Kapitel 3

Ich mustere ihn. Er hat sich umgezogen und trägt jetzt ein schwarzes Muskelshirt. So kann ich seine muskulösen Arme sehen. Seine Haare sind noch viel verwuschelter als bei unserem ersten Treffen. Wahrscheinlich ist er gerade erst aufgestanden. "Mund steht offen. Habe ich dich etwa so sehr beeindruckt?", fragt er sarkastisch. Ich habe noch nicht einmal gemerkt, dass mein Mund offen steht, deshalb schließe ich ihn schnell und verschränke ich die Arme vor der Brust:"Ich kann mich nicht erinnern dich herein gebeten zu haben, Jackson." "Tja, zum Glück ist mir das egal. Die einzige Person, die mir etwas zu sagen hat bin und jetzt chill mal ich bin gleich wieder weg und nehme Matthew direkt mit", sagt er in einem scharfen Ton. Diese Schärfe lässt mich zusammen zucken. Warum ist er so? Heute Nachmittag war er viel netter, obwohl VIEL netter nicht, höchstens etwas netter. Ich verdrehe die Augen und setze mich wieder auf den Hocker, um meinen Joghurt weiter zu essen, da meine beiden Nachbarn laut Jackson sowieso wieder innerhalb der nächsten zwei Minuten verschwinden. Matthew scheint entrüstete zu sein:"Sei doch nicht so unhöflich. Das ist schließlich Bethanys Wohnung, Jackson. Wenn du nicht nett bist kannst du direkt wieder gehen." Jackson lacht:"Du hast mir gar nichts zu sagen, Johnson." "Das weiß ich, du solltest aber trotzdem nett sein sonst lässt sie dich dem nächst nicht mehr in ihre Wohnung", sagt Matt und als ich ihn anschaue sehe ich einen Blick, der zu sagen scheint 'Zeig Respekt du bist nicht Gott'. Jetzt schalte ich mich ein:"Hey, hört auf über mich zu reden, als wäre ich nicht da. Ich sitze neben euch und höre auch ziemlich gut." Plötzlich klopft es zum dritten Mal an unsere Tür. Ich renne wieder los und reise die Tür auf. Langsam beginnt mich das ständige Öffnen zu langweilen.

Vor der Tür steht ein Mann mit einem Drei-Tage Bart. Das muss wohl Luke sein:"Guten Tag, ich bin Luke. Sind vielleicht zwei anstrengende Jungen im Alter von etwa 17 Jahren vor ca. 5 Minuten in deine Wohnung gestürmt?" Ich nicke und lasse ihn wortlos hinein. Auch Luke geht ins Wohnzimmer und mein Blick fällt auf die meine beiden Nachbarn. Meine Kinnlade klappt wieder herunter. Jackson hält Matt am Hemdkragen fast und hat ihn gegen den Kühlschrank gedrückt. Matts Auge sieht gerötet aus und ich bin mir ziemlich sicher, dass Jackson ihm eine verpasst hat. Das wird sicher noch richtig blau. Luke rennt auf die Beiden zu und zieht Jackson von Matt weg und schreit:"WAS IST DENN HIER LOS? DAS KANN DOCH JETZT NICHT EUER ERNST SEIN. HÖRT AUF EUCH STÄNDIG ZU STREITEN. WAS IST DENN HEUTE SCHON WIEDER EUER PROBLEM? IST EUCH EIGENTLICH KLAR, DASS WIR JETZT SCHON EINEN SCHLECHTEN EINDRUCK BEI DEN NEUEN NACHBARN HINTER LASSEN HABEN? BESONDERS DU JACKSON!" Jackson hebt seinen Arm und zeigt mit dem Finger auf mich:"Sie ist das Problem!" "Ich?", ich bin entsetzt. Wie kann er so etwas sagen? Wieso bin ich ein Problem. "Das ist Quatsch. Hör nicht auf ihn", sagt Matt zu mir. Jackson schüttelt den Kopf:"Nein, es stimmt und das wisst ihr beide auch. Ich bin nur der Einzige, der es wagt es ihr zu sagen." Ich kann meine Wut nicht mehr zurück halten:"Das wird mir jetzt echt zu blöd. Ich gehe jetzt und-" Ich werde von meinem Vater unterbrochen:"Hallo, Schatz. Ich bin wieder da. Wie war dein-" Er stoppt abrupt, als er unsere Nachbarn erblickt und sagt:"Oh, wir haben Besuch. Möchtest du mir deine Freunde nicht einmal vorstellen, Beth?" "Hallo Papa, das sind unsere neuen Nachbarn. Sie wollten gerade wieder gehen", antworte ich schnell und versuche Luke in Richtung Tür zu schieben, doch er ist zu schwer und ich schaffe es nicht einmal ihn einen Zentimeter zum Ausgang zu bewegen. "Ach warum denn? Sie können gerne bleiben und mit uns essen?", schlägt mein Vater vor und ich versuche gebe es auf Luke zum Gehen zu bewegen. Das ist eine ganz schlechte Idee! "Das ist eine super Idee", sagt Jackson und schenkt meinem Vater ein Engelslächeln. Ich werfe ihn meinen Du-falsche-Schlange Blick zu. Jetzt schaltet Luke sich ebenfalls ein:"Ja, ich finde die Idee auch super. Wenn wir dürfen würden wir gerne mit ihnen essen." "Natürlich. Ich freue mich unsere neuen Nachbarn kennen zu lernen", erklärt mein Vater und deutet mit einer stillen Geste in Richtung Tisch, was so viel heißt, wie 'Setzt euch und fühlt euch wie zu Hause'. Luke setzt sich an den Esstisch und die beiden Junge folgen ihm. Auch mein Vater setzt sich hin und wirft mir einen auffordernden Blick zu, deshalb setze ich mich auf den freien Stuhl zwischen Jackson und Matt, die sich anscheinend so weit wie möglich voneinander weg setzen. Matt scheint ziemlich froh zu sein, dass ich mich zwischen sie setze und Jackson schenkt mir ein ziemlich falsches Lächeln, was keiner außer zu bemerken scheint. Ich schenke ihm ebenfalls ein falsches Lächeln und nehme mir ein Stück Pizza vom Teller. Auch die Anderen nehmen sich ein Stück und beginnen zu essen. Ich bin die Erste, die ihr Stück Pizza aufgegessen hat und da ich nicht unhöflich sein will, warte ich darauf dass alle fertig sind. Ich beobachte Jackson, dabei wie er einen großen Bissen von seinem Stück Pizza problemlos abbeißt. Dabei fällt mir die Schärfe seiner weißen Zähne auf. Sein Haar fällt ihm locker in die Augen und ich würde nur zu gerne hindurch fahren, aber das wäre sicher ziemlich unangebracht. "Es schmeichelt mich zwar sehr, dass du deinen Blick nicht von mir lassen kannst, aber wenn ich esse, werde ich nicht so gerne angestarrt, also schau bitte jemand anderen an. Später habe ich, aber nichts dagegen, wenn du mich ansiehst", sagt Jackson zwischen zwei Bissen ohne mich an zu sehen. Ich verdrehe die Augen und wende mich ab.

