Wenn das Wasser den Fluss lang fließt,
steh ich da und schaue ihm nach.
Wenn Nachts die Straßen vor Leere gähnen,
bin ich mitten drinn.
Wenn mal wieder die Blätter von den Bäumen fallen und die Jahreszeiten wechseln,
zerreißt es mich von Innen.
Wenn die Sonne im schwarz der Nacht versinkt,
stehe ich daneben.
Wenn eines alten Baumes Äste knarren,
höre ich noch zu.
Menschen treten in mein Leben und erhellen die Farben:
Das türkis blau des Wassers.
Das schüchterne gelb der Straßenlaternen.
Das feierliche rot des Laubs.
Das leuchtende schwarz der Nacht und das verführerische Braun der Äste.
Doch ich erhelle ihre Farben nicht.
Geblendet vom gold der Sonne sind sie,
sodass sie das strahlende weiß des Sterns vergessen.
Schaut genauer hin.
Schau genauer hin.
Schau mich an.
Der, der so hell funkelt, der dich anfunkelt. Doch sehen tust du nur die Sonne, die dich schon öfter verbrannt hat, als es ein Stern je könnte.
Vielleicht schaust du irgendwann an der Sonne vorbei und siehst ihn, den Stern.
Solange wird er warten, der Stern, 
im Schatten der Sonne.

Comments

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    wundervoll!

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    Die etwas andere Perspektive... Willkommen!

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    Von mir auch ein herzliches Willkommen^^ Ich hab noch nie einen Text aus der Perspektive eines Sterns gelesen... Hut ab! Was du schreibst, gefällt mir und ich will mehr davon! :P

  • Author Portrait

    Ganz toll geschrieben und herzlich willkommen bei uns! :-)

  • Author Portrait

    Von mir auch erst mal ganz herzlich Willkommen! Ich find den Text auch toll, nur eine winzig kleine Sache hat mich beim Lesen gestört: Nach Punkten, Beistrichen und auch Doppelpunkten solltest du konsequent Leerzeichen machen. Du schreibst ziemlich gut, darum wär's schade, deine Texte nicht auch optisch auf Hochglanz zu polieren ;-) LG, Meg

  • Author Portrait

    Unglaublich gut geschrieben, und genialer Gedanke mit dem "im Schatten der Sonne stehen"! 5/5 Willkommen hier bei uns :-)

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