Im Krankenhaus

Peter hatte die ersten eingehenden Untersuchungen hinter sich. Vom Gurt hatte er dem Verlauf nach Hämatome, aber die Rippen waren nicht verletzt worden, auch wenn es sich so anfühlte. Der ganze Brustkorb wehrte sich dagegen, Peter vernünftig atmen zu lassen. Sein Knöchel war zwar nicht gebrochen, der Fuß war aber beim Aufprall so zusammengestaucht worden, dass es im Gelenk zu einem Erguss gekommen war. Der ganze Knöchel war ein angeschwollener blau schillernder Klumpen, der jede Bewegung oder Berührung als persönliche Beleidigung empfand. Sein behandelnder Arzt teilte Peter mit, dass es zwar gut sei, dass nichts gebrochen ist, der Schmerz aber viel intensiver und anhaltender sein würde, die Genesung langwieriger, als bei einer Fraktur. SUPER! Bettruhe war nun angesagt,! Und zwar bei Anstaltspflege, denn noch konnte man den Knöchel dank der Schwellung nicht fixieren. Er wurde nicht einmal bandagiert. Eine Schwester war gekommen und hatte sehr vorsichtig eine Salbe mit Blutegelextrakt aufgetragen und Ihm eine Injektion gegen Trombose verpasst. Da Peter gut versichert war wurde er in ein Zweibettzimmer erster Klasse gelegt, das er allein bevölkerte.

Da lag er nun, das Atmen fiel ihm schwer und das Bein schmerzte im Rhytmus seines Herzschlages, so als wollte es ihm sagen: "Sei froh, dass dein Herz noch schlägt! Es hätte auch anders ausgehen können..."

Die Schwester kam noch einmal herein, um Peter seine persönlichen Sachen ins Zimmer zu bringen. Er bat sie, ihm sein Handy auszuhändigen und in diesem Moment wurde ihm klar, dass er von Ricarda gar keine Nummer hatte. "Was geht den heute noch alles schief?" - "Kann ich ihnen helfen Herr Handl?" - "Nein danke, ich war zu blöd, mir die Nummer meiner Freundin einzuspeichern!" Er drückte auf die Mitteltaste und sah, das mehrere SMS eingegangen waren. Er vermutete, dass es Tarifinformationen waren, weil er ja heute in Bayern gewesen war, doch als er durchdrückte, fand er die SMS, die Rupert ihm geschickt hatte: Kontaktinformation: Ricarda Bachler. "Gutes Mädchen!" murmelte er. Er wählte ihre Nummer und sie war sofort dran. "Peter?" - "Liebling, tut das gut, deine Stimme zu hören!" Ihm war fast danach, zu weinen, so erleichtert war er, dass er seine Ricarda am Rohr hatte. Ihr ging es ebenso! Peter gab ihr die Zimmernummer und nannte ihr das Gebäude. "Hast du starke Schmerzen, Peter? Ich komm jetzt zu dir!" Nachdem Peter "auf Klasse" lag, durfte er sie auch ausserhalb der Besuchszeiten empfangen. "Ricarda!" rief er noch ins Telefon, bevor sie auflegen konnte, "Bitte pass auf beim Fahren!"- "Mach ich Peter. Ich freu mich auf dich! Bis gleich!" Sie gab die Daten ins Handynavi und fuhr los nach Salzburg. Die Fahrt verlief ereignislos.

Als sie ins Zimmer kam, zerdrückten beide ein paar Tränchen. Zu tief saß noch der Schock der vergangenen Stunden. Sie erzählte ihm, was Leonhard gesagt hatte und dass Rupert extra zu ihr gefahren war, um ihr seine Nummer zu bringen, falls er in irgend einer Weise helfen könnte. Auch dass er Peter die SMS mit ihrer Nummer geschickt hatte. Sie mussten beide darüber lachen, dass sie bei aller Vorsicht auf den Austausch der Nummern vergessen hatten.

"Du hast Super-Freunde Peter!" Leonhard tut mir leid. Aber er und Rupert haben sich vorbildlich gekümmert um mich. Was war das eigentlich mit dem Insider, gestern. "Weißt du, Rupert war mal voll verliebt in Irina. Ich wusste aber, dass sie auf mich stand und mit allen Anderen nur spielte. Mir war klar, dass sie sich einen gut Situierten aussuchen würde, ihn möglicherweise heiraten um dann bei einer eventuellen Scheidung ordentlich abzustauben." - "Und was hat das mit Rupert zu tun?" - "Sie grub mich dauernd an, aber nicht so offensichtlich wie sie es heute tut. Nein, diskret! In der Zwischenzeit hatte sie Ihm vorgespielt, er sei ihre große Liebe, hat ein paarmal mit ihm geschlafen und sprach von Heirat. Mir wurde das zu bunt und ich sagte ihm, dass ich sie für ein Flittchen und eine Betrügerin halte. Im Vertrauen gesagt, es fiel das Wort "HURE," dass ich normalerweise nicht verwende! Rupert war so tief beleidigt, dass er mir eine gescheuert hat!" - "Waaas?! Rupert DIR?" - "Ja! Ich hab ihm dann erklärt, dass ich seine Loyalität gut fände, aber ihm beweisen könne, dass ich recht habe und sie ihn nur abzocken möchte. Ich zeigte ihm eine SMS von ihr und sagte ihm, dass ich es schaffen würde, sie heute noch ins Bett zu kriegen." - "Und?" - " Ich schrieb ihr in seinem Beisein. Ob sie immer noch mit mir schlafen wolle, wo sie doch Rupert bald heirate. Sie antwortete keine Minute Später mit "JA, er braucht es ja nicht zu wissen". Ich fragte "Wann" sie antwortete "SOFORT!" Ruperts Handy läutete, Irina teilte ihm mit, dass sie heute zwei Stunden später zu ihm kommen werde, ihr sei "Etwas dazwischen gekommen." Ich erhielt dann die SMS: "Bei dir oder bei mir?" Ich vereinbarte mit Rupert, dass er ihr nie erzählen dürfe, was ihn dazu bewogen hatte, sich doch noch von ihr zu trennen. Ich schrieb ihr, dass ich das aus Rücksicht auf meinen Freund nicht tun mochte. Ich weiß, das war ihr gegenüber nicht korrekt, aber sollte ich meinen Freund ins Messer laufen lassen?" - "Ich werde dir was sagen Peter: Für diese Person war das korrekt genug!"

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