Kapitel 4

Das Gelände ist voller Trümmer meiner alten Schule, doch das Gebäude ist komplett leer. Keine Feuerwehr, keine Polizei, kein Krankenwagen. Wo sind denn alle und warum ist die Schule überhaupt eingestürzt? Bobby und ich tauschen unsere Blicke aus. Ich betrete vorsichtig das Gelände und schaue mich um. Neben einem der Trümmer liegt ein blondes Mädchen. Ich glaube sie zu kennen bin mir jedoch nicht sicher, da ihre Haut mit Staub bedeckt ist und sie eine große Platzwunde am Kopf hat. Ich hocke mich neben sie und drehe ihr Gesicht vorsichtig in meine Richtung. Plötzlich trifft mich der Schlag. Das Mädchen ist meine beste Freundin Maurine Kingsley. Ich wische ihr den Staub aus dem Gesicht und versuche einen Puls an ihrem Handgelenk festzustellen:"Bobby! Komm schnell hierher." Bobby kommt auf mich und Maurine zu gerannt. Ich trete zur Seite und er beginnt an ihrem Handgelenk nach einem Puls zu suchen:" Ist sie am Leben?" Er nickt:"Ja, sie lebt. Warum kennst du sie?" "Ja! Sie ist oder war meine beste Freundin auf dieser Schule." Bobby schenkt mir ein Lächeln und sagt dann:"Benutz deine Kraft und suche nach weiteren Schülern." Ich schlucke und gehe mit Hilfe meiner Kraft in das eingestürzte Gebäude hinein, das keiner außer mir betreten kann. Ich lassen meinen Blick durch das teilweise eingestürzte Gebäude Schulgebäude schweifen und erblicke einen Jungen mit dunkelbraunem Haar, der unter einem großen Trümmer eingeklemmt ist. Er hat eine Platzwunde am Kopf, die nicht zu bluten aufhört. Ich gehe zu ihm und versuche einen Puls festzustellen, aber für ihn scheint es zu spät zu sein. Ich suche weiter nach Überlebenden und sehe ein Mädchen, dass in meine frühere Parallelklasse gegangen ist. Ich glaube sie heißt Jean Grey. Ich habe Maurin mal über sie reden gehört. Sie hat rot Haar, grüne Augen und scheint noch am Leben zu sein. Ich ziehe sie vorsichtig vom Boden hoch und schlinge meine Arme um sie. Dann stelle ich mich mit ihr vor eine Wand. Ich hoffe, dass ich mit ihr durch die Wand gehen kann sonst ist sie auf der Stelle tot. Ich atme bedächtig ein und gehe durch die Wand. Als ich wieder vor dem Gebäude stehe blicke ich auf Jean herab. Sie lebt. Ich atme tief durch, als ich verstehe, dass ich so alle Überlebenden bergen kann ohne sie in Gefahr zu bringen. Ich lege Jean auf dem Boden ab und winke Bobby zu mir:"Hey, Bobby. Komm mal her. Ich habe noch eine gefunden und gehe jetzt wieder herein um weiter zu suchen." "Ja, ich komme gleich." Ich nicke und gehe wieder durch die Wand da ich mir jetzt ganz sicher sein kann, dass sich jemand um Jean kümmert. Ich lasse meinen Blick wieder durch den ersten Stock wandern, entdecke aber keine Lebenden mehr und nehme deshalb die Treppe ins zweite Stockwerk.
Im zweiten Stockwerk liegen mehrere Schüler, die ich alle zu bergen versuche, aber ich schaffe es nur zwei Schüler auf einmal hoch zu heben und mit mir zu nehmen. Das mache ich solange bis ich alle Überlebenden aus der Ruine gerettet habe. Es sind etwa fünfzehn Schülerinnen und Schüler. Alle Anderen sind tot, aber zum Glück ist die Schule ja eigentlich schon zu Ende gewesen und nur noch ein paar Schüler waren hier. Ich bin froh, dass es Jean und Maurin gut geht, denn die Beiden sind meine einzigen Freundinnen oder waren. Als ich mit den letzten beiden Schülern wieder aus der Schule komme, sind Jean und Maurin schon wieder bei sich und reden mit Bobby. Als mich erblicken, kommen sie auf mich zu gelaufen und schließen mich in ihre Arme:" Wow Leute! Bitte erdrückt mich nicht." Sie lassen mich los und beginnen zu lachen. Ich lache mit, da ich erleichtert bin, dass es ihnen gut geht und sie nicht tot oder schwer verletzt sind, denn abgesehen von ein paar kleinen Schrammen haben sie keine Verletzungen. Bobby kommt jetzt auch näher:" Hey Kitty. Willst du mir deine Freundinnen nicht vorstellen?" Ich nickt:" Das sind Maurin." Ich zeige auf Maurin:" Und Jean." Dann deutete ich auf Jean. "Nett", antwortet er kurz angebunden:"Aber wir müssen jetzt weiter." "Stimmt. Ich muss los, aber wir sehen uns bald bestimmt wieder", wende ich mich an meine beiden Freundinnen. Zu meiner Überraschung fragt Bobby:"Kommst du mit Jean wir wollen Charles besuchen gehen." Wer ist Charles? "Klar Bobby. Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen", erwidert Jean. Woher kennt sie seinen Namen und wer ist Charles? Ich sehe die beiden fragend an, aber die Beiden ignorieren mich einfach. "Dann los", sagt Bobby und greift nach meiner Hand. Ich stelle keine weiteren Fragen und verabschieden mich flüchtig von Maurin:"Tschüss Maurin. Bis bald." "Ja, tschüss."
