Kapitel 1

"Harper", fragt er laut:"Lebst du noch?" Ich verdrehe die Augen und wasche meinen Körper weiter. "Ja Can. Es geht mir gut", rufe ich ebenfalls. Kann er mich nicht wenigstens in Ruhe duschen lassen? Nein, kann er nicht und das weißt du auch. Tropfnass steige ich aus der Dusche und hülle mich in ein wunderbar duftendes Handtuch. Ich liebe das Gefühl dieses weichen Stoffes auf meiner zarten Haut. Mit einer Handstelle ich den Wasserharn ab und stelle mich vor den Spiegel. Schnell werfe ich einen Blick auf die Uhr, die an der Wand neben mir hängt.

Mist, jetzt muss ich mich echt beeilen, sonst komme ich zu spät. Schnell schließe ich die Tür auf und laufe in mein Schlafzimmer, um mich an zu ziehen. Meine Haare tropfen ein wenig. Vielleicht hätte ich sie erst föhnen sollen. Du hast jetzt keine Zeit zum Nachdenken. Mach dich fertig. Ich höre kurzerhand auf meine innere Stimme und öffne meinen großen Schrank, um mir etwas zum Anziehen herauszusuchen.

Auf einmal vernehme ich Schritte im Flur und drehe meinen Kopf zur Tür. Im nächsten Moment steht Can im Türrahmen und beobachtet mich. "Wieso weißt du immer, dass ich komme, bevor du mich siehst?" "Weil ich ein gutes Gehör habe oder weil du einfach laut läufst", sage ich grinsend. Er grinst ebenfalls. Ich liebe sein Grinsen. Es jagt mir jedes Mal einen Schauer über den Rücken. Leider ist er sich seiner Wirkung auf mich bewusst und nutzt das ziemlich gern aus. Ich Er lehnt sich gegen den Türrahmen:"Ich laufe also laut?!" Ich nicke und lasse das Handtuch, welches ich um meinen Körper geschlungen hatte, auf den Boden fallen. Er reagiert sofort und läuft zum Fenster, um die Vorhänge zu zuziehen. Ich seufze genervt:"Entspann dich, Can." Er verschränkt die Arme vor der Brust:"Du weißt, dass ich es nicht mag, wenn du hier nackt herum rennst. Es könnte ein Spanner in der Nähe sein und dich beobachten." Ich verdrehe die Augen:"Das ist doch total unwahrscheinlich Can. Wie kommst du auf solche blöden Ideen?" Er kommt auf mich zu und legt die Hände an meine Hüften:"Welcher Typ würde deinen göttlichen Körper nicht gerne betrachten?!" Ich muss grinsen:"Du übertreibst schon wieder." Er schüttelt den Kopf. Er meint das wohl wirklich ernst. Natürlich meint er das ernst! Du kennst du kennst ihn doch.

Er legt seinen Kopf auf meine Schulter und streichelt meine Seite. Ein wohliger Schauer überkommt mich. Seine Hände sind einfach göttlich. Ich schließe die Augen kurz.

Dann fällt mir wieder ein, dass ich ja zur Arbeit muss, weshalb ich meine Augen sofort wieder öffne und ihn wegschiebe. "Was ist los, Baby?", fragt er verwundert. "Lass mich jetzt in Ruhe. Ich muss mich fertig machen, sonst komme ich noch zu spät", befehle ich in einem leichten Befehlston. Can schnurrt leise:"Ich liebe diesen Befehlston. Mehr davon!" Ich verdrehe erneut die Augen. Daraufhin gibt er mir einen leichte Klaps auf den Hintern:"Ich hasse es wenn die Augen verdrehst. Das ist respektlos." Mit einem vielsagenden Blick teile ich ihm mit, dass er mich jetzt wirklich in Ruhe lassen muss. Glücklicherweise versteht er diese Geste und lässt sich aufs Bett fallen. Endlich! "Wie spät ist es eigentlich?", frage ich, während ich meine Sachen aus dem Schrank nehme. "Sieben Uhr", gibt er zurück. Ich nicke. Dann habe ich noch eine Stunde Zeit. Schnell ziehe ich mich an und drehe mich dann zu meinem Freund um:"Und? Was sagst du?" Sofort bemerke ich seinen strengen Blick. "Was?", ich verschränke die Arme vor der Brust. "Ist das nicht ein wenig...", es scheint als müsste er nach einem passenden Wort suchen:"...freizügig?" Ich drehe mich wieder zum Spiegel um und betrachte mich. Ich trage ein enges weinrotes Kleid und hohe ebenfalls weinrote High Heels."Nein, das ist nicht zu freizügig", streite ich ab. Daraufhin verdreht er die Augen und steht vom Bett auf. Ein Lächeln huscht über meine Lippen:"Ich dachte es ist respektlos die Augen zu verdrehen." "Ist es auch. Soll ich dich mitnehmen?", fragt er und nimmt meine Hand. Ich nicke, woraufhin er mich ins Bad zieht, um mir meine nassen Haare zu föhnen.

