Ich habe einen Mittwoch abzugeben, wer will ihn? Zum ersten...zum zweiten.... niemand?

Na gut, wenn er in meinem Besitz bleibt, nutze ich ihn dafür, gar nichts zu tun. Ich werde ich einfach nur verstreichen lassen. Mittwoche habe ich noch nie gemocht. Montage, ja, Mittwoche nicht. Zwei Tage langweiliger Arbeit habe ich hinter mir, zwei weitere – den Mittwoch nicht mitgerechnet - noch vor mir, der Freitag mit seinem Duft von kommender Freiheit ist noch so weit weg.

Okay, ich habe Urlaub, aber meine Einstellung zum Mittwoch kann ich nicht so schnell ablegen. Ja, hätte ich drei Monate Urlaub, da könnte ich vergessen, wie der Tag gerade heißt; es wäre mir gleich, denn an jedem Tag könnte ich am Strand liegen oder durch die Dünen wandern oder vom Café aus aufs Wasser schauen. Wir pfiffen darauf, mein Urlaub und ich, welcher Tag gerade versucht, uns in sein Netz zu locken.

Aber so? Mißmutig blinzele ich aus dem Fenster. Sollte die Sonne scheinen, ich will es gar nicht wissen. Blauer Himmel? Mir doch egal. Mein Rennrad heult frustriert im Keller? Hm...

Nein! Heute nicht!! Heute tue ich gar nichts, heute lasse ich den Tag einfach nur verstreichen.

Und dann – wie konnte es dazu kommen?! – Sonne in meinem Gesicht, ich strecke den Rücken, trete in die Pedale und sause durch meine Lieblingskurve auf dem Weg ins freie Land. Genau hier, in dieser Kurve, wenn ich mich auf den Lenker stütze, vor Freude in den Wind lache, beginnt meine Freiheit.

 

........zum dritten....der Mittwoch geht an den Herrn in der fünften Reihe....

Nein! Ich behalte ihn, meinen wunderbaren Mittwoch

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