Kapitel 5

Hilley schluckt schwer und schaut zu Boden. "Hilley! Bitte fang an", bitte ich nachdrücklich. Sie hebt den Kopf und schaut mir in die Augen. Ihre Augen glitzern weißlich. Das ist ja merkwürdig. Sowas habe ich vorher noch nicht gesehen. Es scheint als würden sie von ihnen heraus leuchten.

"Na gut. Dann fang ich mal an", beginnt sie:"Du kennst doch diese Legenden oder?" "Meinst du die von den Elementariern?" Sie nickt:"Ja genau die. In den Legenden wird ja davon erzählt, dass jeder alte Elementarier sein Kräfte kurz vor seinem Tod an ein Neugeborenes weitergibt. Hast du davon schon mal gehört?"

Aus einer Kurzschlussreaktion heraus breche ich in lautes Gelächter aus:"Du glaubst daran? Das ist doch totaler Quatsch!"

Hilley scheint es aber nicht so witzig zu finden, was ich an ihrer Reaktion merke. Sie blickt mich entgeistert an.

Ich höre wie das neue Mädchen, welches jetzt also Ruby heißt, hinter mir laut schnaubt.

Schnell drehe ich mich zu ihr um und werfe ihr einen bösen Blick zu. Was ist das denn für eine Zicke?

"Beherrsch dich, Ruby", ermahnt Hilley das fremde Mädchen laut.

Nun wendet sie sich wieder mir zu:"Nun zu dir, Stella! Das ist kein Quatsch. Es ist die Wahrheit. Du hast dich entschieden mir zu vertrauen, also kannst du mir jetzt auch bei dem hier vertrauen. Die Legenden sind war."

Ich springe lachend auf:"Du überrascht mich immer wieder. Ich habe viel von dir erwartet, aber nicht, dass du einer dieser widerwärtigen Wisper bist. Das hätte ich echt nicht von dir erwartet."

Ich schlurfe langsam zur Tür, doch Ruby stellt sich mir in den Weg. Ich verdrehe die Augen:"Lass mich vorbei. Ich habe genug von diesem Theater."

"Lass mich bitte ausreden, Stella", bittet Hilley, doch ich ignoriere sie einfach und versuche mich an Ruby vorbei zu bewegen. Ruby lässt das jedoch nicht zu und schubst mich zurück ins Wohnzimmer.

Überrascht von ihrer plötzlichen Stärke, betrachte ich sie genau. Ihre bernsteinfarbenen Augen beginnen auf einmal von ihnen heraus rot-orange zu leuchten und es wirkt als würden Flammen in ihren Pupillen lodern. Einerseits ist das ziemlich beeindrucken und andererseits macht sie mir gerade auch ein wenig Angst. Ich weiche ein Stück zurück.

"Ruby. Beruhig dich. Auf der Stelle", ruft Hilley hinter ihr und stellt sich zwischen mich und das Mädchen. Was ist denn jetzt los?

Hilley dreht mir kurz den Kopf zu und bittet mich:"Lauf los, Stella. Lauf nach draußen und warte dort auf mich." Ich starre sie fragen dann bemerke ich aber ihren eindringlichen Blick, der mir sagt, wie ernst es mir ist. Schnell fasse ich den Entschluss zu tun, worum sie mich gebeten hat und nicke ihr zu. Daraufhin dreht Hilley sich um und packt Ruby an den Händen. Ich stürme an ihr vorbei und reiße die Tür auf.

So schnell ich kann, renne ich nach draußen und über den sandigen Weg, der von Haus zur Straße führt. Draußen ist es bereits dunkel und ich kann die Hand kaum vor Augen sehen, doch ich weiß, dass der Weg da ist.

Plötzlich stolpere ich über einen Ast und stürze zu Boden. Scheiße. Ich drehe mich zum Haus um. Durchs Fenster sehe ich wie Hilley Ruby festhält und wenige Sekunden später flackert etwas auf. Leider kann ich aber nicht erkennen was. Ich kann jedoch Hilleys laute Stimme hören. Es ist zu hören wie Ruby und Hilley sich streiten. Ruby schreit Hilley an und plötzlich poltert es. Was war das denn? Langsam bekomme ich richtige Panik. Was geschieht dort?

Ich setze mich auf und starre weiter durchs Fenster. Ruby ist weg. Nur Hilley steht noch da und rauft sich die Haare.

Ich richte den Blick gen Boden. Es tut mir leid, dass sie nur wegen mir solche Probleme hat.

Plötzlich steht sie vor mir und hält mir die Hand hin. Ich zucke zusammen. Wie konnte sie so schnell sein? Langsam wird das ganz hier immer seltsamer und mich beschleicht das Gefühl, dass Hilley nicht unbedingt verrückt sein muss. Vielleicht hat sie ja sogar recht. Vielleicht gibt es die Elementarier wirklich und sie geben ihre Kräfte an irgendwelche Kinder weiter. Das wäre eine gute Erklärung dafür, dass sie plötzlich vor mir steht. Vielleicht kann sie ja durch die Zeit reisen oder so. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass ich ihr vielleicht doch zuhören sollte.

Meine Hand zittert als ich sie in ihre lege. "Ich vertraue dir", sage ich:"Erzähl mir alles."

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