January - Jetzt oder nie 22

MASON

 

 

Nachdem das Freizeichen ein sechstes Mal ertönte und ich schon fast wieder auflegen wollte, erklang die Stimme meiner kleinen Nichte.

»Hallooooo? Mia Scott hier.« Es machte mich immer verdammt stolz, wenn die Kleine sich mit unserem Familiennamen meldete. Emily hatte ihn bei der Hochzeit nicht abgelegt und bestand darauf, dass wenn ich schon rumhuren musste und keine feste Bindung einging (ihre Worte, nicht meine), zumindest einer den Familiennamen weiterführen würde. Was ich ihr nie sagte war, dass ich davon träumte, es würde sich irgendwann mal ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen ebenso wie Mia mit diesem Namen am Telefon melden. Mein Kind. Gut, ich war weit von einer eigenen Familie entfernt und habe nie auch nur mit einer meiner Affären ohne Kondom geschlafen, daher war das Thema Nachwuchs eines, dass nur in meinem Kopf hier und da wieder auftauchte. Doch mit der richtigen Frau an meiner Seite würde ich den besten Ehemann und Vater abgeben, so wie mein Dad es damals für unsere Familie war.

»Mia Scott? Kenn ich nicht…« Ich liebte es sie zu ärgern.

»Onkel Masooooon. Kommst du mich besuchen?« Ich musste den Hörer ein wenig von meinem Ohr weghalten, da Mias lautes Organ mir sonst das Trommelfell sprengte.

»Vielleicht am Wochenende meine Süße. Ist deine Mommy da?«

»Ok aber denk dran, mir was mitzubringen.« Ihre Stimme entfernte sich vom Hörer »Mooooommyyyy. Onkel Scott will mit dir reden.« Es raschelte in der Leitung und dann meldete sich meine Schwester.

»Guten Morgen Mase. Seit wann bist du sonntags so früh auf den Beinen?« Gute Frage. Ich war bekennender Langschläfer. Oftmals bekam man an Drehtagen nicht mehr als 4 oder 5 Stunden Schlaf, sodass ich es an freien Tagen genoss lange im Bett zu bleiben und nicht vor Mittag aufzustehen. Doch heute Morgen konnte ich an alles denken, nur nicht ans Schlafen. Ich war sicher schon eine gute halbe Stunde vor ihr wach und hatte sie einfach angestarrt. Es fühlte sich so perfekt an neben dieser Frau aufzuwachen, dass ich mir überlegen musste, wie ich das mit uns in die Länge ziehen konnte und gleichzeitig einen Bruchteil meines Gewissens behalten konnte.

»Ich bin halt wach. Frag nicht.« Ich konnte hören wie sie durchs Telefon lächtelte.

»Da ist wohl jemand mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden. Rufst du an um mich an deiner fantastischen Laune teilhaben zu lassen, Grummelbart?« Ich hörte das Lächeln in ihrer Stimme.

»Nein, natürlich nicht. Sorry.« Diese kleine junge Frau war so unglaublich stark gewesen in den letzten Jahren. Mir stand nicht zu sie so anzumeckern.

»Em, ich brauche einen Rat.«

»Du hast einen Fan geschwängert und jetzt will sie, dass du sie heiratest?«

»Scheiße nein, Em. Ich bin doch kein absoluter Vollidiot.« Heute war es nicht leicht sie nicht anzumeckern.

»Okay, dann fällt mir nichts mehr ein. Worum geht es?«

»Kannst du mir versprechen, erst etwas zu fragen wenn ich fertig bin und mir nur die Frage zu beantworten, die ich dir stelle?«

»Ich verspreche es.« Die Belustigung in ihrer Stimme wich einen ernsten Tonfall.

»Also, da ist diese Frau…«

»Oh mein Gott, du hast dich verliebt. Wer ist sie und wo kommt sie her…« Emily jubelte.

»Emily.«

»Sorry ok. Ich höre nur zu.«

»Ich kenne sie von der Arbeit. Sie ist ein Crewmitglied. Em, sie hat einem Menschen einmal sehr wehgetan und eigentlich sollte ich sie hassen. Ich schaffe es aber nicht.«

»Hat sie dir wehgetan?«

»Nein. Jemandem der mir nah steht.«

»Was hat sie getan?«

»Ich weiß es nicht im Detail aber…«

»Moment du weißt nicht was genau sie getan hat? Wieso redest du nicht mit ihr darüber, vielleicht täuschst du dich ja.«

»Em. Ich kann der Person, die damals durch sie verletzt wurde hundertprozentig vertrauen, also weiß ich auch ganz sicher, dass etwas vorgefallen ist. Nun ja, nichts desto trotz kann ich mich nicht von ihr fernhalten. Sie ist so völlig anders als ich gedacht habe und….es ist so falsch dass ich das so fühle.«

»Mase, bist du in die Frau verliebt?«

»Nein…keine Ahnung. Aber wenn ich nicht aufpasse…Ach ich weiß nicht was ich tun soll. Ich kann das dieser anderen Person nicht antun.«

»Mason Scott. Ich weiß nicht worum es geht, oder um wen, aber du bist der beste und liebste Mensch den ich kenne. Wenn dieses Mädchen einen, sonst Frauen gegenüber so eiskalten Typen wie dich, dazu bringt mit mir über seine Gefühle zu sprechen, dann ist sie es Wert. Gib ihr die Chance es zu erklären.«

Oh Em, wenn du wüsstest um wen es geht würdest du mich hassen.

Nachdem ich Emily versprochen hatte am nächsten Wochenende vorbeizuschauen und mit Mia in den Zoo zu gehen schrieb ich Max eine SMS.

 

MASON: Hi Max. Ich brauche die Nummer von Ava Moore und einen Kontakt vom Catering Service des Hotels. MS

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