Kapitel 7

Auf dem Weg nach unten rannte mir ein anderes Mädchen entgegen. Fast wäre ich auch mit ihr kollidiert, aber keine Haaresbreite vor mir, machte sie einen Schlecker um mich rum. Erschrocken blieb sie stehen.

"Entschuldige, ich hab dich nicht gesehen." sagte sie und rannte weiter die Treppen nach oben.
Verdutzt schaute ich ihr nach. So schnell wie sie gewesen war, musste sie es sehr eilig haben.

Ich setzte meinen Weg nach unten fort und kam schließlich wieder im Aufenthaltsraum an. Das Mädchen von vorhin saß immer noch auf dem Sofa. Jetzt schaute sie aber nicht mehr auf den, immer noch laufenden, Fernseher, sondern auf ihr Handy.

Zögernd schritt ich auf sie zu: "Ähm hey, entschuldige, ich bin Eija und neu hier." Wie ich es hasste mich so vorzustellen.

Das Mädchen sah von ihrem Handy auf und musterte mich kurz: "Moin, ich bin Kim! Setz dich doch!" Sie klopfte mit einer Hand auf den Platz neben sich und stopfte das Handy in ihre Hosentasche, ehe sie sich wieder mir zuwandte.

Erleichtert pflanzte ich mich auf das Sofa und war froh endlich meine Beine etwas auszuruhen. Nach der kleinen Führung der Direktorin war ich doch ganz schön fertig.

"Also, du bist neu hier huh? Dann erst mal herzlich willkommen. Ich hoffe du findest dich hier schnell zurecht. Verrätst du mir, was für eine Art Wesen du bist?"

"Hä, was?" Verwirrt blickte ich ihr in die olivgrünen Augen.

"Na was für ein Wesen du bist?!"

Ich schüttelte den Kopf. Was meinte Kim bloß?

"Tut mir leid, aber ich weiß nicht wovon du gerade sprichst!"

Kim runzelte die Stirn: "Was machst du dann hier? Das ist ein Internat für junge Wesen!"

"KIM!" erschrocken drehte ich mich um. Hinter uns, im Eingang zur Küche stand ein silberhaariges Mädchen. Ihre Haar glänzten im Schwarzlicht der Küchenlampen.

"Wir wollen unseren Neuankömmling nicht verwirren! Weißt du nicht mehr was Frau Shermansky uns gesagt hat?"

Ich hörte Kim neben mir schwer schlucken. Dann nickte sie langsam und schaute mich entschuldigend an: "Sorry, ich wollte nicht unhöflich sein. Du kannst ja nichts dafür."

"Kann nichts wofür?" Jetzt verstand ich gar nichts mehr.

"Dafür, dass du dein ganzes Leben als Ungesicht gelebt hast!"  


Comments

  • Author Portrait

    Ein wirklich interessantes Kapitel, das Lust auf mehr macht. Was sie wohl für ein Wesen ist?

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media