Ignorieren

Er würde es nie verzeihen, war sein erster Gedanke.

Mit geschlossenen Augen saß er an seinem Schreibtisch, die Computer und Laptops sirrten um ihn herum. Es roch nach abgestandener Luft. Draußen ging die Sonne unter, dann wieder auf. Zeit wurde bedeutungslos, während ein Plan in seinem Kopf die Taubheit vertrieb. Mit jeder Idee, jedem Gedanken, an den er sich krallte.

Vielleicht war es Wahnsinn. Aber er war noch nie jemand gewesen, der nach dem Möglichen strebte.

Als er die Augen öffnete, erstarrte er.

»Was machst du hier?«

Er schaffte es seine Überraschung vorwurfsvoll klingen zu lassen. Welling klopfte nie. Es wunderte ihn schon lange nicht mehr, dass der vorlaute Vollidiot tat, wie es ihm beliebte. Selbst jetzt, selbst hier. Irgendwann hatte er sich daran gewöhnt.

»Was willst du noch?«, brummte er und warf ihm über seine Bildschirme hinweg einen Blick zu. Jonas Welling fing ihn auf, reckte ihm seine Faust entgegen. Sein rechtes Auge zuckte.

»Du bist ein arroganter Vollidiot, Kaiser. Es ist jetzt schon eine Woche her. Wie lange willst du mich noch ignorieren?«, blaffte er.

»Du solltest nicht hier sein«, murmelte er. Jonas Wellings Mundwinkel hoben sich zu einem schiefen Grinsen.

»Du auch nicht, Geldsack. Geh nach Hause.«


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