III. Vampire und Vampirähnliche - 3

3. Asien und China

a) Jiang Shi

Im chinesischen Glauben hat der Mensch zwei Seelen. Die hohe, gute Seele und die niedere, boshafte. Stirbt man, erheben sich diese in den Himmel. Hat man allerdings ein lasterhaftes Leben geführt, war man ein Lügner, ein Betrüger oder gar ein Selbstmörder, bleibt die niedere Seele an die Erde und den Verstorbenen gebunden. Dieser wird zum Jiang Shi.

Auch eine nicht ordnungsgemäße Bestattung kann die Entstehung eines Jiang Shi zur Folge haben. Wenn ein Tier über den Leichnam springt, sogar, wenn man sich über diesen beugt. Weswegen Bestattungsriten sehr sorgfältig ausgeführt werden müssen.

 

Jiang Shi werden auch »hüpfende Untote« genannt, weil den Verstorbenen vor der Bestattung die Beine zusammengebunden werden. Entstehen die Toten auf, können sie sich anfangs nur hüpfend fortbewegen, daher der Name.

 

Jiang Shi können aussehen wie normale Menschen. Sie können allerdings auch als wahre Horrorgestalten auftreten, mit langen schwarzen Zungen, die aus dem Mund hängen, herumbaumelnden Augäpfeln, einem grünen oder weißen Pelz auf dem ganzen Körper, halb verrottet, vergammelt und stinkend. Ihre Augenbrauenhaare sind extrem lang und werden bei der Jagd eingesetzt, um ihre Opfer einzuwickeln, bevor sie Stück für Stück verschlungen werden.

 

Man kann sich diese Wesen vom Leib halten, in dem man Krach macht, Stroh oder Hühnerblut verteilt, Knoblauch gegen sie einsetzt oder Klebreis als Falle auslegt.

 

b) Penanggalan

Die Penanggalan gilt als eine der grauenvollsten Mythengestalten im südostasiatischen Raum. Tagsüber sieht dieses Wesen wie ein ganz normales Mädchen aus, nachts hingegen löst es seinen Ober- vom Unterkörper und fliegt mit heraushängenden Gedärmen auf der Suche nach dem Blut von Neugeborenen durch die Gegend.

Es heißt, dass die Penanggalan vor Morgengrauen ihre vom Blut angeschwollenen Gedärme in Essig tauchen muss, damit sie abschwellen, weil sie sonst nicht in ihren Unterleib passen würden.

 

c) Langsuir

Mit ihrem knöchellangen Haar und ihrer Körpergröße wirkt die Langsuir anmutig und schön. Damit betört sie ihre Opfer. Die Haarpracht allerdings verdeckt das grauenhafte Geheimnis der geisterhaften Schönen: Das zweite Maul im Nacken nämlich.

Es heißt, die Langsuir kann sich des Nachts in eine Eule verwandeln, deren Schrei das Opfer lähmt, damit sie es in Ruhe aussaugen kann.

Sie ist sehr lichtempfindlich, was zum Tode führt, wenn sie der Sonne zu lang ausgesetzt ist. Sie ernährt sich hauptsächlich vom Blut Neugeborener.

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Fairy Dust

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