January - Jetzt oder nie 34

AVA


»Ava?« Jamies Stimme und ein leichtes rütteln an meinem Arm weckten mich aus einem wirren Traum. Ich schlug die Augen auf und sah in das vertraute Paar braune Augen. Ich riss Jamie zu mir runter und schlang die Arme um ihn.

»Oh Gott Jamie. Ich bin so froh, dass du da bist. Ich hatte einen irren Traum. Mason Scott war hier und ich hatte einen Unfall…« Ein Räuspern unterbrach meinen Wortschwall und Jamie löste die Umarmung.

»Ava, das war kein Traum.« Er lächelte verlegen und trat zur Seite wodurch mein Blick auf die andere Person im Raum fiel. Mason.

»Jep. Sorry, dass ich kein Traum war.« Er hob kurz die Hand um mich zu grüßen, doch er sah deprimiert aus.

Ich ließ meinen Kopf zurück in das weiche Krankenhauskissen fallen.

»Jamie was ist mit mir passiert?« Er setzte sich zu mir aufs Bett, was Mason scheinbar nicht passte. Er schnaubte verächtlich, als ich Jamies Hand in meine nahm und ihn erwartungsvoll ansah.

»Was ist denn das letzte, das du noch weißt?«

»Gute Frage.« Ich strengte mich an. Wir waren nach New York geflogen und mit dem Taxi zum Hotel gefahren.

»Da war diese Besprechung mit….Kent. Ja Kent hieß er. Er hat mit uns über den Film gesprochen.« Ich sah zu Mason hinüber. »Du bist der Hauptdarsteller, oder?« Er nickte und fragte dann »Ist diese Besprechung alles, was du noch weißt?«

Es kam mir vor als sei die Besprechung gestern gewesen, danach war da nichts. Ein großes schwarzes Loch. Ich nickte.

»Wie lange ist diese Besprechung her?« Die beiden Männer sahen sich an, bevor Jamie mir antwortete.
»Das ist ungefähr einen Monat her Ava.« Tränen stiegen mir in die Augen.

»Aber das kann doch nicht…« Panik machte sich in mir breit. Ich hatte einen ganzen Monat vergessen. Mason kam zu mir herüber und setzte sich auf der anderen Seite meines Bettes ebenfalls neben mich und drückte mich an sich. Es wurde alles zu viel für mich. Da war dieser atemberaubende Mann, von dem ich bisher nur träumen konnte und uns verband etwas, an das ich mich nicht erinnern konnte. Ich wand mich aus der Umarmung, packte erneut Jamies Hand und sah ihn hilfesuchend an. Mason erstarrte neben mir.

»Ava….« Ich konnte ihn nicht ansehen.

»Mason, ich glaube du überforderst sie.« Ich war so dankbar Jamie bei mir zu haben. Die Matratze bewegte sich als Mason aufstand. Ich schaute ihn an und er sah verletzt aus. Es spielte sich so viel in seinen Augen ab, doch für mich war er ein Fremder.

»Donovan, gerade du solltest dich nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Dein Glück, dass sie nichts mehr weiß. Denk dran was wir eben besprochen haben.« Als er gegangen war richtete ich einen fragenden Blick auf Jamie.

»Wieso ist es dein Glück, dass ich nichts mehr weiß und was habt ihr besprochen?«

»Du solltest dich etwas ausruhen.« Er stand auf und ging zum Fenster.

»James. Sei ehrlich zu mir. Was ist hier los?«

Jamie erzählte mir von dem Nachmittag an dem zwischen und etwas gelaufen war, von dem Streit bei dem er mich versehentlich geschlagen hatte, davon dass Mason Emilys Bruder ist, von meiner Freundschaft zu Katy, von allem was ich ihm bei dem Frühstück berichtet hatte und davon was am Tag des Unfalls geschehen war.

Ich hörte seine Worte. Sie berührten meine Seele auf mir unverständliche Weise, denn nichts davon kam mir  bekannt vor.

»Jamie, wir sind aber doch noch Freunde oder?« Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen mit ihm herumgemacht zu haben, aber er war nicht zu Scherzen aufgelegt, daher hoffte ich es hatte nichts geändert.

