigkeiten. Aha!

Der allgemeine Intelligenztest bezieht sich also gar nicht auf alle möglichen kognitiven Fähigkeiten. Damit ist er ziemlich unzulänglich. Was meint ihr?

Meiner Ansicht nach, kann man einen Intelligenztest nicht auf ein paar Multiple-Choice-Antworten auf einem Stapel Papier beschränken. Außerdem ist die zeitliche Einschränkung ebenfalls Unfug, weil nicht die Schnelligkeit zählt, mit der man zum Ergebnis kommt, sondern der Weg. Das heißt, auch wenn jemand lange über etwas nachdenkt, können unzählige Denkprozesse in seinem Gehirn ablaufen und statt einem richtigen Weg, erwägt er viele unterschiedliche Pfade, auf denen er zum Ergebnis gelangt. Und möglicherweise gibt es auch nicht immer nur ein einziges Ergebnis, sondern mehrere, die man aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten muss. (Außer in der Mathematik. Mathematik ist immer eindeutig. Deswegen kann ich sie nicht leiden.)

Und wie gesagt, das Ergebnis kann morgen schon ganz anders aussehen, als heute. Die Intelligenz ist nichts, was einmal in Stein gemeißelt wird und dann da steht, für alle einsehbar, von allen müde belächelbar.
Intelligenz verändert sich ständig und hört nie auf sich zu wandeln.

Vieles entscheidet sich bereits vor unserer Geburt. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt unsere Gene, denn die spielen da auch rein, aber ich rede über einen menschlichen Faktor. Bingo, eure Eltern!
Eltern machen Sachen kaputt und Sachen richtig.
Ich kann mich zwar nicht in eine alkoholkranke, schwangere Frau hineinversetzen (immerhin trifft das alles drei nicht auf mich zu) oder in einen drogenabhängigen Vater mit drei Minijobs, einer labilen Ehefrau und zwei Kleinkindern, doch leider sind das meist die Hauptgründe, weshalb Kinder irrtümlich als 'dumm' abgestempelt werden; Armut, Unterernährung, Drogen, Gewalt, Körperliche und Geistige Krankheiten.

Früher war ich immer der Annahme, dass Weltschmerz und Depression nur die überaus schlauen Menschen heimsuchten, weil sie zu viel über Gott und die Welt grübelten, und seltener philosophierende Menschen vor diesem Phänomen geschützt seien, weil sie eben keinen Weltschmerz empfinden würden.
Aber da habe ich mich getäuscht und wohl etwas kurzsichtig Urteile gefällt.

Kurzsichtig ist im Übrigen das richtige Stichwort.
'Intelligenz korreliert mit Krankheit. So sind intelligente Menschen etwa häufiger kurzsichtig.' Außerdem sind sie anfälliger für Erbkrankheiten und Allergien. Daraus entstand einst dieses Bild des 'stereotypen Nerds': Dicke Brillengläser, Allergien gegen die absurdesten Dinge auf dieser Welt, Diabetes, ADHS und Asperger-Autismus. So oder so ähnlich stellt sich der Großteil der Menschen jenen Stereotyp vor. Seid ehrlich, das habt ihr auch schon getan, oder nicht?
Auf der anderen Seite stehen die 'Rowdies'. Der Stereotyp mit wenig Grips, der sich vermehrt auf körperliche, statt verbale Auseinandersetzungen einlässt.
Und 'sowohl besonders intelligente als auch besonders wenig intelligente Personen [leiden verstärkt unter psychischen Erkrankungen].'
Jetzt weiß ich also wer gegen Weltschmerz und Depression geschützt ist: Der Mittelmäßige.
Naja, nein, das kann man dann doch nicht pauschalisieren, aber er ist zumindest weniger häufig betroffen.

Um nochmal auf die Stereotypen zurückzugreifen: Ich habe eine Freundin. Sie ist genauso alt wie ich. Wir gingen gemeinsam auf dieselbe Schule, in dieselbe Stufe und besuchten zu 90% dieselben Fächer, aber nicht immer in denselben Kursen.