Als alle fertig gegessen haben, fragt mein Vater:"Wollt ihr noch hier bleiben und mit uns einen Film schauen?" Jackson und Luke bejahen gleichzeitig während Matt nur stumm da sitzt. Er scheint nicht besonders froh darüber zu sein, akzeptiert es aber. "Was für einen Film wolltest du heute nochmal schauen, Schatz?", fragt mein Dad und ich erröte etwas, da mir der Kosename so unendlich peinlich ist. Jackson öffnet den Mund und ich bin mir ziemlich sicher, dass er etwas dazu sagen wird:"Was ist dir denn so peinlich, Babe?" Ich schnaube:"Iron Man 2 und ich stehe nun einmal nicht auf Spitznamen." Jackson lacht und ich verschränke die Arme vor der Brust. Der kann mich mal. Ich stehe auf, räume meinen Teller in die Spülmaschine und lege mich dann auf eines der Sofas.

Nachdem alle ihre Teller weg geräumt haben, gesellen sich die Anderen zu mir aufs Sofa. Matt und Luke setzen sich auf das andere freie Sofa und mein Vater setzt sich in den einzigen Sessel. Jackson denkt kurz nach und hebt, dann meine Beine hoch, um sich auf das Sofa zu setzen. Er lässt sich auf dem Sofa nieder und legt dann meine Beine wieder auf seinen Schoss. Ich versuche meine Beine von seinem Schoss zu nehmen, doch er hält sie nach wie vor fest. Mein Vater schiebt die DVD in den DVD-Player und ich gestehe mir ein, dass ich es doch ziemlich gemütlich finde, mit meinen Beinen auf Jacksons Schoss lang ausgestreckt zu liegen und den Film zu schauen. Seine Beine sind warm und ich spüre seine Muskeln am meinen Unterschenkeln. So sitzen wir während des ganzen Filmes still da und ab und zu fällt mein Blick auf Jackson. Unbemerkt registriere ich jede seiner Reaktionen auf den Film.

Als der Film zu Ende ist, stehen Luke, Matt und mein Vater sofort auf, doch Jackson lässt noch etwas auf mich warten. Luke, Matt und mein Vater gehen zusammen zur Tür und ich versuche ebenfalls auf zu stehen, doch er hält mich an meinen Füßen fest und beginnt sie langsam zu massieren. Ich sehe ihn fragend an. Was hat er vor? Dann wandern seine Finger von meinem Fuß, über meinen Knöcheln und mein Bein hinauf. Ich schnappe nach Luft. Das habe ich echt nicht erwartet. Mir läuft ein Schauer über den Rücken, als er mit seinen Fingern mein Bein immer wieder entlang fährt.Mein Herz schlägt schneller. Dann zieht er seine Hand plötzlich ruckartig weg und ich ziehe eine Augenbraue hoch. Er deutet mit seinen Augen hinter mich und ich drehe den Kopf. Im Türrahmen steht Matt mit einer hochgezogenen Augenbraue. Ich drehe meinen Kopf schnell weg und werfe Jackson einen bösen Blick zu? Hinter mir scheint Matt seine Wort wieder erlangt zu haben:"Kommst du Jackson? Wir wollen gehen." Jackson nickt, steht auf und lässt mich allein zurück. Sekunden später höre ich die Tür, die ins Schloss fällt. Ich seufze. Was war das denn?


Comments

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media