Wir laufen noch einige Minuten wortlos neben einander her durch einen kurzes Waldstück. Dann sind wir auf einer Lichtung angekommen. Auf der Lichtung steht ein riesiges Gebäude mit einer einladend großen Holztür und einem großen Zaun darum. Ich staune, aber im Gegensatz zu mir wirken Jean und Bobby nicht erstaunt sondern eher gelangweilt. Als sie plötzlich ohne ein Wort gleichzeitig loslaufen, habe ich Mühe ihnen zu folgen. Sie durchqueren die Lichtung und klopfen mit Hilfe des Türklopfers laut an die Tür. Erst tut sich nichts, aber dann öffnet ein junger Mann mit hellbraunen Haaren und einem weißen Arztkittel die große Holztür. "Hallo Hank. Wo ist Charles wir müssen mit ihm reden?", sagt Jean. Der Mann, der also Hank heißt wirft ihnen einen fragenden Blick zu:"Worum geht es denn?" Das wüsste ich auch gerne. Jean und Bobby sehen mich gleichzeitig an und Hank scheint zu verstehen. Wenigstens einer von uns versteht was hier los ist:"Charles ist mit Logan und Raven im Büro." Die Beiden nicken und Hank lässt sie hinein. Sie rennen eine Treppe hoch und öffnen dann die erste Tür. Ich folge ihnen verwirrt. Als ich hinter ihnen in den Raum trete erblicke ich ein Büro im Barockenstil mit drei anderen Personen darin. Ein Mann mit hellbraunes Haar und einem braunen Jacket sitzt auf einem großen Bürostuhl und hinter im steht ein Mann mit dunkelbraunen an den Seiten längeren Haaren, der mich irgendwie an ein Tier erinnert. Auf der Fensterbank sitzt eine junge Frau mit blondem Haar, die mit einem kleinen runden Gummiball spielt. Sie ist hübsch. "Jean? Bobby? Was macht ihr den hier fragt der Mann auf dem Stuhl. Er steht auf und geht um den Schreibtisch herum. "Charles", rufen meine Freunde und schließen ihn in die Arme. Das muss dann wohl Charles sein. Als sie sich wieder von einander lösen, fragt Charles erneut:" Was tut ihr hier?" "Wir haben dir jemanden mitgebracht", sagt Bobby und deutet mit dem Kopf in meine Richtung:"Das ist Kitty Pryde. Sie hat genau wie wir eine besondere Gabe." Die Frau, die wohl Raven sein muss schnaubt belustigt. Ich bin empört. "Sehe ich etwa nicht so aus?", frage ich wütend und verschränke die Arme wie ein kleines Kind. Sie öffnet den Mund, aber Charles unterbricht sie noch bevor sie einen Buchstaben hervorbringen kann:"Das reicht Raven. Wenn die Anderen sagen, dass sie eine Gabe hat, dann glaube ich ihnen." Er kommt freundlich auf mich zu so als wäre ich tatsächlich ein kleines Kind:"Welche Kräfte hast du?" Ich antworte sofort:"Ich kann durch Wände oder andere Objekt hindurch gehen." "Ach ja? Kannst du uns das auch beweisen?"; fragt das Mädchen wieder spöttisch. "Sie hat mich und ein paar andere Schüler aus dem eingestürzten Schulgebäude gerettet und das hätte die nicht geschafft, wenn sie diese Gabe nicht gehabt habt hätte, Raven", antwortet Jean, die jetzt auch wütend ist. Charles hingegen ist vollkommen ruhig:"Kannst du uns deine Kräfte einmal vorführen?" Ich nicke und stelle mich vor die Wand. Dann nicke ich und gehe durch die Wand. Auf der anderen Seite der Tür steht Hank und scheint gewartet zu haben. Als er mich erblickt, erschrickt er und fass sich ans Herz, doch er hat keine Chance etwas zu sagen, weil ich erneut durch Wand gehe. Als ich wieder im Büro aufgetaucht bin, staunen alle Anwesenden abgesehen von Jean und Bobby, die meine Fähigkeit schon kennen. Der Mann, der bis jetzt noch nichts gesagt hat, fängt sich als erstes:"Hör mal, Kitty. Möchtest du vielleicht auf diese Schule hier gehen? Denn das ist keine normal Schule sondern eine Schule für Kinder und Teenager mit besonderen Fähigkeiten, wie deine." Ich bin überrascht und weiß nicht was ich sagen soll. Andererseits habe ich nichts zu verlieren deshalb antworte ich:"Ja, gut"

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