Wir sind uns sehr ähnlich, weshalb wir uns prima ohne Worte verstehen. Ernshaft. Es ereignete sich mal an einem Tag, als sie heiser war und nicht reden konnte, dass sie mit mir über Stift und Block kommunizierte, meist aber nur einen Buchstaben schreiben musste und ich bereits wusste, was sie mir sagen wollte.
Andererseits sind wir grundverschieden, in Ansichten, Vorlieben und Prioritäten.
Doch in einer Angelegenheit sind wir so gut wie identisch: Unsere Familien.

Das soziale Umfeld ist ein ausschlaggebender Aspekt der Intelligenz. Meine Freundin ist Einzelkind und ihre Eltern sind seit vielen Jahren verheiratet. Ich bin (seit mein Bruder vor acht Jahren ausgezogen ist) ebenfalls Einzelkind und auch meine Eltern leben nach 19 Jahren noch immer in einer Ehe zusammen.
Die Familie meiner Freundin fällt in die gehobene Mittelschicht. Meine Familie ebenfalls. Der Vater meiner Freundin fährt einen Mercedes, mein Vater ebenfalls. Beide Eltern meiner Freundin arbeiten, ihr Vater ist jedoch Hauptverdiener. Mein Vater ist Hauptverdiener, meine Mutter ist Hausfrau.
Ihre Eltern pflegen einen gehobenen Umgangston und halten Ordnung. Meine Familie achtet ebenfalls auf eine saubere Sprache und Umgebung.
Sie lebt in einem Haus mit Garten. Ich lebe in einem Haus mit Garten.
Ihr seht langsam, worauf ich hinauswill, oder?

Meine Freundin und ich haben nahezu übereinstimmende, soziale Voraussetzungen, weshalb gerade wir zusammengefunden haben könnten.
In der Schule galten wir stets als Außenseiter und klammerten uns immer an den jeweils anderen, was darin endete, dass schon beinahe sowas wie eine Symbiose entstand. Wir waren emotionale Zwillinge.

Aber natürlich, wie kann es anders sein, sind wir nicht tatsächlich emotionale Zwillinge. Denn wir sind von Grund auf verschiedenartige Persönlichkeiten.
Und um den Stereotyp hervorzuholen: Sie trägt eine Brille, weil sie kurzsichtig ist, hat alle möglichen Allergien, die es auf der Welt gibt, eine vererbte Instabilität der Wirbelsäule und eine eher normale oder niedere Sensibilität. Ihre Schulnoten waren durchweg herausragend und sie besitzt ein einmaliges, ausgeprägtes Verständnis für Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Mathe, Biologie, Politik und Religion. Das heißt sie war sowohl in sprachlichen Fächern, wie auch (natur)wissenschaftlichen Fächern und Gesellschaftswissenschaften überaus erfolgreich und eine der wenigen Schülerinnen, die in diesen Fächern durchgängig Einsen und Zweien abstaubte.
Doch habe ich festgestellt, dass sich diese Tatsache bei ihr auf Fächer beschränkte, die sich stark auf das Kurz- und Langzeitgedächtnis stützten.

Ich dagegen war oft entweder zu faul oder zu doof, um mein Gedächtnis richtig zu benutzen, was mir in Fächern wie Chemie, Physik oder Mathe häufig einen Strich durch die Rechnung machte.
Ich war nicht der Typ, der sich alles lückenlos aneignete, um es runterrattern zu können, wie sie es tat. Nein, ich war derjenige, der sich kreativ durch die Schulzeit schummelte.

Meine Stärken lagen in den Fächern, in denen man erst beobachten, nachdenken und reflektieren musste, um ans Ziel zu gelangen, sprich Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Philosophie, Sozialwissenschaften, Pädagogik, Psychologie, Kunst und Literatur/Theater. (Hier überschneiden sich die Sprachen, weil meine Freundin anders an sie herangegangen ist, als ich. Sie konnte sich dank ihres ausgeprägten Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses unglaublich gut Vokabeln, Grammatik und Regeln merken. Das half ihr ja auch in Mathematik.)
Was meinen Erfolg in Sprachen ausmachte? Ich habe eine ausgeprägte Sprachaffinität. Ich las und schrieb zwar nicht schneller und früher als andere Kinder, nahm Sprache aber immer als etwas Spaßiges auf. Vokabeln saugte ich auf wie ein Schwamm, Aussprache formte sich in meinem Mund, sobald ich das Wort nur hörte.

