Kapitel 3

Ich ziehe meinen langen Mantel über und streife meine dicken Winterstiefel über. Dann verstecke ich meinen Lederbeutel unter dem Mantel und verlasse das Haus. Die Anderen haben sich schon vor dem Haus verwandelt, um mich zu verabschieden. Sie haben sich in einer Reihe aufgestellt und warten auf mich. Ich umarme erst meine beiden Schwestern, dann meine Mutter und zum Schluss meinen Zwillingsbruder. Es fällt mir besonders schwer mich von Berry zu verabschieden. Ich habe mein ganzes Leben mit ihm verbracht. Wir sind gleich alt und trotzdem haben wir uns unterschiedlich entwickelt. Er legt mir eine Hand auf die Schulter:"Mach's gut Bruder. Du wirst es sicher gut machen." Ich nicke:"Danke Berry. Ich schaffe das schon." Er zieht mich zum Abschied kurz in eine brüderliche Umarmung, löst sich dann aber wieder schnell. Ich weiß, dass er kein Fan von Körperkontakt ist. Deshalb kümmert er sich auch nicht um Gracie. Mom nicht mir zu und sagt mir damit, dass ich gehen sollte. Sie hat ja Recht. Ich muss gehen, sonst wird der Abschied nur noch schwieriger. Grace sitzt auf dem Boden und kaut auf ihren Finger herum. Ich gebe ihr einen Kuss auf die Wange und sie kichert. Dann gehe ich zu meinem dunkelbraunen Hengst und steige auf. Gracie sieht mich fragend an. Als ich checke, ob ich als hab, beginnt Gracie zu verstehen, was los ist und ihre Augen füllen sich mit Tränen. Ich schaue hilfesuchend zu Mom. Sie nicke und nimmt meine kleine Schwester schnell auf den Arm. Mit einem letzten Blick auf Berry und Emily, wende ich mein Pferd und lasse es lostraben. Sie winken mir zu. Ich wende mich nach vorne und lasse Deventer in Richtung unseres kleinen Dorfes traben, welches sich einige Minuten von unserem Haus entfernt befindet. Unser Haus liegt etwas abgelegen. Diesen Platz hatten meine Eltern früher gewählt, damit wir mehrere Tiere halten können. Nun hat sich das als ein guter Plan dargestellt. Schließlich haben wir mehrere Tiere. Ein Pferd, einen Hund, eine Katze, ein Kaninchen, aber auch Hühner, Kühe und Schafe.

Als ich in unserem kleinen Dorf angekommen bin, steige ich von meinem Pferd ab und gehe in den Fischladen. Dort arbeitet mein Vater. Ich hoffe, dass er da ist, sonst kann ich mich nicht von ihm verabschieden. Ich binde Deventer an und steige ab. Er wiehert laut und ich tätschle seinen Hals:"Warte hier auf mich!" Ich ziehe eine Karotte aus meiner Tasche und füttere ihn damit. Dann gehe ich in den Laden.

Eine Glocke klingelt. Ein Mann kommt aus einem kleinen Raum und begrüßt mich freundlich. Dann erkennt er mich:"Oh, guten Morgen, Ethan. Was tust du hier?" "Hey Dad", grüße ich ebenfalls und gehe auf ihn zu. Mein Dad nimmt mich in den Arm. "Schön dich endlich mal wieder zu sehen, Sohn", sagt er. Ich nicke:"Die Freude ist ganz meiner Seites. Wie geht es den Anderen?" "Ganz gut", sage ich ehrlich und löse mich von ihm, um ihm den Brief zu geben, der mir vor kurzer Zeit zugeschickt wurde. Er nimmt den Brief und beginnt zu lesen. Zwischendurch fährt er sich mit einer Hand immer wieder durch das braune Haar und kneift seine silbrigen Augen zusammen. Das ist das Besondere an unserer Familie. Unsere Augen schimmern silbrig.

Als er den Brief komplett ausgelesen hat, schaut er mich mit verkniffenem Blick an:"Das heißt du bist nur hier, um dich zu verabschieden?" Ich nicke. Es schmerzt ihn so zu sehen, aber ich muss einfach gehen. Er gibt mir den Brief zurück und sieht mich dann ernst an:"Ethan?" "Ja?", frage ich ein wenig angespannt. "Du machst mich sehr stolz. Du bist das Erste meiner Kinder, welches die große Reise durch die Welt antritt. Du wirst das super machen. Ich glaube an dich", sagt er mit einem stolzen Lächeln auf den Lippen. Ich sehe zufrieden zu ihm auf. "Danke Dad! Es bedeutet mir sehr viel das von dir zu hören", gebe ich zu und verabschiede mich dann:"Ich muss jetzt los. Ich bin froh dich getroffen zu haben." "Warte kurz", mein Vater verschwindet kurz in einem kleinen Raum. Wenige Sekunden später kommt er mit einem großen Beutel wieder. "Hier", sagt er und gibt mir den Beutel. Ich öffne ihn und schaue hinein. Darin befinden sich einige Fischstücke mit Eiswürfeln. Ich freue mich:"Danke Dad!" "Gerne! Du musst ihn aber heute essen, sonst wird er schlecht", warnt er. Ich nicke und verlasse den Raum, nachdem ich mich verabschiedet habe. Dann steige ich wieder auf mein Pferd auf und mache mich auf in Richtung der Hauptstadt unseres Königreiches.

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