Kapitel 1

Tja... Nun war es soweit. Ich hatte den ersten Schritt in mein neues Leben getätigt. Etwas unschlüssig wo meine Beine mich hinführen sollten, sah ich mich um. Ich stand auf einem gigantischem Schulhof, wenn man das denn so nennen konnte. In meiner alten Schule standen auf dem Schulhof noch jede Menge Bänke und Tischtennisplatten, doch dieser wirkte irgendwie seltsam leer. Keine Bäume, kein Gras. Nur eine kalte Betondecke.  So würde ich mir den Innenhof eines Gefängnisses vorstellen. Von hohen Mauern umgeben, bis auf das Eisentor, durch welches ich vor wenigen Herzschlägen gegangen war.

Mit einem mulmigen Gefühl schritt ich auf das Schulgebäude zu. Auch dies erinnerte mehr an ein Gefängnis als an eine Schule. Graue Steinmauern, eine Stahltür und alle Fenster waren von innen offenbar von einer Gardine verdeckt. Wollte man, dass niemand hinein sah oder aber niemand hinaus? Mit jedem Schritt wurde das Gefühl in meiner Magengegend schrecklicher, was für gewöhnlich kein gutes Zeichen war. Wenn es um mein Bauchgefühl ging, so hatte es mich bisher noch nie enttäuscht. Wovor wollte es mich also warnen? Vielleicht war das Gebäude, wenige Schritte vor mir, ja wirklich ein Gefängnis und ich würde nie wieder einen Fuß vor die Tür setzten, sobald ich erst mal nach drinnen gegangen war... Doch ich wusste, dass ich meiner Tante vertrauen konnte und wenn sie sagte, dass es mir hier gut gehen würde, dann würde das auch so sein!

Wieder holte ich tief Luft und öffnete die beiden stählernen Eingangstüren.

Ich fang mich in einem langen Schulflur wieder. Doch hingegen meiner Erwartungen wirkte dieser nicht wie aus einem Gefängnis. Von innen konnte man ganz klar behaupten, man stände in einer normalen Schule. Der Flur schien eigentlich nur aus Spinden zu bestehen und hier und da war noch eine hölzerne Tür zu sehen, welche vermutlich zu einem Klassenraum führen würde.

RUMMS!!!

Ich schrag zusammen als die Doppeltür hinter mir ins Schloss fiel. Ich sah kurz zu ihr zurück und stellte fest, dass sie von innen eine Holzverkleidung trug. So sah sie gleich viel freundlicher aus, denn eine Stahltür hätte in einer Schule nicht so ein wohliges Gefühl ausgelöst.

"Sie müssen Frau McCaleman sein!"

Abermals schrag ich zusammen und drehte mich wieder Richtung Schulflur. Vor mir stand eine kleine, grauhaarige Frau. Sie hatte eine Brille auf der Nasenspitze sitzen, was sie irgendwie streng wirken lies, aber ihr Augen blitzten mich freundlich an.

"Eija McCaleman... Ja!"

Comments

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    Ich finde es wirklich toll, Sissil, wie du alles aus Sweet Amoris so beschreibst, als wären wir gerade dort :-)

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Fairy Dust

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