Kapitel 1: Are you lost in the world like me?

Für Maldeca, die die Geschichte aus dem Schrank gelockt hat. :)



Dieses Kind war nicht erwünscht auf der Welt. Das spürte das kleine Wesen auch. Sofort, nachdem es dem Mutterleib entnommen war, fing es zu schreien an. Laut. Anhaltend. Zwei Stunden und mehr.

Nichts konnte das Kind beruhigen, nicht die erschöpften Arme der Mutter, nicht das Singen des Vaters, keine Milch, keine warme Decke. Nichts.

Denn dieses Kind war nicht dazu bestimmt, in einer solchen Welt zu überdauern. Der Schmerz war kein Trennungsschmerz, keine Reaktion auf das Trauma der Geburt.

Es war Verzweiflung. Das Wissen, dass es in eine feindliche Welt geraten war, in eine kalte Welt, wo der Atem nicht frei, das Herz nicht fröhlich war.

Das Kind schrie. Bis es zu müde war, bis es heiser krächzte. Und schließlich verlor das Baby die Weisheit der ersten Stunde, wurde zu einem beinahe normalen Kind, wuchs heran.

Die Eltern umarmten ihr Kind, das sie niemals lieben würden.

Und nannten das Mädchen „Siria.“

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Herzlich Willkommen zu einem kleinen Experiment. Das hier ist ganz anders als das, was ich sonst so schreibe: Vom Thema her, aber auch von der Struktur. Die Kapitel stehen nicht in chronologischer Reihenfolge, die müsst ihr euch selbst zusammenpuzzlen (wird im letzten Kapitel aber auch aufgelöst).

Es gibt noch einen zweiten Teil, „Der Atem des Himmel“, den ihr ebenfalls lesen solltet.


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