Kapitel 7

Ich komme mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen zu Hause an. Cole ist schon da. Er sitzt am Tisch und isst Spaghetti. Als er mich erblickt, legt er den Kopf schief:“Warum siehst du so zufrieden aus?“ Soll ich ihm davon erzählen? Lieber nicht, er muss ja nicht alles wissen. Außerdem würde er mir so oder so meine Freude darüber wieder zerstören. “Nur so“, sage ich grinsend und nehme mir auch einen Teller Spaghetti. Dann setzte ich mich neben ihn an den Tisch und beginne ebenfalls zu essen.

Als wir fast fertig sind, klingelt es an der Haustür. Meine Mutter kommt die Treppe herunter und geht zur Tür. Wer mag das nur sein? Mom öffnet die Tür. Ich kippe mit meinem Stuhl ein Stück nach hinten, um zu sehen, wer vor der Tür steht. Es ist der Postbote. In der Hand hält er einen dicken Umschlag, den er meiner Mutter in die Hände drückt. Ich sehe wie sie sich bedankt. Daraufhin verschwindet der Postbote wieder. Mom schließt die Haustür wieder und setzt sich zu uns an den Tisch. Cole, der den Postboten von seinem Platz aus nicht sehen konnte, fragt:“Wer war das?“ “Der Postbote“, antworte ich an Moms Stelle. “Und was hat er gebracht?“, fragt mein Bruder weiterhin interessiert. Ich verdrehe die Augen:“Post!“ Und schon wieder hat er bewiesen, dass es doch dumme Fragen gibt.

Mom schaut mich warnend an und legt den dicken Umschlag auf den Tisch. Ich ziehe ihn zu mir heran und betrachte ihn. Darauf steht kein Absender. “Von wem ist der?“, frage ich ratlos. Mom zuckt mit den Schultern:“Weiß ich nicht. Ich hole eben euren Vater und dann öffnen wir ihn gemeinsam.“ Wir nicken. “Dad! Komm mal schnell!“, ruft Cole laut. Mom wirft ihm einen warnenden Blick zu. Sie hasst es, wenn wir einfach rufen, wenn wir etwas wollen. Sie ist der Meinung, dass wir auch kommen können, wenn wir etwas wollen. Ich muss mir ein Lachen verkneifen.

Einige Sekunden nachdem Cole ihn gerufen hat, kommt Dad die Treppe herunter. “Was ist?“, fragt er. “Wir haben Post“, sagt Mom. Er setzt sich neben mich an den Tisch. Auch Mom setzt sich. “Möchtest du den Brief öffnen?“, fragt Dad mich. Ich schüttele den Kopf und schiebe Mom den Umschlag zu. Sie lächelt mich sanft an und öffnet den Umschlag mit einem Brotmesser. Dann holt sie den Inhalt heraus. Es sind mehrere Papiere. Sie holt das Erste heraus und beginnt zu lesen:

Sehr geehrte Mrs. und Mr. Carter,
Ihre Kinder haben, wie sie sicher wissen, am 02. 11. 2101 an den Einstufungstests für das Experiment Alpha teilgenommen. Nun haben wir die Ergebnisse für alle Schüler der Lincoln High School ausgewertet und haben folgende Ergebnisse erzielt. Cole Carter 65%! Elena Carter 95%!

Meine Mutter verstummt und alle sehen mich an. 95%! Das hätte ich nicht erwartet. Mom fängt sich wieder und liest weiter:

Um am Experiment teilnehmen zu dürfen, muss man beim Einstufungstest mindestens 85% erreichen. Somit ist ihre Tochter Elena Carter nun eine Teilnehmerin an unserem Experiment. Bitte sorgen sie dafür, dass sie sich am 16. 11. 2101 im Konferenzraum ihres Heimatortes einfindet.

Meiner Mutter laufen nun einige Tränen die Wange herunter. Cole nimmt sie schnell in den Arm und mein Dad zieht das zweite Papier aus dem Umschlag und liest vor, was darauf steht:

Folgende Dinge sollte ihre Tochter einpacken.
-Kleidung, die für vier Tage reicht
-Ein Ballkleid
-einen Schlafsack
-eine Videokamera
-Das erste Blatt, was zu diesem Brief gehörte
Die restlichen Dinge, werden die Teilnehmer gestellt bekommen.

Ich schaue Dad verwirrt an:“Wieso brauche ich eine Videokamera und ein Ballkleid?“ Dad und Cole zucken mit den Schultern. Ich schaue sie ratlos an:“Na toll.“

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