January - Jetzt oder nie 20

MASON

Sie schlenderte in diesem kurzen Rock  und schwingenden Hüften im Hotelflur vor mir her.  Allein bei dem Anblick wurde meine Hose schon eng. Wie sollte ich mich dann zusammenreißen, wenn sie ihre Beine um eine Stange schlingen würde. Mein Bild von ihr passte nicht zu dem, was sie mir von ihrer Vergangenheit berichtete und wenn ich ehrlich war, passte es bisher in keiner Situation zu der Ava die ich kennengelernt hatte. Sie war weder die reiche, versnobte Göre, noch war sie so ätzend wie die anderen Frauen, die sich mir an den Hals warfen. Als sie eben Emilys Namen erwähnte, wusste ich kurz nicht ob ich damit umgehen konnte. Doch sie lächelte so liebevoll, als sie von ihr sprach. Das ergab doch keinen Sinn. So verhielt man sich nicht, wenn man eine Freundin so schrecklich betrogen hatte. Fakt war, dass ich verdammt nochmal noch nicht dazu bereit war sie gehen zu lassen und das bedeutete dass ich dieses Gespräch über das, was mit meiner Schwester und Donovan passiert ist so weit wie möglich nach hinten schieben musste. Es war Emily gegenüber nicht fair, aber ich musste Ava einfach besser kennenlernen. Sie war die erste Frau seit langem, die mir einfach nicht aus dem Kopf ging. Ich bin nicht mal sicher, ob es überhaupt je eine Frau gegeben hatte, die mich jemals so fesselte.

Ava schaltete das Licht der Bühne im Probenraum ein und stellte die Musikanlage an. Ich lehnte am Türrahmen und nahm einen weiteren Schluck Whisky.

Ava räusperte sich.

»Ähm also im Drehbuch steht, dass du auf einem Stuhl sitzt während Katy tanzt.« Ihre Wangen waren leicht gerötet und ihr schien die Situation unangenehm zu sein. Wahrscheinlich weil ich ein solches Arschloch war in den letzten 2 Wochen.

Ich nickte und holte einen Stuhl aus dem hinteren Teil des Raumes und stellte ihn vor die Bühne.

»Steht er hier gut?«

»Ich denke schon. Danke. Naja eigentlich bin ich doch noch nicht ganz so weit mit der Choreo. Vielleicht wartest du besser bis es perfekt ist. Ich hab mich jetzt auch gar nicht warm gemacht und der Alkohol…«

Ich musste diesen Wortschwall, der aus ihr herausbrach unbedingt stoppen. Verunsicherte ich sie wirklich derart? Was ich in den letzten Tagen beim Training von ihr gesehen hatte, war absolut fantastisch. Es gab für sie keinen Grund bezüglich ihrer Fähigkeiten unsicher zu sein. Es lag also an mir.

Ich ging auf sie zu, blieb vor ihr stehen und legte ihr die Hände auf die Schultern. Sie roch so unglaublich gut. Ihre Halsbeuge zuckte rhytmisch durch ihren Herzschlag. Ich beugte mich zu dieser Stelle herunter und strich leicht mit der Zunge darüber. Sie verkrampfte kurz, entspannte sich jedoch schnell wieder, lehnte sich ein Stück gegen mich und atmete mit einem kleinen Stöhnen aus. Ich wollte sie hier und jetzt, doch ich musste mich noch etwas zusammenreißen.

»Baby, du wolltest für mich tanzen.«

Sie blickte auf und sah mir direkt in die Augen. Sie kam so nah, dass ich ihre Körperwärme spürte. Ein Lächeln zeichnete sich auf ihren vollen Lippen ab und sie griff nach der halbvollen Flasche in meiner Hand. Als sie ihre Lippen um den Flaschenhals legte ohne dabei den Blick von mir zu lösen, musste ich ein Keuchen unterdrücken. Ich fühlte mich wie ein verdammter Teenager der Sklave seiner Hormone war.

Ihre Kehle bewegte sich, als sie den Alkohol herunterschluckte und verdammt wollte ich sein, weil ich mir vorstellte wie sie wohl aussah, wenn sie etwas anderes in den Mund nahm.

Sie legte ihre Hand in meine und führte mich wieder zu dem Stuhl vor der Bühne. Ihre Hand war so klein und weich. Ich setzte mich hin.

»Okay Mason. Du bist ein guter Schauspieler. Wenn es dir also nicht gefällt…dann überspiel es einfach, okay?« Sie hatte wohl einen kleinen Schwips.

»Ich gebe mir wirklich Mühe, dass du mich magst und es tut weh, wenn du mich dauernd behandelst wie einen Menschen zweiter Wahl. Also sei heute einfach mal nett, ja?« Sie hatte definitiv mehr als einen kleinen Schwips, denn obwohl ich sie noch nicht so gut kannte wie ich das gerne wollte, wusste ich, Ava Moore würde so etwas nüchtern nie zugeben.

»Baby, ich habe einen Ständer seit ich dir beim Tanzen im Club zugesehen habe. Mir fällt gerade nicht viel ein, was mir nicht gefallen könnte.«

Das Rot auf ihren Wangen hatte sich nun bis zu ihrem Dekolletee fortgesetzt. Ich fragte mich, ob sie an jeder Stelle ihres Körpers so empfindlich war und schrieb mir in Gedanken auf meine To-Do Liste es herauszufinden.

Ava stöpselte ihr Smartphone an die Anlage und wählte ein Lied aus. Als die ersten Klänge aus den Lautsprechern drangen, packte sie die Stange und schlang sich daran hoch. Ihre Bewegungen waren so langsam und doch dynamisch und stark. Sie war das, was man als eine wahre Augenweide bezeichnen konnte. Ihre Bewegungen waren sinnlich und turnten mich unglaublich an. Am liebsten wäre ich auf diese Bühne gestiegen, hätte ihr den Rock hochgeschoben, den Slip vom Leib gerissen und sie von hinten gefickt, während sie sich mit ihren Händen an der Polestange festhielt.

Als hätte sie meine, nicht jugendfreien Gedanken, gehört, drehte sie sich zu mir und kam aufreizend die Bühnentreppe in meine Richtung herunter. Ihre Hüften schwangen dabei verboten im Takt des Songs. Als sie nur Zentimeter vor mir stehen blieb und ihre Show weiter fortsetzte, konnte ich nicht mehr an mich halten, griff mit beiden Händen nach ihr und zog sie auf meinen Schoß. Sie quietschte überrascht auf.

»Das war nicht Teil des Drehbuchs«, kicherte sie mit gespielter Empörung.

»Ich hab es gerade umgeschrieben.«

»Ach, ja?« Sie kreiste einmal mit ihren Hüften und ich schwöre, hätte sie es ein zweites Mal getan, ich wäre auf der Stelle gekommen.

»Da ich deine Änderungen nicht kenne, müsstest du mir verraten wie es weiter geht.«  Erwartungsvoll sah sie mich an und biss sich auf die Unterlippe.

»Das neue Drehbuch sieht vor, dass wir diese Flasche«,  ich deute auf die Flasche Whisky, die ich auf den Boden neben mich gestellt hatte, » auf meinem Zimmer austrinken.

Comments

  • Author Portrait

    Warum hatte er wohl so eine falsche Meinung von ihr?

  • Author Portrait

    jetzt wirds ernst, hm? :)

  • Author Portrait

    Wie immer toll geschrieben. Ich mag Mason zwar noch immer nicht sonderlich, aber immerhin ist er auf dem Weg der Besserung ;-) Jedenfalls eine 5/5 von mir, wie immer.

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media