Kapitel 3

Der Schnee fällt in dicken weißen Flocken von schwarzen Nachthimmel. Ich sitze auf einem Baum und meine Beine baumeln locker herunter. Meine Hände sind mit Handschuhen bedeckt und auf meinem Kopf trage ich eine warme Strickmütze und an meinen Füßen trage ich Winterstiefel. Neben mir steht mein Rucksack in einer großen Astgabel. Ich greife hinein, hole einen Laib Brot heraus und schneide mit meinem Messer von zu Hause eine dünnes Scheibe Brot ab. Dann schiebe ich sie mit genüsslich in meinen Mund. Ich seit heute morgen nichts mehr gegessen und das war nur ein halber Apfel. Natürlich habe ich noch genug zu essen und noch mein ganzes Geld, denn auch wenn ich erst seit drei Tagen von zu Hause weg gelaufen bin, spare ich mir mein Essen lieber auf. Gestern Abend habe ich eine alte Zeitung aus einer Mülltonne gekramt und in den Vermisstenanzeigen nach meinem Namen gesucht, doch leider habe ich nichts gefunden, aber als ich mir dann einen Blick auf die Titelseite geworfen habe, erblickt ich meinen Namen in Großbuchstaben. Kitty Pryde, ein zwölfjähriges Mädchen aus den USA verschwand vor drei aus ihrem Haus, stand da geschrieben und darunter war ein Bild von mir und meinen Eltern gedruckt worden. Ich hatte mein Messer genommen und das Bild vorsichtig heraus geschnitten. "Was tust du auf meinem Baum", fragt eine Stimme hinter mir und ich fahre erschrocken herum. Die Stimme gehört einem Jungen mit braunem Haar und blauen Augen steht am Fuß des Baumes:"Wer bist du denn?" "Ich habe dich zuerst gefragt. Also was machst du auf meinem Baum?", fragt der Junge misstrauisch. Ich werfe ihn einen bösen Blick zu:"Das ist nicht mein Baum. Oder hast du ihn gekauft? Aber ich beantworte deine Frage. Ich bin von zu Hause weg gelaufen, weil ich einen Unfall hatte und danach habe ich merkwürdigen Kräfte bekommen. Meine Eltern haben mich seitdem nicht mehr aus dem Haus gelassen und ich musste sogar auf eine Internetschule wechseln, deshalb habe ich mich dazu entschieden wegzulaufen. So ist es für alle leichter." Er scheint einen Geistesblitz zu haben:"Du bist das Mädchen aus der Zeitung. Ich habe dich auf dem Foto gesehen. Ok, ich vertraue dir und du darfst hier auf meinem Baum bleiben, denn eigentlich sind wir ja ziemlich gleich." Ich schüttele den Kopf:"Ich denke nicht, dass wir gleich sind." "Doch. Wir sind ähnlicher als du denkst. Wir beide sind Mutanten, nur dass wir unterschiedliche Kräfte haben. Ich zum Beispiel kann Eis erzeugen und du?" "Das geht dich nicht an", sage ich, denn ich bin ihm gegenüber immer noch misstrauisch. Er hebt eine Augenbraue hoch:"Ach komm schon. Wenn ich dir vertrauen soll musst du mir auch vertrauen, aber ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Bobby und ein Mutant genau wie du und ich kenne noch mehr Mutanten." Ich hole meinen Rucksack aus der Astgabel und springe vom Baum:"Ok, ich zeige dir was ich kann." Ich stelle mich an die Stelle des Baumes an der Bobby mich nicht mehr sehen kann und gehe mit Hilfe meiner Kräfte durch den Baum. Genau so habe ich es geübt:"Ich kann durch Objekte durch gehen." "Wow, jetzt ich", Bobby streckt seine rechte Hand aus und zeichnet mit seiner linken Hand einen Kreis hinein. Aus dem Kreis wird ein weißer Schneeball, der auf seiner Handfläche tanze. Er nimmt ihn herunter und wirft ihn nach mir. Ich reagiere blitzschnell und gehe mit Hilfe meiner Kräfte wieder auf die andere Seite des Baumes zurück. Wir beide lachen und ich strecke meinen Kopf wieder hinter dem Baum hervor und frage:"Bist du auch von zuhause weggelaufen?" Er schüttelt den Kopf:"Nein, meine Eltern waren auch Mutanten, aber sie wurden getötet als ich noch ganz klein war. Ich lebe schon seit zwei Jahren auf der Straße und davor habe ich bei meinen Mutantenfreunden gewohnt." "Das tut mir leid. Hast du hunger?", frage ich ihn und er nickt. Ich krame einen Apfel aus meinem Rucksack und werfen ihn Bobby zu. Bobby beißt genüsslich hinein und der Saft fließt heraus:"Danke." Ich lächele:"Und was wollen wir jetzt machen?" "Ich hätte da eine Idee. Ich könnte dir die anderen Mutanten vorstellen. Sie sind echt cool und du wirst sie sich mögen", schlägt Bobby vor. "Ok, dann lass uns losgehen." Er nickt und wir machen uns zusammen auf den Weg.

Als wird die Stadt durchqueren, ziehe ich mir die Kapuze ins Gesicht, sodass es den Menschen in meiner Umgebung unmöglich ist mich zu erkennen. Ich und Bobby gehen an einem Elektronikmarkt vorbei und bleibe kurz stehen, um mir die Nachrichten auf einem Ausstellungsstück anzusehen. Gerade wir vom Einsturz eines Schulgebäudes in der Nähe berichtet und plötzlich klingelt es bei mir:"Bobby! Sieh mal da. Dieses eingestürzte Schulgebäude dort. Das ist meine Schule. Wir müssen da unbedingt hin. Komm!" Bobby wirft mir einen erschrockenen Blick zu, aber dann rennen wir beiden los...

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