Kapitel 15

Nachdem die ganzen Krankenschwestern nach mir gesehen hatten und auch die Nachtschwester ihren Rundgang gemacht hatte, konnte ich einfach nicht anders als zu lachen.

Lion hatte sich sehr professionell hinter dem Vorhang versteckt aber ihn hatte niemand erwischt.

"Kannst rauskommen da kommt niemand mehr," meinte ich kichernd zu Lion.

"Woher weißt das ?"

"Meinst du ich liege das erste mal in diesem Krankenhaus?", wollte ich wissen mit einer gewissen Bitterkeit in meiner Stimme.

"Wegen ihm?," wollte Lion plötzlich aus dem nichts wissen.

"Wegen wem?", fragte ich nach. Aber ich wusste schon wen er meinte.

"Ich denke du weißt wen ich meine," meinte Lion ernst. Ich nickte leicht.

"Ja wegen ihm," meine Stimme gab mal wieder den Geist auf. Himmel was hatte ich verbrochen? War das weil Lion hier war? Oder war es weil ich auf meinen Kopf gefallen war?

"Warum?", wollte Lion wissen.

Ich zuckte nur unbeteiligt mit den Schultern.

"Meistens habe ich nur Blaueflecken von Shawn's Aggressionen getragen. Aber manchmal war er wütender als jeder Hurrikan dieser Welt. Da hat er mich dann zu Boden geschlagen. Einmal lag ich sogar 2 Monate im Koma. Ich weiß nicht wieso ich nicht aufgehört habe zu kämpfen. Ich hätte sterben müssen. Aber mein Körper ist zu stark. Er hat mich aus allem wieder rausgezogen," meinte ich und sah Lion an. Der auf einmal so aussah als wollte er jemanden umbringen.

"Ich drehe ihm den Hals um."

"Nein tue das nicht wenn Shawn erfährt das ich dir das erzählt habe bin ich tot," meine ich ängstlich, doch Lion lacht nur.

"Bevor der dich auch nur mit einem Finger berühren kann habe ich ihn schon Krankenhausreif geschlagen," meinte Lion fest überzeugt.

"N-nein tue das bitte nicht," meinte ich noch ängstlicher als zuvor.

Lion, der die ganze Zeit vor dem Vorhang stand, hinter dem er sich versteckt hatte, bewegte sich langsam auf mich zu.

"Wieso nicht," fragte er verwundert.

"Du bist vielleicht stärker wie Shawn aber du bist nicht stark genug gegen seine Gang zu kämpfen."

Lion lächelte mich zaghaft an und meinte dann:"Mach darum bitte keine Sorgen."

"Ich kann nicht zulassen dass sie, wegen mir, dir weh tun," meinte ich und versuchte stark zu klingen aber ich scheiterte kläglich.

"Und ich kann nicht zulassen, dass sie das noch weiter hin mit dir machen."

"Lion? Kannst du- Kannst du vielleicht heute hier bleiben?", fragte ich vorsichtig.

"Ich habe doch schon gesagt, dass ich dich heute nicht alleine lasse. Ich halte für gewöhnlich meine Versprechen," meinte Lion und lächelt mich wieder an.

"Ich- ich dachte nur weil- weil du gesagt hast dass du Shawn schlagen wirst, dass du mich jetzt alleine lässt," meine ich peinlich berührt.

"Das mit Shawn kann warten, denn ich habe Niveau und breche meine Versprechen nicht," meinte Lion und stand nun neben meinem Bett.

"Und jetzt rutsch mal ein Stück ich will nicht auf dem Boden schlafen," fügte er hinzu.

"Ich habe doch gesagt du sollst auf dem Stuhl schlafen, wenn du hier bleibst," necke ich Lion, der mich erstaunt ansah. Schnell hatte er seine Emotionen wieder gesammelt und grinste mich schlemisch an.

"Nicht so frech. Wir wissen doch beide, dass du mich gerne neben dir liegen hast. Habe ich recht?"

Wenn er nur wüsste wie Recht er damit hatte. Ich wollte ihm aber nicht den Triumph geben und ihm zeigen wie unterlegen ich ihm tatsächlich war. Also schüttelte ich nur unbeholfen den Kopf.

Plötzlich beugte Lion sich vor und flüsterte mir :" Wir wissen doch beide dass du lügst," in mein Ohr. Mein kompletter Körper verspannte sich und ich fing an zu zittern.

"Hey was ist den los?", wollte Lion wissen der mein zittern bemerkt hatte.

Ja, gute Frage was war los mit meinem Körper. Um ehrlich zu sein hatte ich Angst. Mir waren wieder Bilder in Kopf gekommen, die mir zeigten wie Leute, die mir Zuneigung zeigten sich von mir abwandten. Ich konnte nicht nochmal verkraften von jemandem verstoßen zu werden. Mein Körper hat Schutzmauern gebaut, in die noch niemand reingekommen ist. Niemand weiß wer ich wirklich bin, denn mein Körper ließ das beim besten Willen nicht zu.

Deswegen drehte ich mich von Lion weg und rollte mich zu einer Kugel zusammen. Zuerst tat sich gar nichts und ich dachte Lion hätte aufgehört. Aber falsch gedacht. Wenige Minuten in denen Lion wahrscheinlich überlegt hatte was er machen soll bewegte sich die Matratze etwas.

Lion hatte sich auf die Matratze gesetzt. Plötzlich spürte ich zwei starke Arme um mich. Ich wehrte mich erst dagegen doch ich wusste, dass Lion mich nicht loslassen würde also ließ ich locker. Lion hob mich auf seinen Schoß und drückte mich gegen seine Brust. Er sagt nichts und war einfach nur da. Mein Körper zitterte immer noch. Lion versuchte mich durch beruhigende Bewertungen seiner Hand auf meinem Rücken zu beruhigen.

"Tut mir leid," meinte Lion aufrichtig nach einer Weile.

"Das- das braucht dir nicht leid zu tun. Du kannst ja nichts dafür, dass ich so ein Frack bin," stotterte ich vor mich hin.

"Hör auf dir irgendeinen scheiß einzureden, den anderen sagen, weil sie kein Niveau haben," brummt Lion und legt seinen Kopf auf meine Schulter.

"Sie haben doch Recht. Ich kann nichts dagegen machen. Ich bin einfach nur... scheiße. Ich habe kein Recht zu Leben-."

"Antony Summer," knurrt Lion in meinen Nacken was mir eine Gänsehaut machte.

"Wag es ja nicht jemals wieder in meiner Gegenwart zu behaupten du hättest es nicht verdient zu leben. Denn genau du hast es. Meinst du nicht die Leute, die dich lieben würde dich vermissen? "

"Mich liebt keiner. Wie kann man mich auch lieben ich bin ekelhaft."

Frustriert fährt sich Lion mit einer Hand durch seine wundervollen braunen Haare. Wenn ich sie nur auch anfassen könnte...

"Du bist nicht ekelhaft. Tony hör auf sowas zu denken. Es gibt außerdem Menschen, die sich lieben und schätzen."

Ich sah Lion erstaunt an:" Wer denn? Wer liebt mich ?"


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