Und, um es als Beispiel und nicht als Prahlerei anzuführen, war ich in Englisch immer auf einem wesentlich höheren Niveau als andere Schüler, obwohl ich nie dafür lernte. Nun ja, ich lernte schon, aber ich lernte beiläufig und nicht bewusst. Mein Gehirn nahm die englische Sprache doppelt so gut und gerne auf, wie das Rechnen oder geschichtliche Daten. Oder wie meine Mutter immer zu sagen pflegte: Mir flog die Sprache zu.
Und das galt für beinahe jede andere Sprache gleichermaßen. (Außer Französisch. Ich mag Französisch nicht und meine zweite Lehrerin war nicht gerade die Netteste. Am Anfang lief's noch sehr gut, aber ich schwankte irgendwann regelmäßig zwischen Vieren und Einsen.)
Das Gleiche galt für Deutsch. Ich lernte hierbei zwar keine Vokabeln, aber meine Rechtschreibung war nie schlecht und mein Wortschatz war für ein Grundschulkind recht ausgeprägt. In Unter- und Mittelstufe stand ich durchgängig sehr gut, aber dann kam die Oberstufe und der eigenartigste Deutschlehrer, den ich je erlebt hatte. Geschichtliche Eckdaten, Epochen, Standpunkte verschiedener Autoren, Dramen und Gedichtsanalysen. Ich interpretierte immer was gänzlich anderes als das, was mein Lehrer darin sah.

Dagegen hatte meine Freundin bei ihm ausgesprochen gute Karten und war, laut ihm, die erste Schülerin, die es jemals geschafft hatte zwei Mal hintereinander eine Eins Plus zu schreiben. Ich schloss den Leistungskurs mit einer Drei Minus ab. Ja, das hatte mich ziemlich irritiert.

Denn wenn wir ganz ehrlich sind, hat Schule doch relativ wenig mit Intelligenz zu tun, obwohl deutsche Schüler auf drei unterschiedliche, weiterführende Schulformen verteilt werden, um ihrer Intelligenz gerecht zu werden. Ich kann euch mittlerweile sagen, dass das eigentlich nicht der Fall ist, denn auch hier wirkt das soziale Umfeld sehr mit ein. Ich kenne Gymnasiasten, die ihr Abitur nur geschafft haben, weil sie sich auf ihre Eltern oder Nachhilfelehrer verlassen konnten. Viele meiner Mitschüler stammten aus der Oberschicht oder aus Akademikerfamilien, ergo mussten sie selbst ziemlich schlau sein.

Doch statistisch gesehen sind Kinder von Akademikern meist selbst nicht überaus intelligent. Grund hierfür ist die sogenannte 'Regression zur Mitte'. Zwei hochintelligente Personen haben daher folglich ein Kind, welches einen gebürtig niedrigeren Intelligenzquotienten aufweist als sie selbst. Der Unterschied ist nicht enorm, aber dennoch geringer.

Dagegen kann ein Kind aus einer sozial schwachen Familie, in der die Eltern vielleicht gar keinen Schulabschluss haben, eine etwas höhere Intelligenz vorweisen als Mutter und Vater.

Vieles macht aber dann die Erziehung wieder wett.
Zwar ist es statistisch bewiesen, dass es in Familien der Mittel- und Oberschicht vermehrt zu sprachlichem Austausch kommt, wodurch Kinder komplexere Sätze bilden können und sich verbal angemessener artikulieren können als Kinder der Unterschicht, aber ich glaube da eine gesellschaftliche Entwicklung beobachtet zu haben, die dieses System ein wenig auf den Kopf stellt, weshalb bei mir der Eindruck entstand, dass gerade meine Mitschüler aus der Oberschicht nicht sehr redegewandt wären.

Heutzutage arbeiten sowohl Vater als auch Mutter vermehrt, und zwar in vergleichbaren Positionen. Die Emanzipation der Frau brachte einen Prozess ins Rollen, der nicht unbedingt positiv für die Kinder war. Wegen der Abwesenheit der arbeitenden Eltern, sind Kinder und Jugendliche sich selbst überlassen. Das macht sie einerseits vielleicht selbstständiger, aber andererseits leidet der zwischenmenschliche, sprachliche Aspekt darunter. Die Kinder haben niemanden, mit dem sie sich über das Erlebte austauschen können. Sie langweilen sich, sie haben niemanden, der ihnen ein Vorbild ist und niemanden, der sie in ihre Schranken weisen könnte, wenn sie über ihr Ziel hinausschießen.

