Kapitel 1

Ich seufzte. Wieso muss es hier in London immer regnen? Ich hätte meinen Regenschirm nicht zuhause lassen sollen. Der Himmel wird erneut von einem Blitz erhellt. Ich schrecke zusammen. Gewitter macht mir immer noch Angst. Mein Blick wandert umher. Irgendwo wird man sich hier doch unterstellen können. Die meisten Läden sind bereits geschlossen. Ich blicke mich verzweifelt um, da erblicke ich einen Laden indem noch Licht brennt. Ich laufe hinüber und sehe mir das Schaufenster an. Oben im Schaufenster ist der Name des Ladens zu lesen. "Kingsman" steht dort in großen Lettern. Im Schaufenster stehen mehrere Budapester und Oxforder. Nur eine Lampe leuchtet und niemand scheint dort zu sein. Schade. Ich entschließe mich jedoch dazu, trotzdem nach zu schauen, ob nicht doch jemand dort ist. Ich laufe zur Tür. Sie ist aus dunklem Holz. Ich umfasse den Türknauf und drücke. Die Tür geht langsam auf. Ich schaue erst nach rechts und dann nach links. Niemand ist auf der Straße zu sehen. Es soll ja nicht so aussehen als würde ich einbrechen.

Im Schneiderladen riecht es nach Zedernholz und man hört den Regen selbst hier drinnen laut prasseln. Ich schaue auf den Boden hinter mir. Mist, ich habe den Boden komplett nass gemacht. "Hallo. Ist hier jemand? Es regnet so feste und ihr Laden war offen, also bin ich einfach rein gekommen. Ich hoffe das ist in Ordnung", rufe ich laut in der Hoffnung, dass der Besitzer des Ladens es hört, doch niemand scheint hier zu sein.

Ich beginne mich im Laden um zu sehen. Einige Stoffrollen liegen in einem Regal, während in einem anderen mehrere Schuhe platziert sind. Neben der Theke, auf dem die Kasse steht, steht ein, mit einem eleganten Anzug bekleidetes Mannequin. "Guten Abend, My Lady", sagt eine vornehme Stimme hinter mir. Ich kreische erschrocken auf und fahre herum. Aus einer Kabine im hinteren Teil des Ladens tritt ein Mann im mittleren Alter heraus. Er trägt einen elegante Anzug und eine Brille. Seine Haare hat er nach hinten gegelt. In der rechten Hand hält er einen schwarzen Regenschirm. Der Mann riecht nach einem englischen Männerparfüm, welches mein Vater früher oft verwendet hat. Es ist sehr teuer und nur wenige tragen es. Mein Vater sagte immer es sei ein das perfekte Parfüm für den englischen Gentleman.

Er war ein guter Vater und ein wahrhaftiger Gentleman. Soweit ich weiß, war auch er schneider, allerdings kann ich mich nicht mehr ganz genau daran erinnern. Er ist schließlich ziemlich früh gestorben und ich war noch sehr klein. Gerade einmal 3 Jahre alt war ich damals. Nun lebe ich mit meiner Mutter und meiner kleinen Schwester alleine hier in London. Wir haben nicht gerade viel Geld und können uns nur mit Mühe unsere Wohnung und etwas zu Essen leisten.

"Guten Abend", erwidere ich höflich. Der Mann kneift die Augen zusammen:"Kylie Edelaigt, richtig?" Ich nicke langsam und vollkommen perplex. Woher weiß er meinen Namen? Er lächelt freundlich. "Was führt sie zu uns in den Laden?", fragt der Mann. Aha, er gehört also auch zur Kingsmanschneiderei. Ich deute auf die Straße:"D-Der Regen. Ich hatte meinen Regenschirm vergessen und wollte hier w-warten bis er vorbei ist."

Er nickt verständnisvoll und geht dann auf mich zu. Ichfolge ihm mit meinem Blick, immer noch ziemlich verwirrt. Er kommt mirirgendwie verwandt vor. Vor mir bleibt er stehen. Dann reicht er mir seinenRegenschirm:"Nehmen sie meine Schirm, Miss Edelaigt." Nach kurzer Überlegungnehme ich den Schirm und lächele dankbar:"Dankeschön Mister...äh..." "Hart", sagter:"Harry Hart." "Danke Mister Hart", sage ich. Dann drehe ich mich um undverlasse den Laden. Bevor ich jedoch auf die Straße hinaustrete sage ich noch:"Ichbringe ihnen den Schirm in ein paar Tagen zurück. Versprochen." Er nicktlächeln. Ich spanne den Schirm auf und laufe durch den Regen zurück nach Hause.  

Comments

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media