»Ja, Ava. Ja wir sind immer noch Freunde. Spätestens seit deinem Unfall habe ich kapiert, dass ich mich geirrt habe. Ich liebe dich, aber das so wie es sein sollte. Wie eine Schwester. Ich will dich nicht verlieren.«

»Das wirst du nicht James.« Es war mir unangenehm das Thema auf Mason zu bringen, aber Jamie war der Einzige, der mir helfen konnte. »Und du weißt nicht was ich ihm sagen wollte als wir zum Hotel fuhren?«

»Nein, du hast es mir nicht gesagt. Du hast viel geweint während wir die Pressekonferenz bei Katy gesehen haben, aber du meintest du wüsstest jetzt was du zu tun hättest und dass er der erste sein sollte, der es erfahren würde.« Das klang leider wirklich nach mir. Wieso musste ich um alles so ein Geheimnis machen?

»Und was meinte er eben damit, dass du daran denken solltest was ihr besprochen habt?«

Jamie fummelte an den Kordeln seines Sweatshirts herum. Ein Zeichen dafür, dass er nervös war.

»Ava reg dich bitte nicht auf.« Wem verdankte man eigentlich diesen intelligenten Satz? Man wusste damit sofort, dass als nächstes etwas kommt, was einen aufregt und allein diese Tatsache regte mich schon auf.

»Raus damit.«

»Dieser Unfall ist passiert, weil du aktuell für die Papparazzi das lukrativste Ziel bist. Egal wie du dich auch entschieden hättest, Mason hat öffentlich bekannt gegeben, dass er dich liebt. Jedes Foto von dir ist Gold wert. Deswegen bist du im Hotel auch nicht sicher. Solltest du hier weitermachen wollen…«

»Natürlich werde ich das.« Ich fiel ihm ins Wort. Es war für mich keine Option diesen Job sausen zu lassen.

»Dachte ich mir. Nun, lange Rede kurzer Sinn. Es wäre das Beste wenn du eine Zeit lang zu Mason ziehst.«

Ich prustete los. »Ist klar. Ich ziehe einfach bei Mr. Sexiest Man Alive ein.« Als Jamie nicht in mein Lachen einfiel bemerkte ich erst, dass das sein Ernst war.

»Glaub mir, ich bin nicht begeistert davon, aber es ist das Beste für dich. Er hat bereits mit Kent gesprochen und die Dreharbeiten für 4 Wochen nach hinten geschoben. Momentan liegt jede Szene in der er mitspielt auf Eis. Für alle Kosten, die dabei entstehen, kommt Mason persönlich auf. Er hat ein Haus in der Nähe. Es ist abgeschieden und komplett umzäunt. Du bist dort sicher. Er hat Fitnessräume in denen du trainieren kannst und…«

»Hörst du dir eigentlich selbst zu? Er ist ein wildfremder für mich. Ich kann nicht zu ihm ziehen. Es muss eine andere Möglichkeit geben.«

»Wir haben alle Möglichkeiten besprochen. Die Presse weiß, dass du bei Katy übernachtet hast. Sie lauern dort den ganzen Tag und die Wohnung liegt so zentral, dass es keine Möglichkeiten für dich gäbe das Haus zu verlassen ohne gesehen zu werden. Die einzige andere Option wäre, dass du zurück nach Chicago gehst, bei deiner Mum wohnst und dir dort einen Job und eine neue Wohnung suchst.« Er wusste ganz genau, dass das nicht in Frage kam.

»Ich denke drüber nach. Tut mir leid. Ich bin wahnsinnig müde und würde gerne etwas schlafen.

Comments

  • Author Portrait

    ich werd immer gespannter :D

  • Author Portrait

    Da sieht man, wie manipulierbar der Leser ist. Hab ich auch gestern den arroganten Mason abgrundtief gehasst, tut er mir jetzt nur noch leid. Ich möchte dir damit bewußt machen, wie gut du mit dem geschriebenen Wort umgehen kannst... Das verleiht der Macht der Medien eine gewisse Transparenz! Mit einem gut gewählten Text bist du ein mächtiger Führer... manipulierst die Meinung der Masse! 5/5

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