Kapitel 24

Ich krabble gebückt durch den engen Gang. Bevor ich mich weiter durch den Gang bewege, bleibe ich kurz auf dem Boden, der ebenfalls auf Beton besteht, sitzen. Ich wundere mich wieso hier kein Wasser ist. Das ist jedoch nicht die Sache, die mich gerade am Meisten beschäftigt. Was habe ich da getan? Ich habe Jackson geküsst? Oder hat er eher mich geküsst? Ach, ich habe keine Ahnung. Ich bin so durcheinander. Ich werfe einen Blick zurück. Jackson ist jedoch nicht zu sehen. Ob er auf mich wartet? Wahrscheinlich.

Ich krabble weiter. Es ist verdammt anstrengend auf dem Boden herum zu krabbeln. Meine Knie sind wahrscheinlich schon jetzt komplett blau. Der Gang wird immer enger und enger, bis ich am Ende angekommen bin.

Dort steht sie. Die Krone der Depriver. Ich vernehme wieder die Schlangenstimme:"Ja. Nimm mich mit. Ich gehöre dir." Die Stimme verführt mich. Die Krone ist weiß und leicht durchsichtig. Sie ist wunderschön.

Ich erinnere mich an die Szene die Rosé mir gezeigt hat und ein Bild der Orokrone erscheint vor meinen Augen. Sie hatte eine ähnliche Farbe. Die Orokrone scheint aus weißem Glas zu bestehen. Kann sie denn kaputt gehen? Das wäre ziemlich unvorteilhaft.

Ich strecke meine Hand nach der Krone aus und streiche mit der Fingerspitze darüber. Sie ist nicht glatt, sondern eher etwas huckelig.

"Beth? Geht es dir gut?", ich höre Jacksons Stimme von weit her. Wow, er macht sich wirklich Sorgen. Ich seufze und rufe dann:"Ja!" Meine Stimme halt durch den Tunnel. Es geht mir wirklich überraschend gut. Ich hätte irgendwie nicht damit gerechnet, dass die Krone ungeschützt hier herum liegt. Wäre das meine Krone, würde ich sie von einer Legion an ausgebildeten Vampiren und Werwölfen beschützen lassen. Schließlich bin ja ein Hybrid und gehöre somit zu den Vampiren und zu den Werwölfen, obwohl ich ja momentan eigentlich ein Mensch bin. Ich habe mir immer noch überlegt, ob ich nun eher ein Vampir oder ein Werwolf sein will. Fürs Erste bin ich nämlich ziemlich zufrieden damit ein Mensch zu sein.

Ich umfasse die Krone mit beiden Händen. Wie schwer ist sie wohl? Dann hebe ich sie hoch. Die Krone ist leichter als gedacht. Ich betrachte sie ein bisschen.

Plötzlich bewegt sich der Sockel auf dem die Krone sich befunden hatte nach unten. So etwas gibt es doch nur in Filmen? Oder? "Mist, ich solle wohl eher verschwinden", sage ich zu mir selbst. Ich mache mich wieder auf den Weg zurück zu Jackson.

Auf einmal öffnen sich mehrere kleine Löcher und Wasser strömt aus den Löchern in den engen Gang. Oh nein, was ist denn hier los? Der Gang wird wahrscheinlich innerhalb von einer Minute komplett voller Wasser sein. Ich bewege mich so schnell ich kann weiter zum Ausgang.

Schon nach wenigen Sekunden reicht mir das Wasser fast bis über meine Ellenbogen. Ich hole mehrmals tief Luft, als das Wasser meinen Rücken um spült.

Das Wasser reicht mir schon bis zum Kinn. Ich muss nun blitzschnell handeln, da ich das Ende des Ganges nur noch einige Meter von mir entfernt ist. Wenn ich weiter durchs Wasser krabbele, bin ich jedoch nicht schnell genug und bin ertrunken ehe ich mich in Sicherheit bringen kann. Ich halte die Luft an und tauche unter. Zum Glück gibt es mittlerweile genug Wasser, um richtig tauchen zu können.

Ich tauche und tauche so schnell ich kann. Genug Luft habe ich noch und sehe wie der Ausgang glücklicherweise immer näher kommt. Ich habe es geschafft. Nach ein paar Schwimmzüge und dann bin ich da. Ein Zug, zwei Zug, drei Züge und dann habe ich den Ausgang erreicht. Ich versuche heraus zu klettern und strecke meine Hand heraus. Jackson ergreift meine Hand und zieht mich zu sich heraus. Ich lande schwer atmend im Kanalwasser. Jackson kniet besorgt neben mir:"Geht es dir gut?" Er streichelt sanft meine Wange. Ich nicke atemlos und streiche mir die klitschnassen Haare aus dem Gesicht. Er lächelt und zieht mich auf seinen Schoß. "Deine Augen haben aufgehört zu glühen", stellt er fest. Ich schaue ins Wasser und beobachte mein Spiegelbild. Jackson hat Recht. Meine Augen sind wirklich wieder so grün wie sonst und leuchten nicht mehr. Jackson nimmt meine Hand in seine und fragt vorsichtig:"H-Hast du die Krone mit gebracht?" Ich schnappe immer noch nach Luft und ziehe dann die Depriverkrone aus meiner Jackentasche. Ich gebe sie Jackson und versuche von seinem Schoß herunter zu klettern. Er hält mich jedoch mit einer Hand fest und hält in der Anderen die Krone. Ich seufze:"Lass mich bitte von deinem Schoß herunter, Jackson." "Nein", sagt er komplett auf die Krone fokussiert. Er dreht sie hin und her und beobachtet sie. Ich will hier nicht die ganze Zeit auf seinem Schoß herum sitzen, weshalb ich ihm die Krone einfach weg nehme. Es wundert mich, dass er sie sich einfach wegnehmen lasst. Schließlich ist er ein Vampir und ist super stark. "Willst du etwa, dass ich mich dir anstatt der Krone zu wende", fragt er grinsend. Ich verdrehe die Augen:"Nein. Ich will, dass du mich loslässt. Ich will zu den Anderen zurück." Er schmollt etwas:"Schade." Dann grinst er dreckig:"Das hätte ich aber liebend gerne gezeigt. Dann hätte ich dir gezeigt, was ich so kann." Ich erinnere mich an einen Satz den Matt mal zu mir gesagt hat:" Er ist nervig, sarkastisch, provozierend und pervers...". Damals wusste ich nicht, was er meint, heute würde ich ihm jederzeit Recht geben."Lass mich los", sage ich etwas trotzig. Er zuckt mit den Schultern und lässt mich von seinem Schoss herunter. Ich steckt die Krone wieder in meine Tasche und klettere von seinem Schoss. Ich bin froh endlich wieder ein bisschen Abstand zwischen uns zu bringen. Langsam wurde es mir nämlich einfach zu heiß zwischen uns. Ich laufe voraus und er folgt mir. Wir machen uns wieder auf den Weg zu den Anderen...

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