Ich folge mit meinen Augen der Straße. Es ist viertel vor Acht. Ich habe also noch eine Viertelstunde, um zur Arbeit zu kommen. Zum Glück ist der Verlag nicht weit weg. Auch Can muss zur Arbeit, doch er kann kommen wann er will, schließlich ist er der Boss in der Firma. Er hat vor weniger als einem Monat die Firma seines Opas geerbt, weil dieser nun in Rente geht und ihm seine Firma vermacht hat.

Als Can seine Hand auf mein Knie legt, zucke ich zusammen. "Was ist los?", fragt er überrascht. Ich lege meine linke Hand auf seine Rechte:"Deine Hand ist kalt." Er entschuldigt sich bei mir, woraufhin ich meine Hand wieder weg nehme und den Blick wieder auf die Straße richtet. Während Can ebenfalls weiter auf die Straße blickt, bewegt sich seine Hand mein Bein entlang, meiner Mitte entgegen. Mir stockt mein Atem und mein Blick wandert zu ihm. Weiterhin starrt er auf die Straße und zeigt keinerlei Reaktion. Wie macht er das nur? Wie kann er sich gleichzeitig auf die Straße und auf mich konzentrieren? Ein Lächeln ziert jedoch seine Lippen, was mir zeigt, dass er meine Reaktion ziemlich amüsant findet. Ich lege meiner Hand wieder auf seine, sodass er sie nicht weiter bewegen kann.

Can lenkt den schwarzen Wagen auf einen Parkplatz neben dem Verlagsgebäude und ich öffne die Tür, um auszusteigen. Er packt jedoch mein Handgelenk und hält mich so auf:"Ich hole dich hier heute um drei Uhr nach der Arbeit ab. Pass auf, dass dich keiner an grabscht." Ich bin ein wenig verwirrt:"Sei doch nicht albern Can. Wer sollte mich auf der Arbeit bitte an grabschen wollen?" "So wie du aussiehst, würde es mich wundern wenn sich niemand nach dir umdrehen würde." Ich bin zwar froh, dass er mir Komplimente macht, doch sein Kontrollwarn macht mich ein wenig fertig. "Ich pass schon auf mich auf", sage ich und er lässt daraufhin mein Handgelenk los. Dann scheint ihm meine Antwort wohl zu genügen. Gut so!

Hinter mir schließe ich die Tür und gehe auf das Gebäude zu. Er macht sich einfach zu viele Sorgen um mich. Zwar ist diese Sorge wenn wir in irgendwelche Clubs gehen auch berechtigt, auf der Arbeit ist diese Sorge jedoch überflüssig. Wer sollte mich bitte auf der Arbeit anmachen? Das würde niemand wagen. Nicht in meiner erste Woche. Außerdem arbeiten in meiner Abteilung sowieso nicht viele Männer, die mich anstarren könnten. Nur mein Boss und Ethan Crown würde ich zutrauen, dass sie mir nachsehen. Ethan und ich sind sowas wie Freunden im Büro und mein Boss ist total egozentrisch, also braucht Can sich keine Sorgen zu machen. Er bleibt mein Lieblingsarschloch.

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