Das Ergebnis ist Flucht; Alkohol, Drogen und riskantes Verhalten.
Viele meiner Mitschüler hatten neben der Schule nur ein großes Thema im Kopf: Feiern. Bis zu einem gewissen Grad mag das ja auch normal sein, aber die Frequenz, in der es meine Mitschüler taten, war durchaus nicht mehr gesund.
Sie reden kaum, sie denken kaum über ihr Handeln nach und schließlich fliehen sie in wilde Saufgelage, weil die Eltern nicht daheim sind und auf sie aufpassen.

Ich glaube das macht ebenfalls so einen Unterschied zwischen mir und meiner Freundin aus; sie redet gerne und viel und, ohne dabei gemein sein zu wollen, sie quatscht jedem die Ohren zu. Auch den Menschen, die das gar nicht wollen. Grund dafür ist, wie ich vermute, dass auch ihre Eltern gleichermaßen von ihrer Arbeit eingenommen sind, sich total da reinknien und kaum Zeit oder Interesse an ihrer Tochter haben. Außerdem ist ihr Tag von Morgens bis Abends durchgetaktet und sie hat kaum Luft zum Atmen.
Dagegen kam ich stets nachhause, konnte etwas Warmes essen und meiner Mutter von meinem Schultag erzählen.

Meine Freundin fördert dadurch andere Intelligenzformen als ich.

Und damit wären wir beim letzten Punkt angekommen: Dem Intelligenz-Konfetti.
Wie der Name eigentlich schon sagt, ist das Konstrukt der Intelligenz ein einziger Konfettiregen. Es gibt so viele Intelligenzausprägungen, dass es schwer ist, sie überhaupt namentlich einzuordnen oder sie jedem Menschen ausführlich zuzuordnen.

Es gibt die sprachliche Intelligenz, bei der man Sprache treffsicher einsetzt, um Gedanken auszudrücken und zu reflektieren, andere zu verstehen, Sprachen leicht zu erlernen und verständlich und fehlerfrei schreiben zu können.

Die musikalische Intelligenz, bei der die Person ein besonderes Gefühl für Klang, Harmonie, Rhytmus und Intonation besitzt. Diese Fähigkeit bedingt auch sich Akzente oder Dialekte aneignen zu können.

Die logisch-mathematische Intelligenz, die dabei hilft Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, Schlussfolgerungen aufzustellen und mit Abstraktionen oder Strukturen umgehen zu können.

Die räumlich-bildliche Intelligenz, mithilfe derer man gedanklich Zusammenhänge erkennen und umformen kann oder visuelle Warhnehmungen verarbeitet, transformiert und reproduziert.

Die körperlich-kinästhetische Intelligenz, die eine ausgeprägte Körperkontrolle und Feinmotorik als Grundlage hat.

Die intrapersonelle Intelligenz, bei der die Person sich selbst bewusst wahrnimmt, die eigenen Gefühle einschätzen und kontrollieren kann und deshalb ein starkes Selbstbewusstsein besitzt.

Die interpersonelle Intelligenz, die grundlegend mit der Empathie zu tun hat.

Die naturalistische Intelligenz, mit der der Mensch in der Lage ist in der freien Natur zu überleben, weil er ein gutes Verständnis für Tiere, Pflanzen und Naturphänomene besitzt.

Die emotionale Intelligenz, bei der es einer Person möglich ist die eigenen Emotionen und die anderer Menschen bewusst wahrzunehmen und zu beeinflussen.

Und...
wollt ihr, dass ich die Liste fortsetze?
Selbst wenn ich das täte, gäbe es da ein Problem.
Sie würde niemals aufhören.

Das ist schließlich das Problem eines Intelligenztests: Er ist ungenügend.
Wenn wir tatsächlich einen Test kreieren wollten, mit welchem man die vollständige Intelligenz eines Menschen festellten könnte, dann hieße das Ergebnis nicht 107.
Dann wäre die Intelligenz eines Menschen eine unendliche Folge an zwei- oder dreistelligen Zahlen. Und was sagt uns das schließlich?

Völlig irrelevant!
Ich bin keine 107, weil ich keine Nummer bin, sondern ein Mensch.

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beta
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